Schwetzinger Wiesen - Grüne reagieren auf Pressebericht von CDU-Landtagskandidat Andreas Sturm Gutachten abwarten, dann diskutieren

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zg
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Obwohl das Thema nicht auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 3. Februar, steht, beschäftige sich die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in ihrer Fraktionssitzung mit dem kommunalpolitischen „Dauerbrenner“ Schwetzinger Wiesen. Anlass dazu war eine Pressemitteilung des CDU-Landtagskandidaten Andreas Sturm nach einem Gespräch mit Schwetzinger Landwirten (wir berichteten).

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Der Fraktionsvorsitzende von B90/Die Grünen, Professor Josef Walch, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich sowohl die Fraktion als auch der Ortsverband (OV) der Grünen immer wieder und sehr kontinuierlich mit diesem Thema beschäftigt und dabei stets den Dialog mit den betroffenen Schwetzinger Landwirten gesucht habe. Walch hob hervor, dass die Schwetzinger Grünen das Thema auch in das Programm der Kommunalwahl 2019 aufgenommen haben, wo nachzulesen ist: „Eine der wertvollsten Auenlandschaften des Landes und ein wichtiges Naherholungsgebiet sind die Schwetzinger Weisen. Hier wollen wir den Biotopverbund voranbringen: den Zebrastreifen für Wildbienen und Schmetterlinge. Landwirte sollen im Schutzgebiet weiter wirtschaften – aber im Einklang mit der Natur“, wird in einer Pressemitteilung der Grünen zitiert.

Stadträtin und OV-Vorsitzende Dr. Susanne Hierschbiel erinnerte an die gemeinsame Exkursion 2019 mit zahlreichen Schwetzinger Landwirten unter der Leitung des damaligen Staatssekretärs im Umweltministerium, Dr. André Baumann, der die Entstehung und Bedeutung diese Auenlandschaft ausführlich erläuterte: „Es kam damals“, so Walch, „zu einem sehr produktiven Dialog und Meinungsaustausch mit den Landwirten, bei allen gegensätzlichen Auffassungen.“ In der Folge 2020 führten die Landwirte ein ausführliches Gespräch mit Dr. Baumann über die Schwetzinger Wiesen in den Redaktionsräumen der Schwetzinger Zeitung, die umfassend darüber berichtete. Was deutlich wurde als Fazit des Gesprächs: Es gilt einen Ausgleich zwischen Ökonomie und Ökologie zu finden. In allen Gesprächen war das Interesse an einer naturnahen Bewirtschaftung durch die Landwirte spürbar.

Auftrag zur Machbarkeitsstudie

Was von Bedeutung ist, aber in der Pressemitteilung von Andreas Sturm unverständlicherweise nicht angesprochen wurde, ist die Tatsache, dass die Höhere Naturschutzbehörde mit der Abteilung Landwirtschaft des Regierungspräsidiums Karlsruhe im Frühjahr 2019 eine „Machbarkeitsstudie Schwetzinger Wiesen“ in Auftrag gegeben hat. Auf den Internetseiten des Regierungspräsidiums finden sich dazu umfassende Aussagen: „Aus der Sicht des Regierungspräsidiums Karlsruhe sollten die Schwetzinger Wiesen dabei sowohl als wichtiges, ökologisch wertvolles Gebiet und wertvoller Naherholungsraum als auch als Standort für eine naturschutzverträgliche, standortangepasste und wirtschaftlich nachhaltig tragfähige landwirtschaftliche Nutzung erhalten werden.“ Ausgehend von diesen Aussagen ist die Aussage, warum hier „die Landwirte in die Ecke gedrängt“ werden, unverständlich. Das Gutachten des Regierungspräsidiums soll Ende 2021 vorliegen, dann gilt es auf dieser Grundlage weitere Gespräche über die Zukunft der Schwetzinger Wiesen mit allen Beteiligten zu führen.

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Da die Wiesen auf Schwetzinger Gemarkung liegen, werden sie dann wieder auf der Tagesordnung des Gemeinderats stehen. „Wir“, so Josef Walch abschließend, „werden weiterhin das offene, konstruktive Gespräch mit den Landwirten suchen, um auf breiter Ebene zu guten, nachhaltigen Lösungen für die Zukunft der Schwetzinger Wiesen zu kommen.“ zg

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