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Städtepartnerschaft

Schwetzingen und Pápa „sind gute Freunde geworden“

Beim Jubiläumswochenende im ungarischen Pápa wird die Verbindung zwischen der 30000-Einwohner-Stadt und Schwetzingen von allen Seiten bekräftigt – und schon für die Zukunft geplant.

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Andreas Lin
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Die vier aktuellen und ehemaligen Oberbürgermeister beziehungsweise Bürgermeister Gerhard Stratthaus (v. l.), Dr. René Pöltl, Dr. Támas Aldózo und Dr. Zoltán Kovács während des Abspielens der Nationalhymnen. © Lin

Pápa/Schwetzingen. Es war ein geschichtsträchtiges Quartett, das die offizielle Feierstunde zum 30-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen dem ungarischen Pápa und Schwetzingen gestaltete: Die beiden damaligen Unterzeichner der Urkunde im Jahr 1992, Dr. Zoltán Kovács und Gerhard Stratthaus, saßen mit den aktuellen Stadtoberhäuptern Dr. Támas Aldózo und Dr. René Pöltl gemeinsam auf dem Podium. Und alle vier brachten bei ihren Ansprachen auch die Bedeutung dieser Freundschaft zum Ausdruck. Sie einte zudem das Bekenntnis, die Verbindung weiter intensiv pflegen zu wollen.

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Pápa/Schwetzingen

Pápa/Schwetzingen: Jubiläum 30 Jahre Städtepartnerschaft in Ungarn

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„Ich bin dankbar dafür, dass wir diese Partnerschaft haben“, betonte Dr. Kovács, der damals vor 30 Jahren gerade frisch ins Amt des Bürgermeisters gewählt worden war und seitdem ein großer Förderer dieser Verbindung ist. „Wir haben schnell festgestellt: Paprika liebt Spargel“, erinnerte er sich noch gut an die ersten Kontakte, bei denen man gleich gemerkt habe, dass die Chemie stimmt. Und das tue sie bis heute: „Auch wenn die Unterschriften auf der Urkunde langsam verblassen: Wir stehen noch immer dazu, was da draufsteht“, sagte Kovács, der seit vielen Jahren als Abgeordneter im Parlament von Budapest sitzt– aber immer noch keine Gelegenheit auslässt, die Kontakte nach Schwetzingen zu pflegen: „Wir sind gute Freunde geworden.“

Die originale Partnerschaftsurkunde von 1992 ist im Ratssaal ausgestellt. Die Unterschriften sind schon verblasst – die Freundschaft nicht. © Lin

Deshalb freute er sich ganz besonders, dass sein damaliges Pendant Gerhard Stratthaus mitgereist war. Der ehemalige Oberbürgermeister und baden-württembergische Finanzminister war quasi der Ehrengast des Jubiläumswochenendes. Denn er war von Anfang an beteiligt, als Schwetzingen 1989 begonnen hatte, eine weitere Partnerstadt nach dem französischen Lunéville zu suchen – eben im Osten.

Als dann Stadtbaumeister Reinhard Jäntsch aus seinem Urlaub am Plattensee mit dem Vorschlag Pápa zurückgekommen war, sei die Entscheidung nahe gewesen: „Wir waren uns nach einem Besuch schnell einig, dass es die richtige Partnerstadt ist.“ Dass sich diese Verbindung so entwickelt hat, machte ihn stolz: „Keiner wusste, dass diese Partnerschaft bis heute so gut hält. Hoch lebe Pápa.“

„Gemeinsam stärker als alleine“

Das tut es unter anderem auch, weil die Nachfolger von Stratthaus und Kovács sie genauso fördern wie die beiden Gründerväter. Auch Oberbürgermeister Dr. René Pöltl betonte dies und war sichtlich bewegt, weil ihm gerade in diesen Zeiten die Bedeutung der Städtepartnerschaften in einem vereinten Europa bewusst geworden sei: „Gemeinsam sind wir viel stärker als alleine.“ Die Partnerschaften würden zu diesem Verständnis in besonderem Maße beitragen: „Es ist wichtig, miteinander zu reden und miteinander zu handeln. Wenn ich in Pápa bin, verstehe ich euch viel besser, als wenn ich es zu Hause lese.“ Deshalb sei es auch wichtig, diese Gedanken an die nächsten Generationen weiterzugeben: „Die jungen Menschen müssen verstehen, warum es wichtig ist, miteinander in Europa zu leben.“

