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Kommentar Lassen wir den Käse!

Vanessa Schäfer ist Veganerin und Ernährungsberaterin. Sie gibt im Veganuary einen Monat lang Impulse für ein bewussteres vitaleres Leben.

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Vanessa Schäfer
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Also auf Käse könnte ich nie verzichten! – Punkt. Käse ist der Heilige Gral aller Vegetarier. Das war bei mir nicht anders. Käse war die letzte tierische Zutat, die ich von meinem Speiseplan gestrichen habe – als ich mich im Oktober 2017 selbst auf eine 30-Tage-Vegan-Challenge begeben habe. Seither ist der Käse nie wieder auf meinen Teller zurückgekehrt. Der Entzug war geschafft! Kalt und ohne es zu merken.

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Entzug? Ganz genau! Die Tatsache, dass wir auf geschmolzenen Cheddar, Back-Camembert, gegrillten Schafskäse, Parmesan und Co. so schwer verzichten können, liegt schlichtweg daran, dass wir süchtig danach sind. Käse enthält Casein, ein Eiweiß in der Milch, das zur Käseherstellung verwendet wird. Im Zuge der Verdauung wird dieses Protein im Magen zu Casomorphin umgewandelt. Und das macht im Körper nichts anderes als andere Morphine: Er triggert und stimuliert die Rezeptoren im Gehirn. Die Folge: Wir erleben beim Käseverzehr ein richtiges Hochgefühl und werden high – ein bisschen so wie bei harten Drogen. Deshalb haben Wissenschaftler diesem Phänomen „Milchprodukte-Crack“ als Namen gegeben.

Natürlich ist die Wirkung von Käse sehr viel geringer als bei Crack oder in der Schmerztherapie eingesetzten Opioiden. Das Suchtpotential ist dennoch sehr hoch. Wir sind quasi im Käserausch, wenn wir Mozzarella, Bergkäse und Gouda vertilgen. Lässt man für einige Zeit aber den Käse sein, sind wir clean – und das Bedürfnis, hier und da mal ein Stückchen Käse zu naschen, ist gegessen.

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