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Nordstadt

Friedrich-Ebert-Platz in Schwetzingen offiziell eingeweiht

Von 
Stefan Kern
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Der Geburtstag des Namensgebers jährte sich 2021 zum 150. Mal: Lars Maurer (v. l.), Joachim Kresin, Peter Streit, Rainer Böttcher, Oberbürgermeister Dr. René Pöltl, Professor Dr. Bernd Braun, Horst Ueltzhöffer, Dr. Walter Manske, Markus Bürger und Werner Zieger freuen sich über die Einweihung des Friedrich-Ebert-Platzes. © Lenhardt

Es sind nur ein paar Quadratmeter mit ein paar Bäumen, einer Tafel und mit einem nun neuen Namen für den Platz im Kreuzungsbereich von Friedrich-Ebert-Straße und Walter-Rathenau-Straße. Doch die Bedeutung dieses Namens für Deutschland könne, so Oberbürgermeister Dr. René Pöltl, größer kaum sein. Friedrich Ebert, 1871 in Heidelberg geboren, prägte die Anfänge der Sozialdemokratie und auch der Weimarer Republik wie nur wenige. Den Beschluss des Gemeinderates, den Platz nach dem ersten demokratisch gewählten Staatsoberhaupt zu benennen, freute den Oberbürgermeister.

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„Die Leistungen dieses Mannes waren schlicht immens und verdienen allen Respekt.“ Eine Sicht, die auch Professor Dr. Bernd Braun, stellvertretender Geschäftsführer der Heidelberger Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, teilte. Ebert, der Sohn einer kinderreichen Schneiderfamilie und später selbst Vater von fünf Kindern, trat früh in die SPD ein. 1905, mit 34 Jahren, wurde er Mitglied des Parteivorstandes. Und nach dem Tod August Bebels 1913 übernahm er die SPD als Co-Vorsitzender.

Die Spannungen in der SPD waren damals schon gewaltig und am Ende explodierte sie an der Frage der Bewilligung der Kriegskredite. Die Spaltung der SPD war nicht mehr zu verhindern. Ebert hielt Kurs und wurde 1919 Staatsoberhaupt. Am Ende habe ihn der Kampf zum Schutz der Demokratie gegen rechts- und linksradikale Kräfte zerbrochen. Er starb am 28. Februar 1925 im Amt. Professor Braun stellte die Frage, wie die deutsche Geschichte wohl verlaufen wäre, wenn sich der überzeugte Demokrat Ebert ebenfalls zur Wahl hätte stellen können und nicht der Antidemokrat Hindenburg Eberts Nachfolge angetreten hätte. Doch das sei eine müßige Diskussion. Alles andere als müßig sei das Denken an diesen „großen Demokraten“.

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Pöltl skizzierte kurz zwei Gedanken, die ein Bild Eberts zeichneten, das auch heute noch nachdenkens-wert sei. Ebert mit 48 erster Reichspräsident der jungen, durchaus noch wackligen Weimarer Republik, Deutschland erschüttert vom Ersten Weltkrieg mit 20 Millionen Toten und dann die Spanische Grippe, der weltweit über 50 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Und über allem immense politische Fliehkräfte. „Die Herausforderungen von damals erscheinen immens.“

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Eine Art Mahner

Und den früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker zitierend, erklärte Pöltl zum Schluss, dass „Ebert ein Demokrat war, in einer noch weithin undemokratischen Zeit“. Für Pöltl aber auch Braun ist Ebert eine Art Mahner für das „Unselbstverständliche“ der Demokratie. „Ob Ebert übrigens jemals in Schwetzingen war, wissen wir nicht“, so Braun. Überliefert sei jedoch, dass der Name Schwetzingen bei einer Parteitagsrede 1907 fiel. Damals ging es um den Wunsch nach mehr Delegierten aus Süddeutschland. Den Wunsch quittierte Ebert so: „Ich bin Badenser und Kollege Müller im Vorstand auch. Er ist von Mannheim und ich von Heidelberg, und ich kann nicht annehmen, dass die Genossen verlangen, dass auch noch einer von Schwetzingen in den Vorstand hineinkommt.“ Immerhin, so Braun, nach Mannheim und Heidelberg komme Schwetzingen auf der Karte Badens in Eberts Kopf an dritter Stelle.

Freier Autor Stefan Kern ist ein freier Mitarbeiter der Schwetzinger Zeitung.

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