SWF-Bürgerforum: Kontroverse Diskussion über den Schlossplatz-Umbau / "Verkehrschaos vorprogrammiert" Im Spannungsfeld zwischen Vision und Wirklichkeit

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"Die Verkehrsproblematik ist nicht zu Ende gedacht und erst recht nicht annährend gelöst", brachte es ein Besucher des SWF-Bürgerforums am Montagabend auf den Punkt. Zahlreiche interessierte und informierte Gäste nahmen die Gelegenheit wahr, mit den SWF-Gemeinderäten Dr. Jürgen Grimm, Carsten Petzold, Karl Rupp und Ulrike Münch den Umbau des Schlossplatzes zu diskutieren, der bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag beschlossen werden soll.

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"Es gibt tatsächlich noch Diskussionsbedarf bei grundlegenden Fragen - wie eben der Auswirkungen des umgebauten Schlossplatzes als verkehrsberuhigtem Bereich, das heißt Tempo 7 km/h, aber auch bei der optischen Gestaltung", fasste SWF-Vorsitzende Inge Melkus zusammen.

Die geplante Anordnung der beiden Baumreihen widerspreche dem barocken Charakter des Platzes und auch die alten Lampen durch neue zu ersetzen fand nicht einhellige Zustimmung, heißt es in einem vom SWF verfassten Pressebericht. Die Kosten betragen bislang 3,256 Millionen Euro, durch Zuschüsse von Bund und Land, die allerdings ebenfalls vom Bürger aufgebracht werden, verringern sich die Kosten für die Stadt auf 2,7 Millionen.

Allerdings muss die gesamte Maßnahme über die Neuverschuldung finanziert werden, da keine Rücklagen mehr vorhanden sind, wie Fraktionssprecher Dr. Grimm anführte.

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Anlass zur Sorge bereitete bei den Forum-Gästen die Tatsache, dass zeitgleich mit dem Umbau in der Carl-Theodor-Straße auch der Kreisel Nadlerstraße/Mühlenstraße realisiert wird. "Da ist das Verkehrschaos in Schwetzingen doch vorprogrammiert", meinte ein Besucher.

Wie schwierig die Baumaßnahme umzusetzen ist, zeigte sich auch bei dem Einwand: Warum eigentlich im Herbst und Winter gebaut werden müsse, wo witterungsbedingte Einflüsse zu Verzögerungen führen müssen? "Die Gastronomie des Schlossplatzes will auf das einträgliche Sommergeschäft nicht verzichten", sagte Stadtrat Karl Rupp, "und das ist durchaus verständlich." Der Spagat zwischen der Vision eines dem Weltkulturerbe kompatiblen Schwetzingen und der Wirklichkeit vor Ort ist schwierig und der Gemeinderat ist am Donnerstag bei seiner Entscheidung nicht zu beneiden. bg