Geschäftsleben - Karin Saladin von der „Stoff-Laube“ gibt per Video tolle Tipps zum Nachmachen / Sie will für ihr Geschäft kämpfen Online-Beratungsshow rund ums Nähvergnügen in Schwetzingen

Von 
Katja Bauroth
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Der Lockdown strapaziert nicht nur die Nerven, er fordert auch die Hirnzellen in Sachen Kreativität und Flexibilität. Das gilt für viele Bereiche, etwa Gastronomie und Einzelhandel. Es ist immer wieder ermutigend zu sehen, was sich die Geschäftsleute in Schwetzingen einfallen lassen.

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Schaufenster mutieren dabei zu großen Katalogen hinter Glas: Waren werden mit Nummern ausstaffiert, bei der Kleidung werden die vorrätigen Größen dazunotiert. Beinahe täglich ändern sich die Präsentationen, um das reichhaltige Angebot darzustellen und weil scheinbar auch „Click & Collect“ genutzt wird.

Karin Saladin von der „Stoff-Laube“ in der Mannheimer Straße 12 in Schwetzingen bereitet gerade die nächste Live-Verkaufsshow über Facebook vor. Mit dabei sind niedliche neue Stoffe wie dieser mit den süßen Rehen. © Bauroth

In den sozialen Netzwerken stellen manche Buchläden ihre Neuerscheinungen vor, packen sogar ganze „Bücherkisten“, Modeläden fotografieren ihre Schnäppchen und auch schon die neuen Teile der Frühjahrs- und Sommerkollektionen. Teilweise treten sogar Models auf und führen die Outfits vor.

Notlage macht erfinderisch

Für Hingucker auf Facebook sorgt Karin Saladin von der „Stoff-Laube“ in der Mannheimer Straße 12. Sie startete am 12. Februar eine Live-Verkaufsshow, wie sie es nennt. Über 250 Menschen haben verfolgt, wie die 54-jährige Powerfrau Stoffe und Wolle vorstellt und dabei erklärt, was man wie daraus machen kann. In Sachen Nähen ist die gelernte Bekleidungstechnikerin ein echtes Ass. Welche Nadel zu welchem Stoff, welche Naht für den Pulli, was gilt es beim Selbstnähen von Kuscheltieren für Babys zu beachten – Karin Saladin präsentiert wie bei den gängigen Shoppingkanälen im Fernsehen ihre Waren und gibt Anregungen, was daraus entstehen kann. Das Video ist unter https://www.facebook.com/diestofflaube abrufbar. An diesen Freitag geht’s übrigens in die nächste Runde – ab 18 Uhr ist sie wieder live zu sehen.

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Sie macht wie so viele aus ihrer Not das Beste. Der erste Lockdown traf Karin Saladin schon hart – sie hatte den Laden ja gerade erst offiziell zum 1. März 2020 übernommen. Als die Geschäfte wieder öffnen durften, bildeten sich Schlangen vor der „Stoff-Laube“: Bedingt durch die Maskenpflicht wurde das Nähen selbiger zum Hobby vieler. Der zweite Lockdown jedoch zog der Selbstständigen mit ihrer Angestellten dann den Boden unter den Füßen weg. Sie kann erst jetzt Hilfen beantragen, da sie ja bis Mitte Dezember noch geöffnet hatte.

Ein Albtraum, so erzählt die alleinerziehende Mutter zweiter Teenie-Töchter (13, 15), die sich aus Hartz IV herausgekämpft hatte und auf keinen Fall wieder in diese Notlage geraten möchte. Dafür ist sie zu sehr Kämpferin. Also hofft sie darauf, dass die Menschen ihr Handarbeitsherz entdecken oder weiter schlagen lassen und aus den tollen Stoffen, die in ihrem Geschäft lagern, schicke Sachen schneidern wie die Weltmeister. Über 30 000 Teile, so schätzt Karin Saladin, hat sie in ihrem Sortiment, das von ausgefallenen nachhaltigen Knöpfen aus Kronkorken über angesagte Häkeltier-Sets und Schnittmuster für alles Mögliche bis hin zu Brummvorrichtungen für Teddybären reicht.

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Das passende Interieur zum Nähen und Stricken – angefangen von Nadeln bis zu Nähmaschinen – ist auch vorhanden. Aber das erzählt sie gern selbst – in ihrer Facebook-Verkaufsshow oder auch am Telefon für „Click & Collect“-Kunden.

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Info: www.facebook.com/ diestofflaube

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Ressortleitung Katja Bauroth ist Redaktionsleiterin der Schwetzinger Zeitung/Hockenheimer Tageszeitung.