Schwetzinger Volkshochschule Fotosalon wird digital eröffnet

Themen und Teilnehmer des Fotoprojekts der Schwetzinger Volkshochschule sind neu bestimmt worden. Die Ergebnisse gibt's online.

Von 
Ute Bechtel-Wissenbach
Lesedauer: 
Auf der Bahnhofstreppe in Karlsruhe mit der Bahnhofstreppe von Lissabon – bei dieser Arbeit mit dem Titel „Bahnhof“ von Nicola Gerth schaut man zweimal hin. © Gerth

Schwetzingen. Seit dem Sommer sind die 15 Fotografen des aktuellen Fotosalons der Volkshochschule Schwetzingen auf der Suche nach dem Bild im Bild. Wo früher Jessen Oestergaard als kreativer Kopf und Leiter des Workshops allein verantwortlich zeichnete für das Thema, so waren nun erstmals alle Fotografen aufgerufen, sich selbst mit Vorschlägen für Aufgabenstellungen zu beteiligen.

AdUnit urban-intext1

Dabei sind diesmal: Rüdiger Arndt, Monika Bauer, Anton Böhm, Siegfried Boes, Petra Disch, Ruth Fugger, Nicola Gerth, Pascale Grote, Frank Höltermann, Peter Reineke, Eva Schmidt, Tom Starzinski, Manfred Walter, Sibylle Wegner und Marcus Woida.

Nach anonymer Einreichung und Abstimmung schaffte es die Idee Bild im Bild an die Spitze. Ganz gleich ob Foto, Gemälde, Holzschnitt, Handy- oder Tabletbild – ein Bild galt es in die zu gestaltende Aufnahme zu integrieren. Ob dieses als erkennbares Foto in der Aufnahme gehalten, gelegt, gestellt, transportiert, betrachtet oder als formatfüllender Hintergrund genutzt werden sollte, auch dies blieb den Fotografen überlassen:

Jessen Oestergaard beschreibt die Herangehensweise bei diesem Thema angesichts der Omnipräsenz von Bildern, genaugenommen von Fotos, im modernen Alltag: Das Bild im Bild fungiere hier als physisches Objekt, um in der Fotografie eine zweite Ebene zu betreten. Er erläutert: „Die Bilder im Bild treten automatisch in Beziehung zu ihrer Umgebung und setzen einen Dialog in Gang. Immer ist ein visuelles Spiel von Dargestelltem und realer Welt entstanden“. Dieses Spiel fasziniere und rege an, die Welt der Bilder zu hinterfragen.

AdUnit urban-intext2

Wie stets ist der Fotosalon eine Schulung des Sehens. Aktiv teilhaben an diesem Prozess möchten nach wie vor viele ambitionierte Hobbyfotografen der Region. Die Plätze jedoch seien, wie Kursleiter Oestergaard bekräftigt, allein aus praktischen Gründen auf maximal 15 Teilnehmer beschränkt. Und so geht man nun auch hier neue Wege.

Wer Interesse hat, sich den fotografischen Herausforderungen zu stellen, kann sich im Vorfeld des kommenden Kurses mit seinen aktuellen Arbeiten bewerben. So sei erkennbar, wer ein echtes Interesse habe und sich künstlerisch über die Fotografie ausdrücken möchte, erläutert Oestergaard und ergänzt, „die technische Perfektion ist dafür jedoch nicht unabdingbar“. Geplant ist es, bei den kommenden Fotosalons jeweils einen Teil der Plätze neu zu besetzen, um frischem Input Raum zu geben.

Stimmige Kompositionen

AdUnit urban-intext3

Bereits in diesem Jahr sind vier neue Fotografen am Start, die ihr Bild im Bild jeweils ganz unterschiedlich gestalten. So integriert Siegfried Bös ein Gemälde im Museum in eine Besucherszene. Er lichtet die unbekannte Betrachterin eines Gemäldes von Picasso mit dem Rücken zur Kamera vor dem Kunstwerk ab und schafft hier mit Rahmen, Kleidung und Bildaufteilung eine stimmige Komposition. Tom Starzinski steckt ein Tablet mit dem Bild einer Scheibe Toastbrot auf dem Display in den Schlitz eines Toasters und positioniert davor augenzwinkernd eine Scheibe „echtes“ Toastbrot.

AdUnit urban-intext4

Peter Reineke wählt einen anderen Ansatz: Er gibt Che Guevara Feuer. In das raumfüllende Hintergrundfoto des Revolutionärs mit Zigarre zwischen den Lippen integriert er das Foto eines brennenden Streichholzes, ohne es als Bild im Bild kenntlich zu machen.

Bei Nicola Gerths Schwarz-Weiß-Aufnahme moderner Architektur ist dagegen das physische Objekt unübersehbar als Bild im Bild zu erkennen. Sie stellt ihr ein Meter breites Foto mit den Stufen des futuristischen Lissaboner Bahnhofs passgenau auf die Stufen zu den Gleisen des Karlsruher Bahnhofs und drückt ab.

Eine vielfältige und vielschichtige Ausstellung mit je zwei Exponaten pro Fotograf, also insgesamt 30 Werken, wartet auf die Besucher der Vernissage am Samstag, 6. Februar. Und wieder sind hier neue Wege zu beschreiten. Statt der gewohnten persönlichen Besichtigung der ausgestellten Werke und der Begegnung mit vielen anderen Freunden der Fotografie ist der Kunstgenuss in Corona-Zeiten nun am heimischen PC, auf dem Tablet oder Handy zu erleben.

Die Volkshochschule überträgt die Vernissage am Samstag, 6. Februar, ab 16 Uhr hier.

Eine Grafik mit den aktuellen Corona-Zahlen gibt's hier:

Mehr zum Thema

Volkshochschule Die Bildung ist der Schlüssel

Veröffentlicht
Von
Stefan Kern
Mehr erfahren

Adventszeit So schön leuchtet Schwetzingen

Veröffentlicht
Von
Volker Widdrat
Mehr erfahren

Innenstadt Orange gegen häusliche Gewalt

Veröffentlicht
Von
Catharina Zelt
Mehr erfahren

Kunst Collage aus Schwetzinger Projekt prämiert

Veröffentlicht
Von
zg
Mehr erfahren

Im Interview Lichtblicke in Sachen Schwetzinger Kunstgenuss

Veröffentlicht
Von
Maria Herlo
Mehr erfahren

Lockdown-Idee Walchs Kunstportal kommt sehr gut an

Veröffentlicht
Von
zg
Mehr erfahren

Wissen Wikipedia weiß alles – oder?

Veröffentlicht
Von
Catharina Zelt und Janina Hardung
Mehr erfahren

Freie Autorenschaft