Desinfektionsmittel - Schwetzinger Brennerei liefert erste Behälter an Städte und Gemeinden / Auch für Firmen und Privatleute parat Futterers Viren-Stopp ab sofort am Markt

Von 
Jürgen Gruler
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Rudi Müller (v. l.) und Ralf Kalter mit dem Desinfektionsmittel made in Schwetzingen. Kunden erhalten vor der Bestellung auch gerne Probefläschchen. © Gruler

Rudi Müller war vor drei Wochen noch skeptisch. Aber immer mehr Anfragen haben bei ihm zum Umdenken geführt. Und am Mittwochmorgen waren die ersten Zehn-Liter Behälter gefüllt und konnten an die Gemeinde Ketsch und die Stadt Hockenheim ausgeliefert werden. Es geht diesmal nicht um Birnenbrand und edlen Nussler zur inneren Anwendung, sondern um Desinfektionsmittel zum äußeren Gebrauch.

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„Wir haben aus Ethanol, Glyzerin und Wasserstoffperoxid drei verschiedene Mischungen hergestellt: Futterers Flächendesinfektion ist dafür geeignet, Einkaufswägen, Automaten, Aufzüge und Geländer und andere Dinge, die oft angefasst werden, keimfrei zu reinigen. Unser Viren Stopp Classic ist ein typisches Handdesinfektionsmittel. Und bei Futterers Viren Stopp Soft ist durch die Verwendung von mehr Glyzerin die pflegende Komponente für die Haut verstärkt worden“, erzählt uns Rudi Müller. Er ist inzwischen zum Desinfektionsfachmann geworden.

Dass die Firma Spirituosen Futterer in der Wildemann-Straße jetzt Desinfektionsmittel herstellen darf, ist einer Ausnahmeverordnung des Bundes zu verdanken. Durch die weltweite Knappheit der Stoffe wurde bis Oktober eine Sondergenehmigung für Brennereien ausgesprochen. Müller hat dann bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Dortmund eine Registrierungsnummer beantragt und konnte sofort mit der Produktion beginnen.

Wichtig war jetzt natürlich noch die richtige Beschriftung, Da hat Hausanwalt Ralf Kalter geholfen, damit rechtlich alles korrekt ist, schließlich gehen die Desinfektionsmittel an Schulen, Kindergärten, Feuerwehren und viele andere Firmen und Organisationen in der ganzen Region. Da müssen auch die mitgelieferten Anweisungen für den Gebrauch wasserdicht sein.

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Ein Problem waren dann noch die Behälter zur Abfüllung. Erstmal gab es nur Zehn-Liter-Kanister. Inzwischen hat Rudi Müller aber Zapfverschlüsse fürs Umfüllen in kleinere Flaschen besorgt und noch diese Woche soll er 2,5-Liter-Kanister bekommen, so dass auch Privatleute und Büros sich bei ihm eindecken können. Und bei der Firma Futterer ist man sich schnell einig geworden, dass man keinesfalls Fantasiepreise wie im Internet aufrufen wird.

Chefredaktion Jürgen Gruler ist Chefredakteur der Schwetzinger Zeitung.