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Wirtschaft

Frankl & Kirchner hat Insolvenzantrag gestellt

Von 
Andreas Lin
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Das Werkstor von Frank & Kirchner in der Scheffelstraße. © Lin

Schwetzingen. Das Schwetzinger Traditionsunternehmen Frankl & Kirchner (Efka) Fabrik für Elektromotoren und elektrische Apparate hat bereits Mitte Mai einen Insolvenzantrag beim Registergericht des Amtsgerichts Mannheim gestellt. Das bestätigt ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Christopher Seagon von der Heidelberger Sozietät Wellensiek auf Anfrage dieser Zeitung.

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Grund für diesen Schritt der Geschäftsleitung waren – trotz guter Auftragslage – die Auswirkungen der Corona-Krise. So seien viele globale Lieferketten unterbrochen und auch die deutlichen gestiegenen Rohstoffpreise hätten für Umsatzrückgänge gesorgt.

Derzeit noch 23 Mitarbeiter

Rechtsanwalt Seagon – mit über 20 Jahren Erfahrung als Konkurs- und Insolvenzverwalter – sei seit etwa vier Wochen regelmäßig vor Ort in der Scheffelstraße 73 und habe einen guten Eindruck vom Unternehmen, das derzeit noch 23 Mitarbeiter beschäftigt. Der Geschäftsbetrieb läuft weiter, die Beschäftigten werden über das Insolvenzgeld bezahlt. Alle seien bei der Arbeit und würden auch bezahlt. Ziel sei es, das Unternehmen und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Ein Investorenprozess ist bereits eingeleitet, allerdings sei es aufgrund der Kürze Zeit seit der Antragsstellung noch viel zu früh, um Konkretes zu sagen.

Efka ist ein Hersteller von Automatisierungstechnik mit den Schwerpunkten Antriebs-, Steuerungstechnik und Elektromotorenbau. Frankl & Kirchner siedelte 1955 von Mannheim-Neckarau nach Schwetzingen über. Efka steht für die beiden Anfangsbuchstaben F und K.

Viele Jahre war die Firma weltweiter Marktführer für Nähmaschinenmotoren. „Der Efka-Motor war der Mercedes unter den Industrienähmaschinen“, erinnert sich ein ehemaliger Mitarbeiter. In der Spitze hatte das Unternehmen über 600 Beschäftigte. Geprägt wurde Frankl & Kirchner über Jahrzehnte hinweg von seiner Chefin Lotte Wiest, einer begnadeten Geschäftsfrau und Unternehmerin, die 2012 verstorben ist. Derzeit ist Maximilian Wiest Geschäftsführer.

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Autor Stv. Redaktionsleiter + Lokalsportchef Schwetzinger Zeitung

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