Grüne Jugend - Diskussion mit Staatssekretärin Gisela Splett über Klimaschutz und Mobilität Gute Erreichbarkeit im Fokus

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zg
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Region. 1,5 Grad Celsius sei das Ziel. Dieses gelte es, im Klimaschutz auf jeden Fall zu erreichen. Darüber seien sich alle Besucher der jüngsten Online-Veranstaltung der Grünen Jugend Kurpfalz-Hardt einig, heißt es in einer Pressemitteilung. Eingeladen waren alle an junggrünen Inhalten interessierte Menschen zu einem Online-Talk. Doch damit nicht genug: An diesem Nachmittag gab es für die Jugendparteien-Gruppe der Grünen im Kreis auch noch das Thema Mobilität zu besprechen. Damit wurden wohl zwei der größten politischen Herausforderungen dieser Zeit aufs Tapet gebracht, die auch gerade im Wahlkampf um den Landtag eine hohe Wichtigkeit ausmachen.

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Zu Gast war deshalb der Staatssekretär des Staatsministeriums, Bevollmächtigte des Landes beim Bund und aktuelle Landtagskandidat, Andre Baumann, der gemeinsam mit der Staatssekretärin im Finanzministerium, Gisela Splett, einen Impulsvortrag vor einer offenen Diskussion hielt. Baumann stellte fest, dass der Klimawandel die größte Herausforderung in der Menschheitsgeschichte sei. „Wir müssen jetzt und auf Dauer mit ganzer Kraft unser Klima schützen, sonst verlieren wir die Welt, wie wir sie kennen. Das Gute ist, wir haben nahezu alle Technologien, um unser Klima zu schützen, Ressourcen einzusparen, sichere Jobs zu schaffen und weiterhin in Wohlstand zu leben. Wir müssen es nur tun.“

Splett betonte, dass Klimaschutz eine Querschnittsaufgabe ist, an der alle politischen Ebenen und alle Ressorts arbeiten müssen. So habe das Finanzministerium des Landes von Nachhaltigkeitskriterien für Finanzanlagen über die Weiterentwicklung des Klimaschutzkonzepts für landeseigene Liegenschaften bis hin zu Klimaschutz in landesbeteiligten Unternehmen etliche Maßnahmen ergriffen. Besonderer Handlungsbedarf bestünde noch im Verkehrsbereich: „Verkehr ist der Bereich, in dem es seit 1990 leider keine Reduktion der CO2-Emissionen gab.“ Das Landesverkehrsministerium habe viele Maßnahmen für die Mobilitätswende ergriffen, die bundespolitischen Rahmenbedingungen zeigten aber noch in eine andere Richtung.

Jetzt Maßnahmen ergreifen

Verschiedene Äußerungen gab es aus der Runde nach der Frage einer Erreichung zu einer bestimmten Jahreszahl, in der Klimaneutralität in Baden-Württemberg erreicht werden müsse. Hierzu entgegnete Splett: „Es ist wichtig, dass wir jetzt die Maßnahmen ergreifen, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen.“ Die Diskussion müsse sich darauf fokussieren, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, statt um Zielgrößen für bestimmte Jahre zu kreisen, so Splett.

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Carolin Bögle, Sprecherin der Jugend-Kreisgruppe, ergänzte, dass man Kommunen von der Landesseite aus auffordern und verpflichten müsse Klimaschutz aktiv anzugehen und Pläne dafür aufzustellen. Dies müsse zu einer Pflichtaufgabe werden.

Eine Überleitung stellte Alexander Mansel (Sprecher der Grünen Jugend und Gemeinderat in Neulußheim) in einer Live-Umfrage dar. „Das Thema Mobilität haben wir gewählt, da Klimaschutz und Mobilität miteinander Hand in Hand gehen, die Verkehrswende ist in vollem Gange und wir werden nicht vorankommen, wenn wir weiter am Verbrennungsmotor festhalten“, leitete Mansel ins Thema ein. Verkehr sei vielfältig und müsse als vernetztes Zusammenspiel verschiedener Verkehrsmittel betrachtet werden, so Mansel.

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Einer Besucherin kam es zur Definition einer guten Erreichbarkeit darauf an, dass man beispielsweise von zu Hause aus direkt, ohne einen Gedanken an einen Fahrplan verschwenden zu müssen, sofort einen Anschluss mit einem Verkehrsmittel von einer Haltestelle aus erhält. Ein anderer Aspekt war es, innerhalb einer halben Stunde ohne eine große Abhängigkeit in der Tages- und Nachtzeit, ohne einen Verbrauch von CO2 und so individuell wie möglich ans Ziel zu kommen. Damit wurden verschiedene Dimensionen von Mobilität bewusst. Es geht nicht nur um Taktung, es geht um Effizienz und darüber hinaus das Einsparen von Emissionen.

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Ebenso wurde das Thema Sicherheit im Straßenverkehr im Kreis als mittelmäßig bewertet; es gebe darüber hinaus in den jeweiligen Heimatorten der Teilnehmenden überwiegend zu viele Autos. Dem könne man nach Ansicht aller entgegenwirken, indem in allen räumlichen Bereichen gut nutzbare Sharingangebote etabliert würden. Menschen müssten dazu bewogen werden, weniger den eigenen Pkw (oder auch das Zweitfahrzeug) zu nutzen.