AdUnit Billboard
Neues Netzwerk - Ausgebildete Fachkräfte erfahren von haupt- und ehrenamtlicher Unterstützung bei bürokratischen Hürden

Gezielte Hilfe für Menschen aus Gambia

Lesedauer: 

Es gibt eine neue Gruppe in der Region: das Gambia Netzwerk Rhein-Neckar. Ehrenamtliche und Hauptamtliche unter anderem aus Schwetzingen, Mannheim, Weinheim und Ladenburg haben sich zusammengeschlossen, um gambische Facharbeiter zu unterstützen, heißt es in einer Pressemitteilung. Denn die ausgebildeten Köche, Elektriker, Maler und Logistiker sind bei den Chefs begehrt, haben aber oft große Probleme mit den Ausländerbehörden. Die im Aufenthaltsgesetz geregelte Aufenthaltserlaubnis nach erfolgreich abgeschlossener Lehre erhalten sie oft nur sehr schwer oder gar nicht.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

In der hiesigen Region müssen viele Gambier monatelang um eine Aufenthaltserlaubnis kämpfen. Eigentlich sind alle Voraussetzungen erfüllt, aber das Problem besteht aus Sicht einiger weniger Ausländerbehörden im Norden von Baden-Württemberg in den Dokumenten zur Identitätssicherung. Sie erkennen Proxypass und Geburtsurkunde – zwei Dokumente, die zur Identitätsfeststellung meistens ausreichen – nicht an, heißt es in der Mitteilung.

Die Betroffenen stehen vor einem nicht zu lösenden Dilemma. In ihrer Heimat können sie aufgrund der dortigen Infrastruktur und Administration oft keine weiteren Dokumente besorgen. Einige Ausländerbehörden verlangen sie aber, kommunizieren zugleich leider nicht klar, was eigentlich noch fehlt und lassen Monate verstreichen, ohne die Anträge zu bearbeiten.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Die betroffenen Gambier haben bisher große Anstrengungen unternommen, sich zu integrieren. Viele haben gut Deutsch gelernt und eine Lehre zum Installateur, Koch, Logistiker, Maler und Bäcker erfolgreich abgeschlossen.

Die Folgen der verweigerten Aufenthaltserlaubnis für sie sind hart. Sie bleiben in Duldung und damit ausreisepflichtig. Ein Jobwechsel ist nur schwer möglich, ein beruflicher Aufstieg kaum; ebenso ein selbstbestimmtes Leben mit eigener Wohnung, Führerschein oder Familie. Diese negativen Erfahrungen führen zu Enttäuschung, Demotivation, Verzweiflung oder Depression.

Auch viele Unternehmen schlagen Alarm. Sie sind sehr zufrieden mit den Männern, die bei ihnen eine Ausbildung absolviert haben, viele Jahre lang mehrmals die Wochen abends Deutsch gelernt und für die Berufsschule gebüffelt haben. Diese Betriebe brauchen jene Facharbeiter und haben Geld sowie Engagement in die Ausbildung ihrer Mitarbeiter gesteckt. Nun erwarten sie Planungssicherheit von Verwaltung und Politik.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

Widerspruch zu Regierungen

Die bisherige Praxis in einigen wenigen Landkreisen im Norden von Baden-Württemberg steht im Widerspruch zu den Koalitionsverträgen der neuen Regierung in Berlin und der Regierung in Baden-Württemberg.

Die Mitglieder des Gambia Netzwerks Rhein-Neckar sprechen mit den Ausländerbehörden und versuchen zu vermitteln, kooperieren mit den Betrieben, unterstützen die Betroffenen bei der Dokumentenbeschaffung im Ausland und helfen ihnen in dieser belastenden Auseinandersetzung mit den zögerlichen Behörden. Sie haben sich jetzt zum Gambia Netzwerk Rhein-Neckar zusammengeschlossen. Dessen Mitglieder fordern die unbürokratische Anerkennung der ausgebildeten Gambier sowie eine zügige Bearbeitung und eine faire Behandlung der Anträge.

Kontakt: GambiaNetzwerkRheinNeckar@posteo.de; Arno Dressler, Mannheim, post@arno-dressler.de; Wolfgang Bauer, Edingen-Neckarhausen, wm.bauer@posteo.de

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1