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Steffen Haubner - Maler Julius Schnorr von Carolsfeld stellt Engel Gabriel besonders schön dar

Priester Steffen Haubner über Engel als Boten

Von 
Katja Bauroth
Lesedauer: 
Priester Steffen Haubner an einem weihnachtlich geschmückten Altar. Engel, sagt er, sind da, um die Menschen zu behüten. „So befiehlt es der Herr.“ © Lenhardt

Steffen Haubner, Priester der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland und kirchlicher Beauftragter für Ökumene im Kirchenbezirk Mannheim-Weinheim zum Thema Engel:

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Was verbinden Sie mit Engeln?

Steffen Haubner: Engel sind Gottes Boten. Sie zeigen Gottes schöpferische Vielfalt: Plötzlich steht eine Person vor mir und in ihr erkenne ich einen Gesandten des Himmels. Engeldienst kann sich auch im unsichtbaren Bereich offenbaren: Ich nehme eine besondere Verbindung wahr, die mich stärkt, unterstützt oder vor Schaden bewahrt. „Bei den Menschen ist’s unmöglich, aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott.“ (Markus 10, 26-27).

Können Sie Sich an Ihre erste Begegnung mit dem Thema Engel erinnern – und wie war das?

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Haubner: Ende der 1980er Jahre gab es nur wenige Kontakte zwischen der Neuapostolischen Kirche und den beiden „großen“ Kirchen. Heute ist das – Gott sei Dank – anders. Als Schüler nahm ich freiwillig auch am katholischen Religionsunterricht teil. Eigentlich war ich davon befreit, da ich (zusammen mit Gleichaltrigen aus meiner Kirchengemeinde) von einem Priester unserer Kirche in Religion unterrichtet wurde. Die entsprechende Zensur wurde am Jahresende im Schulzeugnis eingetragen. Der an meiner Schule unterrichtende Pfarrer hatte es bei den Mitschülern nicht einfach. Doch was auch passierte: Er blieb stets ruhig und freundlich. Zu ihm hatte ich eine besondere Verbindung. Mir gefiel seine souveräne, bisweilen väterliche und liebevolle Art damit umzugehen. Und ich habe damals bereits bereichernde Konfessions- und Glaubensunterschiede kennenlernen dürfen. Dafür bin ich dankbar.

Welcher Engel in der Bibel fasziniert Sie besonders und warum?

Haubner: Wenn Engel in das Leben eines Menschen eintreten, kann das nicht nur Freude, sondern auch Furcht auslösen. Maria erschrickt, als Gabriel sie anspricht. Sie ist eine junge Frau, die nicht erkennt, dass sich ihr der Himmel öffnet. „Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mir dir!“ (Lk 1,28b) Der Engel erklärt sich und nimmt ihr damit jede Angst. Er teilt ihr mit, was Gott mit ihr vor hat: „Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben.“ (Lk 1,31) Die Engelsbotschaft der Ankündigung der Geburt Jesu, lateinisch Annuntiatio Domini, hat heilsgeschichtlich eine zentrale Bedeutung für die Christenheit. Durch sie erkennen wir die Menschwerdung Gottes und freuen uns über das Ankommen Gottes an Weihnachten, dass sich für uns Christen in der Ankunft Jesu Christi erfüllt.

Wenn jemand – etwa ein Kind – Sie fragt: Gibt es Engel und wie sehen sie aus? – Was würden Sie antworten?

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Haubner: Ich denke an das Gemälde des Julius Schnorr von Carolsfeld von 1860: „Ankündigung der Geburt Jesu“. Der zuvor beschriebene Erzengel Gabriel wird hier besonders schön dargestellt. Beflügelt und als göttlicher Überbringer einer wunderbaren Botschaft. Don Bosco schrieb einmal: „Der Wunsch unseres Schutzengels, uns zu helfen, ist weit größer als der, den wir haben, uns von ihm helfen zu lassen.“ Sich helfen zu lassen, bedeutet auch, menschliche Schwachheit einzugestehen. Es bedarf einer gesunden Portion Demut, Gott aus reinem Herzen, um Hilfe zu bitten. „Denn der Herr befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen. Sie tragen dich auf ihren Händen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.“ (Psalm 91). Wir dürfen Gott zu jeder Zeit um seinen Engelschutz bitten – ist das nicht großartig?!

Ressortleitung Katja Bauroth ist Redaktionsleiterin der Schwetzinger Zeitung/Hockenheimer Tageszeitung.

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