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Ausstellung - Josef Walch im Heidelberger Forum vertreten

„Judenstern“ künstlerisch umgesetzt

Von 
zg
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Unter großem Publikumsinteresse wurde im Heidelberger Forum für Kunst die Ausstellung „2021. Was bleibt – Jüdisches Leben in Deutschland“ eröffnet. Unter den ausstellenden Künstlern ist auch der Schwetzinger Professor Josef Walch, der mit drei Arbeiten in der Ausstellung vertreten ist. Auf der Basis einer bundesweiten Ausschreibung haben sich fast 400 Künstlerinnen und Künstler beworben, 140 wurden von einer Jury ausgewählt.

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Das Besondere an der Ausstellung ist die Begrenzung der Arbeiten auf ein kleines Format der Arbeiten (DinA4), sicher für viele Künstler eine Herausforderung, aber gleichzeitig die Chance, viele unterschiedliche Positionen zum Thema zu zeigen. Dieses Konzept, und das zeigt die Ausstellung, ist voll aufgegangen. In einer umfangreichen künstlerischen Spurensuchen über 1700 Jahre jüdischen Lebens in Deutschland entfaltet sich ein äußerst vielfältiges Panorama jüdischen Lebens mit der Darstellung bedeutender Persönlichkeiten, Momenten des Alltagslebens, vielfältigen Zeichen und Symbolen.

Statement gegen Antisemitismus

Blick in die Ausstellung mit den Arbeiten von Josef Walch zum Thema „Judenstern“ (2. Reihe v. l.). © Walch

So geht Josef Walch in seinen drei Arbeiten auf den sogenannten „Judenstern“ ein. Er bestand aus zwei überlagerten, schwarzumrandeten gelben Dreiecken, die einen handtellergroßen sechszackigen Stern nach Art eines Davidsterns bildeten. Darin befand sich die schwarze Aufschrift „Jude“, deren geschwungene Buchstaben die hebräische Schrift verhöhnen sollten. Mit dem 1. September 1941 waren alle jüdischen Bürgerinnen und Bürger im Deutschen Reich und in den von Deutschen besetzten Gebieten verpflichtet, diesen Stoffstern zu tragen.

Mit diesem, der Diffamierung und Ausgrenzung dienenden Kennzeichen ließen sich die Träger leichter für die damals beginnenden planmäßigen Judendeportationen in die von den Nationalsozialisten eingerichteten Ghettos, Konzentrationslager und Vernichtungslager in Europa auffinden. Der „Judenstern“ war somit eine öffentlich sichtbare Maßnahme zur Durchführung des Holocausts.

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Walchs Arbeiten zeigen ein anonymes Paar, das dieses Zeichen trägt und den Eingang zum jüdischen Friedhof in Heidelberg mit diesem Symbol am Eingangstor. Die Ausstellung versteht sich auch als Statement gegen den zunehmenden Antisemitismus. Im umfangreichen Begleitprogramm der Ausstellung wird Professor Josef Walch an diesem Dienstag, 6. Juli, um 19.30 Uhr in den Räumen der Ausstellung den Vortrag „Der jüdische Künstler Felix Nussbaum“ halten. zg

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