Rokokotheater

Mit „Ulysses“ in den barocken Schwetzinger Winter starten

Die dreiaktige Barockoper „Ulysses“ von Reinhard Keiser eröffnet das diesjährige Barockfest „Winter in Schwetzingen“ am 3. Dezember 2022. Reinhard Keisers Werk wird aufgeführt nach einer Inszenierung von Nicola Raab.

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zg
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Schwetzingen. Das wird spannend: Am Samstag, 3. Dezember, um 19.30 Uhr eröffnet die dreiaktige Barockoper „Ulysses“ von Reinhard Keiser das diesjährige Barockfest „Winter in Schwetzingen“. In der Regie von Nicola Raab feiert „Ulysses“ im Rokokotheater nicht nur sein 300-jähriges Werkjubiläum, sondern kommt in einer neuen Fassung auch erstmals wieder szenisch auf die Bühne.

Annäherung nach 20-jähriger Abwesenheit von Odysseus an seine Penelope. Jetzt kommt das Stück auf die Bühne des Rokokotheaters. © Theater HD/Ulrike Czoch-Rudolph

Dirigent und Barockvirtuose Clemens Flick rekonstruierte das Opernfragment unter Verwendung des Original-Librettos von Friedrich Maximilian von Lersner und weiterer Musiken von Keiser. Damit wendet sich bereits im vierten Jahr das Barockfest unter der künstlerischen Leitung des Heidelberger Operndirektionsteams Ulrike Schumann und Thomas Böckstiegel Wiederentdeckungen des deutschen Barocks zu.

An der berühmten Hamburger Oper am Gänsemarkt galt Reinhard Keiser neben Georg Philipp Telemann als stilprägend für die früh-deutsche Oper. Mit großer Einfachheit und einer Transzendenz, die an Johann Sebastian Bach erinnert, erzählt „Ulysses“ von dem Teil des antiken Epos um den Helden Odysseus, der sich am Ende seiner Reise bei seiner Rückkehr nach Ithaka ereignet: 20 Jahre lang blieb Penelope Odysseus treu, doch nach dem trojanischen Krieg erlebt der griechische Held sein altes Zuhause ganz anders, als er es in Erinnerung hat. Zauberin Circe stellt das Ehepaar auf eine harte Probe, als sie versucht, Odysseus mit unlauteren Mitteln für sich zu gewinnen.

Henryk Böhm in der Hauptrolle

Die Figur des Ulysses wird auf der Bühne von Bariton Henryk Böhm verkörpert, Penelope singt die Sopranistin Jutta Böhnert. Zu hören sind außerdem Dora Pavlíková als Circe, die in Schwetzingen zuletzt bei „Was frag ich nach der Welt!“ zu hören war, Andrew Nolen als Urilas, die Ensemblemitglieder Theresa Immerz (Cephalia) und João Terleira (Eurilochus) sowie Manuela Sonntag und Elena Trobisch als Amouretten. Als Erzähler wird Schauspieler Klaus Brantzen zu erleben sein.

Die international anerkannte Regisseurin Nicola Raab nutzt mit ihrer Ausstatterin Madeleine Boyd die Vorlage der abwechslungsreichen Geschichte, die diverse illustre Charaktere aus Götter- und Unterwelt bietet und kreiert hieraus einen eigenen Imaginationsraum. Was geschieht nach 20 Jahren Abwesenheit zwischen zwei Menschen? Das ist die große Frage der Aufführung. Nach der Premiere am 3. Dezember gibt es weitere Vorstellungen am 6., 8., 11., 16., 23., 29. Dezember, sowie am 14., 22., 30. Januar und letztmals am 2. Februar.

Neben „Ulysses“ stehen eine Reihe hochrangiger Konzerte auf dem Programm des Barockfestes. Das Herz bildet in diesem Jahr die Musik Johann Sebastian Bachs. Am Samstag, 10. Dezember, werden bei „Weihnachten mit der Bach-Familie“ neben der Musik des berühmten Vaters Bach auch Kompositionen seiner Söhne in der Peterskirche zu hören sein.

Beim „Weihnachtskonzert“ mit dem Philharmonischen Barock-Orchester Heidelberg unter der Leitung von Thierry Stöckel werden am 17. und 22. Dezember im Rokokotheater Schwetzingen und am 26. Dezember im Marguerre-Saal des Theaters und Orchesters Heidelberg Werke von Antonio Vivaldi und Johann Sebastian Bach aufgeführt.

Im Programm „Song of Songs – das Lied der Lieder“ sind am Freitag, 30. Dezember, die betörenden Stimmen von Catalina Bertucci und Countertenor Benno Schachtner und die Diademus Concertisten zu hören: Das ist übrigens das Debüt für die beiden Barockstars im Schwetzinger Rokokotheater und durchaus sehenswert.

Unterhaltung für Groß und Klein

Beim Familienkonzert am Sonntag, 18. Dezember, lädt das Ensemble TARS junge Musikfans ab fünf Jahren zu einer Reise durch den „Frühling im Garten des Riesen“ ein. Anhand liebevoll zusammengestellter Barockmusik wird im Mozartsaal Oscar Wildes Märchen vom selbstsüchtigen Riesen erzählt.

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