Corona-Kontrollen: 30 Menschen sind aktuell in Quarantäne / Bürger waren alle zu Hause erreichbar / Impfhotline wird von Risikogruppe gut genutzt Schwetzinger Bürger halten sich an Quarantäne

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Janina Hardung
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Mitten im Lockdown: Ordnungsamtsleiter Pascal Seidel erklärt Redakteurin Janina Hardung den Ablauf der Quarantäne-Kontrollen und wie Senioren die Hilfe bei der Impftermin-vereinbarung angenommen haben. © Baisch

Schwetzingen. In der Pandemie wird den Menschen viel abverlangt. Besonders wenn sie mit dem Coronavirus infiziert sind - oder auch Kontaktperson - und für zehn Tage in Quarantäne müssen. Das heißt: Ohne Zustimmung des Gesundheitsamtes darf die Wohnung nicht verlassen werden. Besuch ist nicht erlaubt und auch mit Menschen aus dem eigenen Haushalt sollte ein enger Kontakt vermieden werden. Das zerrt an den Nerven.

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Trotzdem ist es wichtig, dass diese Regeln eingehalten werden, um die Verbreitung bestmöglich einzudämmen. Deshalb haben die Mitarbeiter des Ordnungsamtes am Mittwoch und Donnerstag diese Menschen kontrolliert. In der Stadt sind aktuell 30 Menschen in Quarantäne. „Es gab zwei Teams. Bei manchen Personen waren wir persönlich vor Ort, bei anderen haben wir uns telefonisch gemeldet“, erklärt Ordnungsamtsleiter Pascal Seidel.

Gesamtsituation belastet

„Jeder, der in Quarantäne sein muss, hat sich daran gehalten. Allerdings gab es schon einen Unterschied zu den vergangenen landesweiten Kontrollen im September und November. Die Menschen waren angespannter und mürbe. Wir merken, dass sie die gesamte Situation aktuell belastet.“

Trotzdem seien alle kooperativ gewesen. „Bei der letzten Kontrolle ist ein Mann nicht zu Hause gewesen und der Mitbewohner hat uns dann gesagt, dass er gerade einkaufen ist. Das Problem war, dass er den Quarantänebescheid vom Gesundheitsamt noch gar nicht zugeschickt bekommen hatte und deshalb noch nicht Bescheid wusste. Das kann natürlich immer passieren, aber auch so etwas kam bei dieser Kontrolle nicht vor“, sagt er.

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Auch die Impfung gegen das Coronavirus ist noch immer Thema - beziehungsweise eher die Terminvereinbarung. Die Stadt hat alle Betroffenen der Risikogruppe persönlich angeschrieben - 1500 Menschen - und über die Schutzimpfung informiert. „Die Lieferung des Impfstoffs läuft sukzessive. Im ersten Quartal 2021 wird deutschlandweit mit elf bis 13 Millionen Impfdosen gerechnet, welche dann nach ihrem Bevölkerungsanteil an die Bundesländer und in der Folge an die Land- und Stadtkreise verteilt wird. Wenn alle möglichen ,Impfstoff-Kandidaten‘ zugelassen werden sollten, erhält Deutschland voraussichtlich insgesamt 300 Millionen Impfdosen“, schreibt Oberbürgermeister Dr. René Pöltl in diesem Schreiben.

Hilfe wird angenommen

Die beiden Impfzentren in Heidelberg - Patrick-Henry-Village und Pfaffengrund - sowie das Impfzentrum in der Mannheimer Maimarkthalle sind die für Schwetzinger Bürger am nächsten gelegenen Zentren im Rhein-Neckar-Kreis.

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Aktuell ist der Impfstoff allerdings rar. Aus diesem Grund können vom Gesundheitsamt kaum Impftermine vergeben werden. Seit vergangenem Montag helfen Mitarbeiter der Stadt Betroffenen bei der Buchung - denn einige Bürger können die Möglichkeiten online nicht nutzen und haben auch keine Angehörigen in der Nähe. „Etwa 100 Menschen haben seit Montag angerufen. Allerdings melden sich auch viele Bürger, weil sie keinen Impftermin bekommen. Hier können wir leider nicht helfen. Die Stadt bekommt vom Gesundheitsamt keine Terminanzahl zur freien Verfügung. Unsere Mitarbeiter nehmen den gleichen Weg über die Internetseite ww.impfterminservice.de/impftermine oder die Telefonnummer 116 117“, erklärt Seidel. Hier helfen auch Mitarbeiter aus dem Jugendbereich - „beispielsweise Jugendreferentin Andrea Kroll mit ihrem Team. Es freut uns sehr, dass auch ämterübergreifend gearbeitet wird“.

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Es sei aber wichtig, dass die Menschen, die sich selbst einen Termin beschaffen können, weiter dranbleiben. „Nicht müde werden, nicht aufgeben und es weiter probieren. Es ist uns ein großes Anliegen, dass sich alle Betroffenen impfen können, die das möchten“, sagt Seidel. Auch wer einen Termin, aber mit der Hin- und Rückfahrt Probleme hat, kann sich bei der Stadt melden. „Ich denke, wir finden da für jeden Menschen eine Lösung.“

Mitarbeiter der Stadt unterstützen unter der Telefonnummer 06202/8 77 77 montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr bei der Buchung von Impfterminen.

Eine Grafik mit den aktuellen Corona-Zahlen gibt's hier:

Redaktion Redakteurin für Print und Online in Schwetzingen.