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Haus & Grund - Fachanwalt Wolfgang Reineke erklärt die WEG-Reform und was sie für Änderungen für die Vermieter mit sich bringt

Ist nun alles einfacher – oder vielleicht doch nicht?

Von 
zg
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Im Dezember 2020 ist eine Novelle des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) in Kraft getreten, die zahlreiche Neuerungen gebracht hat. Doch hat sie alles einfacher gemacht? Eigentümer und Vermieter konnten sich im Vortragsraum des Welde-Brauhauses einen Einblick verschaffen. Eingeladen hatte Haus & Grund – Referent war der zweite Vorsitzende und Fachanwalt Wolfgang Reineke.

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Vereinfacht worden ist die Beschlussfassung der Eigentümerversammlung. Bindende Entscheidungen konnten bisher oft nur mit einer gewissen Mindestzahl von Eigentümern und bestimmten Mehrheiten gefasst werden. Jetzt ist jede ordnungsgemäß durchgeführte Eigentümerversammlung beschlussfähig und die Versammlung kann über alle Beschlussvorlagen mit einfacher Mehrheit entscheiden, so Reineke. Ein weiterer Vorteil in der Praxis: Sogenannte Umlaufbeschlüsse können jetzt in „Textform“ gefasst werden, bisher war dafür die „Schriftform“ vorgegeben: Damit ist nun eine Beschlussfassung per E-Mail möglich.

Auch die Stellung des Verwalters wurde maßgeblich verändert. Verwalter müssen jetzt zertifiziert sein und unterliegen einer Fortbildungsverpflichtung. Ihr Handlungsspielraum wurde erweitert, da sie jetzt eigenständig über Maßnahmen mit „untergeordneter Bedeutung“ entscheiden können, etwa im Umgang mit Handwerkern. Allerdings tragen sie hierfür auch die volle Verantwortung. Und ein aus Sicht der Eigentümer ungeeigneter Verwalter kann jederzeit und ohne Begründung mit einfacher Mehrheit von der Eigentümerversammlung abberufen werden.

In der Praxis steht dem Verwalter oft ein Beirat zur Seite, obwohl es eine gesetzliche Vorgabe hierzu nicht gibt. Bislang mussten es genau drei Beiratsmitglieder sein, davon ein Vorsitzender. Jetzt gibt es keine vorgeschriebene Anzahl an Beiratsmitgliedern mehr und die bisherige Unterstützungsfunktion des Beirats wird jetzt durch eine Überwachungsfunktion ergänzt. Jeder Eigentümer hat nach dem neuen Recht einen Anspruch auf erleichterte Durchführung so genannter „privilegierter Baumaßnahmen“, etwa bei Elektromobilität, Barrierefreiheit, Einbruchschutz oder schnellerem Internet.

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Auch wichtig für die Praxis: Die Betriebskostenabrechnung bei vermieteten Immobilien richtet sich nun nach dem Verteilerschlüssel der Eigentümergemeinschaft. Der Vermieter muss also nicht mehr neu rechnen, sondern kann seine eigene Betriebskostenabrechnung direkt an den Mieter weiterreichen. zg

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