Splitter von der Partnerschaftsfahrt



  • Jugend mit dabei: Bei den Feierlichkeiten ums Partnerschaftsjubiläum war auch die junge Generation vertreten: Rose (17) aus Schwetzingen und Rebecca (14) aus Pápa verstanden sich auf Anhieb prächtig. So durften sie später auch die opulente Jubiläumstorte anschneiden – zuerst etwas zögerlich, nach Tipps von Ehrenbürger Stratthaus lösten sie diese Aufgabe aber mit Bravour.
  • Pöltl geht in die Luft: Eine besondere Überraschung hatte sich Dr. Támas Aldózo für seinen Kollegen aus Schwetzingen ausgedacht: Der Bürgermeister von Pápa lud Dr. René Pöltl zu einem außergewöhnlichen Rundflug ein – mit einer auf dem dortigen Nato-Luftwaffenstützpunkt stationierten Boeing C-17, einem riesigen Militärtransportflugzeug. Zusammen mit 160 anderen Gästen flogen die beiden Stadtoberhäupter unter anderem über die Plattensee – und das bei offener Heckklappe. Pöltl war mehr als beeindruckt: „Wahnsinn, so etwas habe ich noch nie erlebt.“
  • Förderverein spendet: Jochen Wiegand und Gyöngyi Knupfer überraschten die ungarischen Gastgeber am Ende der Feierstunde mit einem Scheck. Der Vorsitzende und die Schatzmeisterin des Schwetzinger Fördervereins für Städtepartnerschaften hatten 1200 Euro mitgebracht. Dieser Betrag ist für Pápas ukrainische Partnerstadt Visk gedacht. Damit werden dort soziale Einrichtungen mit Sachspenden unterstützt.
  • Reise in die Heimat: Für Gyöngyi Knupfer (kleines Bild) war es eine ganz besondere Reise – denn Pápa ist ihre Heimatstadt. 1992 war sie als allererstes Au-pair-Mädchen nach Schwetzingen gekommen und blieb – bis heute. Seit vielen Jahren engagiert sich die Lehrerin und Wahl-Oftersheimerin im Schwetzinger Partnerschaftsverein. 

Auch Dr. Támas Aldózo brachte seinen Stolz über diese 30-jährige Freundschaft zum Ausdruck und bekannte, dass Pápa viel von Schwetzingen gelernt habe: „Jedes Mal, wenn ich dort war, habe ich etwas mitgenommen – eine Idee, eine Inspiration oder eine andere Sichtweise auf gewissen Dinge.“ Deshalb seien viele der Vorhaben, die in Pápa in den vergangenen Jahrzehnten entstanden sind, auf Impulse aus der deutschen Partnerstadt zurückzuführen – beim Umbau des Schlosses, der Umgestaltung des Hauptplatzes oder beim Schwimmbadbau. „In jedem Projekt hier steckt ein Stück Schwetzingen.“

Dass das 30-jährige Bestehen nur eine Zwischenetappe ist, bekräftigten beide Seiten während des gesamten Wochenendes. Zuvor hatte ein Art Zukunftswerkstatt mit Vertretern von Stadt und Vereinen aus Pápa und Schwetzingen dazu beigetragen, neue Ideen für die Zukunft zu entwickeln. „Ich habe die Motivation und Entschlossenheit auf beiden Seiten gespürt“, freute sich Aldózo. „Ich bin mir sicher, dass vieles verwirklicht werden kann.“ Unter anderem wurde über ein Leichtathletik-Meeting im neuen Sportzentrum sowie eine Intensivierung der schulischen Beziehungen gesprochen.

Vorsitzender Jochen Wiegand (v. l.), Ehrenvorsitzender Gabor Kollanyi und Schatzmeisterin Gyöngyi Knuper vom Förderverein für Städtepartnerschaften. © Lin

Kollege Pöltl steht genauso dahinter: „Ihr seid ein Teil unseres Lebens und werdet es auch bleiben.“ Dessen ist sich auch Gerhard Stratthaus sicher: „Wir werden diese Partnerschaft noch viele Jahre weiterpflegen.“ Er werde dies mit Interesse verfolgen und kündigte an, zur 60-Jahr-Feier wiederzukommen: „Dann bin ich 110.“ Das wäre auf jeden Fall auch geschichtsträchtig.

Autor Stv. Redaktionsleiter + Lokalsportchef Schwetzinger Zeitung

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