St. Pankratius

Pfeiffer-Trompeten-Consort  in Schwetzingen: Fulminante Rückkehr

Das Pfeiffer-Trompeten-Consort sorgt mit seinem festlichen Neujahrskonzert nach zweijähriger Pause wieder für Begeisterung und für Bravo-Rufe in Schwetzingen.

Von 
Marco Montalbano
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Begeistern das Publikum: Martin Pfeiffer (v. l.), Paul Pfeiffer, Julie Bonde, Joachim Pfeiffer, Prof. Matthias Neumann und als Gast-Bariton Jeremias Pfeiffer. © Montalbano

Schwetzingen. Das Neujahrskonzert des Pfeiffer-Trompeten-Consorts hat schon eine lange Tradition im katholischen Gotteshaus St. Pankratius. Wie so viele anderen Konzerte mussten die Freunde der klassischen Musik auch auf dieses in den vergangenen zwei Jahren verzichten. Doch jetzt wurden sie am Sonntag mehr als entschädigt. Denn „Mit Pauken und Trompeten“ – so lautet auch der Untertitel des Neujahrskonzerts – kehrte das Ensemble fulminant mit Werken von Sigfrid Karg-Elert, Jean Philippe Rameau, Alessandro Marcello, Johann Sebastian Bach, Giuseppe Verdi, Benjamin Britten und Maurice Ravel zurück nach Schwetzingen. Als besonderes „Schmankerl“ zu dem Konzert für vier Trompeten, Pauken und Orgel trat Bariton Jeremias Pfeiffer als Gast auf.

Gespannt wartete das Publikum im fast voll besetzen Kirchenschiff, als Moderator, Arrangeur und Trompeter Martin Pfeiffer vor die Gäste trat, um diese herzlich zu begrüßen. Er stellte ihnen Joachim Pfeiffer, Solotrompeter der Lübecker Philharmoniker, Julie Bonde, Dozentin an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock am Flügelhorn, Paul Pfeiffer an der Trompete, den Solopauker des Leipziger Gewandhausorchesters Mathias Müller und Prof. Matthias Neumann an der Orgel vor.

Zum Aufwärmen spielte das Consort den „Siegesgesang“ von Sigrid Karg-Elert, mit dem ja passend zum Ambiente die Größe Gottes gepriesen wird. Nach Jean Philippe Rameaus „Entrée Les Sauvages“ und Alessandro Marcellos musikalischer Reise vom Allegro moderato übers Adagio bis zum Presto, interpretierte das Ensemble Stücke des musikalischen Schwergewichts Johann Sebastian Bach: So etwa „Jesus bleibet meine Freude“ in einer Choralbearbeitung (BWV 147) und „Wie schön leuchtet der Morgenstern“. Hatte es zuvor schon reichlich Applaus gegeben, sorgte Bariton Jeremias Pfeiffer mit der Arie aus dem Weihnachtsoratorium (BWV 248) gar für laute Bravo-Rufe. Darauf folgte die „Prélude“ aus der „Suite de Concert l‘Arlesienne“ von George Bizet – als weiteres Highlight und Glanzstunde für Solopauker Mathias Müller.

Pfeiffer-Trompeten-Consort in Schwetzingen: Ganz exklusiv bei Pfeiffers

„Das Stück für Pauken zu arrangieren ist exklusiv, das hören sie nur bei uns“, kommentierte Moderator Martin Pfeiffer – vollkommen zu Recht. Fasziniert reagierte das Publikum auch auf die „Fanfare for St. Edmundsbury“ von Benjamin Britten. Joachim Pfeiffer, Julie Bonde und Paul Pfeiffer verteilten sich hierzu seitlich und mittig im Kirchenschiff – ganz wie das Stück das vorsieht. Dass hierbei aktuelles europäisches Geschehen aufgegriffen wird, wurde deutlich, als Martin Pfeiffer mitteilte: „Die Trompeten spielen nacheinander, jede mit anderem Duktus. Aus dem scheinbaren Chaos bildet sich später aber eine Einheit.“ Das Stück des überzeugten Pazifisten Britten mag so tatsächlich für Einigung, Einheit und Frieden stehen. Besonders in einer Zeit mit Krieg, quasi vor unserer Haustüre, sicher ein Zeichen, wie auch das folgende, in dem es um das Streben nach Freiheit geht, könnte man das dann noch ergänzen.

Giuseppe Verdis „Sinfonia“, als Ouvertüre eines der bekanntesten Stücke aus seiner Oper „Nabucco“, bekannt, interpretierte das Ensemble genauso meisterhaft wie die anschließende Prélude aus „Le Tombeau de Couperin“ und ein kraftvolles „Petit Bolero“ von Maurice Ravel in besonderer Bearbeitung. Selbst nach dem offiziell letzten Stück bekam das Publikum nicht genug und wurde mit einem Stück von Georg Friedrich Händels „Feuerwerksmusik“ zufrieden gestellt. Für die Musiker gab’s stürmischen Beifall.

Wolfgang Fischer, der zusammen mit seiner Mutter extra aus der Pfalz angereist war, meinte: „Richtig toll. Die Arrangements waren einzigartig. So anders – aber so gut.“ Auch Ingrid Müller von der Bergstraße war über alle Maßen begeistert: „Es war einfach ein großartiges Konzert. Wer nicht mit dabei sein konnte, hat wirklich etwas verpasst. Sicher werde ich mir das auch im nächsten Jahr nicht entgehen lassen“, sagt sie.

Freier Autor Freier Journalist. Davor Pressereferent. Studium der Politikwissenschaft.

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