Öffnen – und zwar jetzt!

Katja Bauroth bekräftigt Forderungen des Handelsverbandes

Von 
Katja Bauroth
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Durchhalteparolen verstummen. Hoffnung schwindet. Verzweiflung und Wut machen sich breit. „Macht die Geschäfte wieder auf!“ fordert der Handelsverband Baden-Württemberg (HBW) vor den Corona-Beratungen von Bund und Ländern am Mittwoch. Zu Recht. Die Salamitaktik der Regierung ist nicht nur fatal, sie ist zerstörerisch.

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Wir müssen nur in die Geschäfte in unserer Region schauen, in Schwetzingen. Dort türmt sich die Ware. Die Modeläden beispielsweise bekommen schon die Frühjahrs- und Sommerkollektionen, haben aber noch volle Regale von der zurückliegenden Warenauswahl – und müssen schon wieder für den kommenden Herbst/Winter einkaufen. Nur womit? Woher das Geld nehmen? Der HBW spricht davon, dass zehntausende Existenzen im Südwesten vor dem Aus stehen. Die von Bund und Land in Aussicht gestellten Finanzhilfen kämen weiterhin nicht an, so der HBW. Einzelhändler bestätigen das.

Und selbst wenn das Geld fließt, bleibt für Soloselbstständige nichts. Im Gegenteil: Sie müssen auf Rücklagen – so vorhanden – zugreifen, um das eigene Leben zu wuppen. Und sie müssen seit Dezember zugucken, wie große Lebensmittelläden – mit Bekleidungsabteilungen – weiter geöffnet bleiben. Das ist weder fair noch verständlich.

Der Handel muss jetzt eine Öffnungsperspektive bekommen wie so viele andere Wirtschaftsbereiche auch. Was bitte spricht denn dagegen, Geschäfte zu öffnen? Gerade in den kleinen Boutiquen in Schwetzingen könnten Einkauftermine in Form von „Personal Shopping“ vergeben werden – unter allen funktionierenden Hygienerichtlinien. „Click & Collect“ ist zwar ganz nett, doch auch ein Hemmnis für manche Kunden – das Abholen der Ware, das Anprobieren zu Hause und der neuerliche Weg zurück etwa für den Umtausch. Vor allem jedoch fehlt vielen die persönliche Beratung, für die unsere Einzelhändler stehen. Mir im Übrigen auch. Ein Infektionsrisiko ist bei einer reduzierten Kundenanzahl im Laden sehr gering. Der HBW schließt dieses sogar anhand aktueller Zahlen der Berufsgenossenschaft des Handels aus.

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Die Politik muss sich nicht wundern, wenn in Wahlkampfzeiten das Vertrauen in sie mehr und mehr schwindet. „Sie wollen uns vernichten. Sie wollten die Kleinen und den Mittelstand auslöschen.“ Solche Aussagen ersetzen nun die Durchhalteparolen.

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Ressortleitung Katja Bauroth ist Redaktionsleiterin der Schwetzinger Zeitung/Hockenheimer Tageszeitung.