Aktion - Onlinediskussion zum Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen

Inklusion eine Stimme geben

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zg
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Wie steht es in Schwetzingen um die Themen Inklusion und Barrierefreiheit? Was ist im vergangenen Jahr passiert? Was ist noch zu tun? Der Mittwoch, 5. Mai, ist ein gutes Datum, um diesen Fragen nachzugehen und sie zu diskutieren. Denn jedes Jahr am 5. Mai findet der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen statt (wir berichteten).

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Dieser wurde vor 29 Jahren von der Interessensvertretung Selbstbestimmtes Leben Deutschland (ISL) ins Leben gerufen. Am Europatag des Europäischen Parlaments fordern Menschen mit Behinderungen eine europaweite rechtliche Gleichstellung und gleiche Teilhabechancen wie alle anderen Menschen auch.

Aus diesem Anlass feiert der Runde Tisch „Inklusives Schwetzingen“ seine Online-Premiere. „Über ein Jahr lang konnten wir keine Sitzung mehr mit den Bürgerinnen und Bürgern abhalten. Aber zum 5. Mai möchten wir wieder in Kontakt kommen und laden darum zu einer digitalen Veranstaltung ein“, berichtet Gerhard Rummel von der Planungsgruppe des „Runden Tisch inklusives Schwetzingen“.

Beim Bürgerforum geht es ganz um das Motto des Protesttags. Dieses lautet: „Deine Stimme für Inklusion – mach mit!“. Damit wird natürlich zum einen auf das Superwahljahr 2021 angespielt. Zum anderen weist das Motto aber auch darauf hin, dass Inklusion nach wie vor viele laute Stimmen benötigt, um gehört und umgesetzt zu werden. „Für diesen Abend haben wir uns ein besonderes Programm ausgedacht“, berichtet Patrick Alberti. „Wir möchten herausfinden, wo wir in Sachen Inklusion stehen und was wir tun können, damit Inklusion in die Gänge kommt“. Dazu soll neben einem kurzen filmischen Impuls auch ein Überblick über den Umsetzungsstand der UN-Behindertenrechtskonvention gegeben werden, die ja bereits seit zwölf Jahren in Deutschland gilt. „Aber vor allem möchten wir an diesem Abend ein Gefühl für gelebte Inklusion bekommen und möglichst viele der Stimmen aus der Bürgerschaft zur Inklusion sammeln. Einerseits um darauf aufmerksam zu machen, dass es noch viel zu tun gibt, andererseits um auf die bisherigen Erfolge zurückzublicken“, erklärt Alberti.

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Schwetzinger Gruppe mit dabei

Die Mitglieder der Planungsgruppe haben sich bei der Organisation des 5. Mai schon ihre ganz persönlichen Gedanken dazu gemacht, was Inklusion für sie bedeutet und wo sie ihnen besonders am Herzen liegt: „Mir ist wichtig, im stetigen Dialog Vorurteilen, Ausgrenzung und diskriminierenden Haltungen entgegenzuwirken, weil jeder Mensch gleichberechtigt dazu gehört. Nur wissen es noch nicht alle!“, erklärt Anne-Marie Ludwig.

Gerhard Rummel findet, dass lebenslanges Lernen ein Menschenrecht sei. „Viele Menschen können nicht mehr an Bildungsveranstaltungen teilnehmen. Zum Beispiel weil sie nicht barrierefrei sind. Eine Barriere kann auch die späte Anfangszeit am Abend sein.“ Und er stimmt den Initiatoren des Protesttags zu: „Die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen muss auf jeden Fall ein europäisches Projekt sein, denn auf Reisen haben meine Frau und ich gemerkt, dass Inklusion auch in den europäischen Nachbarländern noch ausbaufähig ist.“ Für Ulla Coppius ist Inklusion von Gemeinschaft geprägt: „Inklusion ist ein Miteinander, Füreinander und Zueinander. Ein Menschenbild, welches Gesellschaft von innen heraus prägt. Inklusion ist dann erreicht, wenn wir nicht mehr darüber sprechen müssen. Jeder Mensch ist so viel mehr.“

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Und das gilt natürlich auch für das Thema Bildung, findet Gundula Sprenger: „Inklusion bedeutet für mich, von einem defizitären Denkansatz wegzukommen. Als Leiterin der Volkshochschule Bezirk Schwetzingen will ich mich mit meinem Team und unseren 200 Dozenten für Ideen, Wege und Projekte einsetzen, damit Teilhabe gelingen kann. Inklusion bedeutet letztlich keine Sonderlösungen für Menschen mit Behinderung, sondern Bildungsmöglichkeiten für alle zu bieten. Dies ist ein anspruchsvoller Weg, auf dessen Anfangsstrecke wir uns bewegen.“

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Für Nicole Blem wäre es wichtig, dass die Inklusion auch im Freizeitbereich ankommt. Als Inklusionsbeauftragte der Stadt Schwetzingen arbeitet sie intensiv daran, die Vereine mit ins Boot zu holen. „Inklusion bedeutet auch, aktiv in unserer Stadt am Leben teilzunehmen und dies im Besonderen auch in den Vereinen. Denn in einem Verein finden sich alle Gesellschaftsschichten von jung bis alt wieder und letztendlich ist diese Vielfalt eine Bereicherung für alle.“

Los geht es am Mittwoch, 5. Mai, um 17 Uhr. Die Zugangsdaten gibt es nach einer Anmeldung per E-Mail an rundertisch-inklusives@schwetzingen.de oder telefonisch unter 06202/87-493. Nicole Blem hilft auch in Bezug auf Unterstützung weiter (etwa Gebärdensprache). zg