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Initiative in Schwetzingen schickt Krankenwagen ins ukrainische Krasnograd

Initiative von Tischmacher Weine für die Ukraine findet großen Anklang – und weitere Unterstützer

Von 
Andreas Lin
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Ole Tischmacher (v. l.), Steffen Groß, Ana German und ihre Tochter Viktoriia, Steffen Groß, Dr. Beate Lauscher-Schüller, Dr. Hans-Jürgen Scholz, Andrea Hartmann und Dr. Thorsten Kumlehn vor dem Rettungswagen. © Lin

Schwetzingen. Hier hat sich wieder einmal gezeigt, was ein gutes Netzwerk bewirken kann: An diesem Sonntag fährt ein Rettungswagen Richtung Ukraine – zuerst nach Lwiw, dann weiter nach Krasnograd. Finanziert wurde das dort dringend benötigte Fahrzeug samt weiterer medizinischer Hilfsgüter komplett durch eine Initiative aus Schwetzingen, die von Weinhändler Ole Tischmacher und dem evangelischen Pfarrer Steffen Groß ins Rollen gebracht worden war – und von der Schwetzingerin Anna German, die aus dem ukrainischen Krasnograd stammt.

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„Wir wollten etwas Besonderes tun“, erinnerte sich Steffen Groß bei der Präsentation des Wagens an die ersten Gespräche mit Tischmacher und German. Der Schwetzinger Weinexperte klopfte bei seinen Winzern und Lieferanten an – und rannte offene Türen ein. Alle unterstützten ihn: So entstand eine Versteigerung exklusiver Weine, die es nirgends im Handel zu kaufen gibt. Auf seine treuen Kunden konnte sich Tischmacher verlassen: Die von den Kellermeistern signierten Raritäten fanden bei seinen Weinfestspielen auf dem Schlossplatz schnell Bieter und so kamen 10 500 Euro zusammen. Weitere Unterstützer fanden sich im Ärztenetz Schwetzingen, dem Rotary-Club Schwetzingen – Kurpfalz, mehreren Privatleuten und der evangelischen Kirchengemeinde. So kamen noch einmal 5500 Euro zusammen.

Von diesem Geld konnte der der ukrainische Hilfsverein OBOZ jetzt einen gebrauchten Krankenwagen aus Frankreich kaufen, den Pfarrer Groß höchstselbst in Lahr abholte. Außerdem wurden dringend benötigte Medikamente finanziert, berichteten die Initiatoren. Die Schwetzinger Ärzte Dr. Thorsten Kumlehn, Dr. Markus Roth und Dr. Dr. Wolfgang Klein steuerten zudem Verbandsmaterial und medizinische Geräte bei.

Wie von Anna German zu erfahren war, litt das Gesundheitssystem in der Kleinstadt Krasnograd, 100 Kilometer südwestlich von Charkiw gelegen, schon vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine unter Überlastung. In medizinischen Notfällen hätten die Patienten oft viel zu lange warten müssen, bis ein Rettungswagen eintraf. Der Krieg habe die Situation noch massiv verschlimmert, weil viele Menschen aus dem Kriegsgebiet nach Westen geflüchtet sind – auch nach Krasnograd. „Dort werden nun umso dringender Krankenwagen gebraucht“, berichtete sie und hatte fast Tränen in den Augen, als sie das Ergebnis der Hilfsaktion zur Kenntnis nahm. Schließlich leben noch viele Familienangehörige in der Heimat, die nur etwa 120 Kilometer von der Front entfernt liegt.

Ole Tischmacher und Steffen Groß hoffen, dass sie mit ihrer Aktion nicht alleine bleiben: „Wir wollen Nachahmungstäter inspirieren“, sagen sie und Anna Germann nickt.

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Veröffentlicht
Von
Sabine Geschwill
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Autor Stv. Redaktionsleiter + Lokalsportchef Schwetzinger Zeitung

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