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Hebel-Gymnasium - Bioimker Michael Grolm war sogar im Gefängnis

Revolutionär für die Nachhaltigkeit

Von 
bs
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Bioimker und Agrar-Aktivist Michael Grolm macht Schülern Mut. © privat

„Stopp, Biene, lande Du besser nicht hier, denn das könnte Dich Dein Leben kosten.“ – Solche Hinweisschilder am Feldrand gibt es nicht. Bioimker Michael Grolm würde gerne verhindern, dass seine Bienen auf die genmanipulierten und mit Insektiziden kontaminierten Felder fliegen. Kursleiter Dr. Henning Hupe hatte den Berufsimker, der sich auch als Diplom-Agraringenieur und Leiter der Obstbaumschnittschule Thüringens einen Namen gemacht hat, für Vortrag und Diskussion im Hybridformat am Hebel-Gymnasium gewinnen.

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Michael Grolm berichtete in der Solidaritäts-AG über die Schwierigkeiten, wenn er gentechnikfreien, unbelasteten Honig herstellen will. Seine Bienen fliegen nämlich im Umkreis von sieben Kilometern – wie soll er da verhindern, dass sie Pestiziden ausgesetzt sind.

Im zweiten Teil seines Vortrags, nun von Schülern des Seminarkurses „Widerstand und Revolte“ besucht, berichtet Grom voller Engagement von seinen Erfahrungen. Er protestierte beispielsweise gegen Atom-Castor-Transporte ins vorläufige Endlager Gorleben. Außerdem hatte er auch „Feldbefreiungen“ mit der Initiative „Gendreck-weg“ ins Leben gerufen, um Feld und Umwelt von genmanipulierten Nutzpflanzen und deren unkontrollierbaren Folgen zu „befreien“. Es lasse sich nämlich auch auf gesundem Wege zu höheren Erträgen kommen – und das viel nachhaltiger: Mit kleineren Höfen, Hecken und Knicks sowie natürlichen Düngemitteln. Dann müssten nicht jedes Jahr 5000 Höfe in Deutschland kapitulieren, während die Agrarindustrie zweifelhafte Erfolge feiere. Grolm berichtet von der „Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL)“, die sich auch mit Demonstrationen gegen das Höfesterben zur Wehr setzt.

Die Schüler fragten ihn, wie man sich gegen ungerechte Verhältnisse wehren und Widerstand organisieren kann, wie es ist, wenn die Polizei in schwerer Ausrüstung bedrohlich auf jemanden zukommt, wie es im Gefängnis ist. Denn ja, Michael Grolm war für vier Wochen im Gefängnis, weil er gentechnisch manipulierte Felder befreite und keine Strafe bezahlen wollte – die Gerichtsvollzieherin hat sich dabei mit ihm so weit solidarisiert, dass sie im Nachgang den Beruf wechselte und selbst Imkerin wurde. Grolm konnte mit gutem Gewissen aus seinem Prozess gehen.

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Im Gefängnis bekam er jeden Tag zwischen 20 und 30 Solidaritätsbekundungen aus ganz Europa. „Fangt klein an, setzt Eure Träume um“, riet er, „nehmt Eure Themen erst und macht was draus.“ bs

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