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Erinnerungskultur - Persönliche Einblicke in die Nazizeit

Lesung: Nichts als das nackte Leben

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„Nichts als das nackte Leben“ – diesen Titel trägt eine Lesung aus dem Buch von Gerda Weissmann-Klein und dem Schriftwechsel von Kurt Klein in der Volkshochschule Bezirk Schwetzingen, die am Mittwoch, 22. Juni, von 18.30 bis 20 Uhr vorgesehen ist.

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In ihrem 1957 erschienenen ersten Buch „All But My Life“ schreibt Gerda Weissmann-Klein über ihre Kindheit, Familie, die Heimatstadt Bielitz (30 Kilometer entfernt von Auschwitz) und die sechs schlimmsten Jahre ihres Lebens. Die demütigenden Momente, die für die jüdische Familie mit dem Einzug der Nazis in Bielitz verbunden waren, haben Ähnlichkeit zum Schicksal und dem Erleben von Kurt Klein und seiner Familie in Walldorf. Im Mittelpunkt stehen quälende Schilderungen des jahrelangen Leidenswegs von Gerda durch mehrere Arbeitslager, die jedoch auch nachfühlbar machen, wie viele positive Energien sie selbst hier besaß. Sie überlebt den monatelangen grausamen Todesmarsch als eine von wenigen. Im letzten Teil des Buchs steht ihre wundersame Begegnung mit Kurt Klein aus Walldorf und ihre Rettung nach Wochen eines kritischen Gesundheitszustands im Vordergrund.

„All But My Life“ gilt in den USA als ein Klassiker der Holocaust-Literatur. Eine deutsche Übersetzung erschien erstmals 1999. Das South-ern Poverty Law Center nahm den Film „One Survivor Remembers“ (nach dem Buch von Gerda W. Klein) in seine Reihe Teaching Tolerance auf. Dort wurden über 1300 Kopien des Films sowie Unterrichtsmaterial an Schulen und Jugendorganisationen verteilt.

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Veröffentlicht
Von
Maria Herlo
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In einem amerikanischen Dokumentarfilm berichtete ihr Mann Kurt Klein 1994 über seine vergeblichen Bemühungen, seine Eltern aus Walldorf in die USA zu holen; zum Teil selbst aus den Originalbriefen vorlesend. Kurt Klein kämpfte im Zweiten Weltkrieg in der US-Armee gegen Nazideutschland. Er war einer der „Ritchie-Boys“, wie etwa auch Stefan Heym, Hans Habe oder Klaus Mann. Aus den für Gerda und Kurt schwierigen Jahre 1945/46 gibt es einen anschaulichen und berührenden Briefwechsel, den die beiden, kommentiert, im Jahr 2000 in dem Buch „The Hours After“ publizierten.

Diese Lesung wird in Kooperation mit der Badischen Heimat innerhalb von „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ und der evangelischen Erwachsenenbildung Rhein-Neckar-Süd initiiert und soll dazu dienen, gemeinsam über Nazideutschland ins Gespräch zu kommen. Der ist Eintritt frei, um eine Anmeldung bis 17. Juni unter der Nummer 06202/2 09 50 wird gebeten.

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