Leidenswege werden aufgezeigt

Von 
zg
Lesedauer: 

Am 9. November 1938 brannten in Deutschland die Synagogen und Gebetsräume, jüdische Mitbürger wurden verschleppt und später ermordet. Auch in Schwetzingen wüteten die Schergen der Nationalsozialisten, verwüsteten die Gebetsräume in der Heidelberger Straße, selbst eine Tora-Rolle ging in Flammen auf.

Die Erinnerung an diese Nacht und an das Leid der jüdischen Mitbürger in Schwetzingen wachhalten – dieses Anliegen hat ein Bündnis der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK), des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Stadt Schwetzingen sowie interessierte Bürger zusammengebracht, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. Es lädt am Mittwoch, 9. November, zu einem doppelten Gedenken in Schwetzingen ein: um 18.30 Uhr an das Mahnmal in der Zeyherstraße und um 19 Uhr dann zu einer Stunde mit Wort und Musik in der evangelischen Stadtkirche.

In diesem Jahr stehen Leidenswege von Schwetzingen ins Konzentrationslager (KZ) Theresienstadt im Mittelpunkt: Mitglieder der Evangelischen Jugend haben mit Unterstützung des ehemaligen Schuldekans Kurt Glöckler die Biographien von Betty Hanf und Robert Goldschmidt nachgezeichnet, die in das KZ im heutigen Tschechien verschleppt wurden.

Mehr zum Thema

Bündnis der Erinnerung

Der Pogromopfer gedenken mit Blick auf deren Leidenswege

Veröffentlicht
Von
Kurt Glöckler
Mehr erfahren

Auch die Musik weist nach Theresienstadt. Das Duo Tomaris (Schömberg) spielt den ersten Satz des Duos für Violine und Viola des jüdischen Komponisten Zikmund Schul (1916 – 1944). Schul schrieb dieses Werk während seiner Inhaftierung in dem KZ, dort wurde es auch zum ersten Mal aufgeführt. Nach dem Krieg gingen die ersten 73 Takte des Stücks verloren – bis die Komponistin Tamara Ibragimova, Jahrgang 1958, aus Ketsch das Werk genau analysierte und die fehlenden Teile rekomponierte.

Außerdem erklingt das Werk „Lamento“ von Ibragimova, das dem Andenken der Kinder von Theresienstadt und allen Opfern von Gewalt gewidmet ist, heißt es in er Pressemitteilung weiter. Thomas Gerlinger vom Duo Tomaris wird dazu Gedichte der Dichterin Ilse Weber (1903 – 1944) aus dem KZ lesen – der Titel: „In deinen Mauern wohnt das Leid“. zg