ICE-Trasse entlang der Kreisstraße 4250: Fünf Ketscher Jugendliche legten am Dienstagnachmittag Steine auf die Gleise Schülerstreich endet glimpflich

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Sabine Janson

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Ketsch. Die Reisenden im "ICE 72" von Zürich nach Hamburg-Altona ahnten am Dienstagnachmittag nicht, was draußen auf der Strecke vor sich ging: Gegen 15.15 Uhr hätte es bei Ketsch zu einem tragischen Unfall kommen können. Fünf Jungen im Alter von 12 und 13 Jahren hatten auf dem Heimweg von der Schule mit ihren Fahrrädern Halt an der Bahnlinie gemacht, um dort zu spielen. Wahrscheinlich aus Übermut legten sie Steine und Zweige auf die ICE-Schnellfahrstrecke.

Ein Lokführer beobachtete das Treiben der Jugendlichen und verständigte die Polizei. In diesem Fall oblag die Zuständigkeit der Bundespolizei, zu deren polizeilichen Aufgaben auch die Gefahrenabwehr im Bereich der Bahnanlagen des Bundes und die Sicherheit der Bahnreisenden gehört.

Der von Karlsruhe kommende ICE passierte gegen 15.15 Uhr die Bahnstrecke bei Ketsch und überfuhr die Gegenstände, die die Jugendlichen in Höhe der Kreisstraße 4250 auf die Gleise gelegt hatten. "Es ist glücklichen Umständen zu verdanken, dass den Jungen nichts passiert ist", unterstreicht die Bundespolizei. Der ICE fahre an besagter Stelle mit einer Geschwindigkeit von bis zu 200 Stundenkilometern und verursache gefährliche Luftverwirbelungen, die Personen in dem Sog mitreißen können. Des Weiteren hätten beim Überfahren der Gegenstände Querschläger entstehen können, die unkontrolliert durch die Luft fliegen.

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Die wenige Minuten später eintreffende Streife der Bundespolizei entdeckte zunächst fünf Fahrräder und fünf Schulranzen. Die Bahnstrecke wurde kurzfristig gesperrt, da ein Schnellzug aus Mannheim bereits unterwegs war. Kurz darauf konnten die Schüler, die vergeblich versucht hatten, sich hinter einem Betonpfeiler zu verstecken, in Gewahrsam genommen und die Strecke um 15.36 Uhr wieder freigegeben werden.

Noch am selben Tag folgten, gemeinsam mit den Eltern der Schüler, Präventionsgespräche, mit dem Ziel, über Gefahren im Bahnbetrieb und mögliche Folgen aufzuklären - nicht nur im Hinblick auf Verletzungen, sondern auch darüber, dass Fehlverhalten zu strafrechtlichen Ermittlungen führen kann.