Abschied - Beliebter Priester verlässt nach zehn Jahren die Seelsorgeeinheit Pater Thomas geht

Von 
Volker Widdrat
Lesedauer: 

Es wird ein leises Adieu: Am diesem Sonntag, 17. Mai, verabschiedet er sich mit seinem letzten Gottesdienst. Pater Thomas Palakudiyil verlässt nach zehn Jahren die katholische Seelsorgeeinheit. Der 53-Jährige wird in einer Zeit von seinem Amt entpflichtet, in der ihm die Kirchengemeinde nicht gebührend öffentlich Danke sagen kann: Wegen der Corona-Krise wird es keinen feierlichen Gottesdienst, keine Grußworte und keinen Empfang mit persönlichen Begegnungen im Josefshaus geben.

Pater Thomas feiert das Abendmahl mit Gläubigen. © NLenhardt@T-online.de
AdUnit urban-intext1

„Kaplan Thomas freut sich sehr auf seine neue Aufgabe in der Seelsorgeeinheit und hat durch seine freundliche Art und seine gute Aussprache sofort die Herzen der Menschen gewonnen“, war in der Schwetzinger Zeitung zu lesen, als Dekan Wolfgang Gaber in den Pfingstgottesdiensten im Mai 2010 den neuen Mitarbeiter als Nachfolger von Kaplan Alphonse Ekka begrüßte. Pater Thomas kam damals aus Wien, wo er als Kaplan in der Pfarrei St. Josef am Wolfersberg gewirkt und am interkulturellen Kurs für ausländische Priester teilgenommen hatte.

Schwetzingen Schwetzingen: Abschied von Pater Thomas

Veröffentlicht
Bilder in Galerie
6
Mehr erfahren

Thomas Palakudiyil wurde am 30. Mai 1966 in Kanjirappally im indischen Kerala geboren. Nach seiner Ausbildung wurde er im Mai 1994 in der Pfarrgemeinde St. Sebastian in Cherupara zum Priester geweiht. Er gehört dem Dritten Orden der Franziskaner an. Nach seiner Tätigkeit als Seelsorger in Bihar war er Vizedirektor der St. Francis School mit 1850 Studenten und ebenso an der Mount Assisi School mit 2700 Studenten. Nach einem Magisterstudium in Wirtschaftsfächern wurde er zum Direktor der St. Francis School berufen. „Für mich geht eine zehnjährige spannende und engagierte Zeit in der Seelsorgeeinheit zu Ende“, dankt Pater Thomas vor allem den Gruppen und Personen, „mit denen ich in den zurückliegenden Jahren Gottesdienste gefeiert, Sakramente gespendet und seelsorgerliche Aufgaben ausgeübt habe“. Er freue sich, dass er viele offene Menschen in der Kurpfalz kennengelernt und zahlreiche schöne Erlebnisse gehabt hat: „Eine erfüllte Zeit liegt hinter mir. In vielfältiger Form konnte ich die Botschaft Jesu Christi zur Entfaltung bringen und bin selber in meinen priesterlichen Tätigkeiten gestärkt.“

Neue Einsatzstelle steht nicht fest

Der stets gut gelaunte 53-Jährige genießt am liebsten die Natur und hört gerne klassische Musik. In seinem Garten hat er Gemüse und Kräuter angebaut. Wenn er mit seinem Fahrrad durch die Stadt geradelt ist, hat er immer alle Menschen freundlich gegrüßt. Die katholische Kirchengemeinde und die Bürger von Schwetzingen werden ihn vermissen. „So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen“ (Matthäus 5,16) lautet sein Leitspruch.

AdUnit urban-intext2

„Er ist ein Mensch und Mitbruder, den ich sehr schätze und mit dem zusammen es ein Geschenk ist, für das Evangelium Jesu Christi im Dienst der Kirche zu wirken. Sein immer freundliches Wesen, seine Hilfsbereitschaft, seine Herzlichkeit und sein Zeugnis als Priester bewegen und ermuntern uns alle immer wieder“, schreibt Pfarrer Uwe Lüttinger im Pfarrbrief.

Eigentlich wollte Pater Thomas nach der Entpflichtung von seiner Aufgabe als Vikar in der Seelsorgeeinheit für ein halbes Jahr in seine Heimat Indien zurückkehren. Doch die Corona-Pandemie machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Seine Mutter und die vier Schwestern sowie die Nichten und Neffen müssen also noch ein bisschen auf ein Wiedersehen warten. Der 53-Jährige war jedes Jahr einmal in Indien und organisierte für die Mitglieder der Kirchengemeinde auch Erlebnisreisen, unter anderem nach Madurai, Tanjore oder Chennai mit dem berühmten Hindutempel in Südindien. Aufgrund der Corona-Krise und den damit verbundenen Einreisebeschränkungen bleibt Pater Thomas nun weiterhin im Pfarrhaus wohnen, darf aber aus sozialversicherungsrechtlichen Gründen nicht amtlich tätig sein. Im Sommer wird er aber nochmal für vier Wochen Urlaubsvertretungen in der Seelsorgeeinheit wahrnehmen. Für den September hat er einen Flug nach Bangalore gebucht, dort ist der Ordenssitz der indischen Franziskaner. Dem Entschluss seines Ordens und dem Wunsch des Generalvikars Dr. Axel Mehlmann nach, „werde ich ab 1. Dezember wieder für einen pastoralen Einsatz in der Erzdiözese Freiburg zur Verfügung stehen“, freut sich der 53-Jährige auf die Rückkehr. Für den Dienst an anderer Stelle habe er sich den Rhein-Neckar-Kreis gewünscht.

AdUnit urban-intext3

Pater Thomas bedauert, dass er während der Corona-Krise nicht den persönlichen Kontakt mit den Gläubigen haben konnte. Vor allem die Besuche bei den Jubilaren habe er sehr vermisst. „Wir müssen das Beste aus der Situation machen. Es gibt im Leben immer mal wieder Dunkelheit. Wir haben aber die Hoffnung, dass die Botschaft weiterlebt und wir anderen Menschen helfen können“, ruft er den Gläubigen zum Abschied ein herzliches „Vergelt’s Gott“ zu.

AdUnit urban-intext4

Info: Weitere Fotos gibt es unter www.schwetzinger-zeitung.de

Mehr zum Thema

Schwetzingen Schwetzingen: Abschied von Pater Thomas

Veröffentlicht
Bilder in Galerie
6
Mehr erfahren