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Mozartfest

Grandioses Finale mit dem französischen Ensemble „Quatuor Zaïde“

Von 
Maria Herlo
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Die Streicherinnen Charlotte Maclet (v.l.), Leslie Boulin Raulet, Sarah Chenaf und Juliette Salmona versetzen die Besucher in freudige Stimmung mit ihrer Hommage an Mozart im Jagdsaal des Schlosses. © Lenhardt

Die große Mozart-Hommage des Schwetzinger Festivals ist mit dem fulminanten Auftritt des französischen Ensembles „Quatuor Zaïde“ zu Ende gegangen. Schon rein äußerlich boten die vier jungen Frauen, Charlotte Maclet und Leslie Boulin Raulet an der Violine, Sarah Chenaf an der Bratsche und Juliette Salmona am Violoncello, ein imposantes Bild. Hinzu kommt das stimmungsvolle Ambiente des Jagdsaals, das nur wenige andere Konzertsäle vorweisen können.

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Das Erlebnis begann beim Eintritt in den Schlossgarten. Wenn man an einem sonnigen Morgen, wie es jetzt der Fall war, den Blick auf das Parterre mit dem Arionbrunnen richtet, ist man schon durch die Kulisse bestens auf das Konzert eingestimmt. Längs des südlichen Zirkelbaus gelangt man dann in den Jagdsaal mit der prächtigen Stuckdecke. Dieser geschichtsträchtige Hintergrund bildete während des gesamten Mozartfestes bereits den Rahmen für eine Reihe von großartigen Veranstaltungen.

In der Sonntagsmatinee trat das rein weiblich besetzte Ensemble „Quatuor Zaïde“ auf. Seinen Einstand gab es mit dem Streichquartett Nr. 5 in F-Dur KV 158 Divertimento von Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791). Was die Zuhörer im voll besetzten Jagdsaal restlos begeisterte, war die enorme Spielfreude der vier Musikerinnen während der Herausarbeitung der harmonischen Überraschungen der Komposition, insbesondere des leichtfüßigen Divertimenti-Tonfalls, den die erste Geigerin Charlotte Maclet vorgab.

Nach der spritzigen Musik Mozarts überraschte „Quatuor Zaïde“ beim 1899 entstandenen Streichquartett Nr. 1 in e-Moll op. 112 von Camille Saint-Saëns (1835–1921) mit völlig anderen Klangwelten. Die Gegenüberstellung bot einen spannenden Vergleich. Die vier exzellenten Musikerinnen spielten Saint-Saëns Streichquartett so frisch und vital, mit solch halsbrecherischem Tempo, dass die Zuhörer völlig aus dem Häuschen gerieten.

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Vielfarbig und eigenwillig

Der Fluss von Licht und Schatten, von Hellem und Dunklem, von zerbrechlichen Klanggebildern, die aus den Instrumenten der sympathischen Französinnen hervorbrachen, öffnete die Sinne des Publikums für diesen eigenwilligen, vielfarbigen Klangkosmos, so charakteristisch für Saint-Saëns. Der Applaus für diese temperamentvolle Interpretation wollte kein Ende nehmen.

Die ungebrochene Vitalität der jungen Frauen setzte sich auch in der Wiedergabe von Mozarts Streichquartett Nr. 14 G-Dur KV 387 fort. Einmal mehr belegte „Quatuor Zaïde“, wie kühn und neu, wie vollendet schön Mozart klingen, welche Sogkraft seine im Alter von 22 Jahren komponierte Musik entfalten kann.

Sorgfältig aufeinander abgestimmt

Die Darbietung des Streichquartetts ließ nicht nur die Merkmale des eigenen Ensembles zutage treten, sondern dokumentierte zugleich die Grundzüge des Mozartstils. Diese Synthese aus Mozarts und den eigenen Klangvorstellungen gelang den vier Streicherinnen sehr gut, vor allem auch wegen des sorgfältig aufeinander abgestimmten Zusammenspiels.

Eine solch eindringliche Interpretation ließ niemand im Saal unberührt, dafür sprach die atemlose Stille während des Konzerts und der zum Schluss einsetzende, lang anhaltende Applaus, der auch den Veranstaltern des Mozartfests galt, dem Künstlerischen Leiter Nikolaus Friedrich für das intelligent gestaltete Programm sowie allen, die mithalfen, dass unter den erschwerten Bedingungen in Zeiten von Corona alles reibungslos ablief. Das Mozartfest macht Hoffnung für das Kulturleben der Zukunft in Schwetzingen.

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