Schwetzinger Friseure bereiten sich auf Öffnung ab 1. März vor

Von 
Catharina Zelt
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Friseurmeister Christian Hook bereitet sich auf die Wiedereröffnung seines Friseursalons vor. Gerade notiert er am Telefon einen Kundentermin. © Lenhardt

Schwetzingen. Das Telefon im Friseursalon von Christian Hook in der Werderstraße klingelt. Es ist eine Kundin, die ihm auf den Anrufbeantworter spricht. Wie viele andere Männer und Frauen möchte sie nach den vielen Wochen, in denen die Türen der Friseure geschlossen bleiben mussten, nun endlich einen Termin ausmachen. Friseur Christian Hook freut sich auf die Wiedereröffnung, Schere und Haarfarbe liegen bereit. Ab Montag, 1. März, dürfen Friseure ihre Betriebe wieder öffnen, „wenn es das Infektionsgeschehen zulässt“, heißt es in der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg vom 13. Februar.

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„Ich habe keine Mitarbeiter, sondern mache alles alleine“, erklärt der Friseur im Gespräch mit unserer Zeitung. Das bringt während der Corona-Pandemie vor allem Vorteile - so befindet sich beispielsweise immer nur ein Kunde im Salon und hat somit keinen Kontakt zu anderen Menschen außer Christian Hook selbst.

Spontan geht nicht

Schon jetzt haben viele Kunden Termine bei ihm ausgemacht. Ausgebucht ist er aber noch nicht. „Wer einen Termin ausmachen möchte, kann jederzeit auf meinen Anrufbeantworter sprechen“, sagt er. „Ich nehme mir für jeden Zeit: Schnitt und Farbe ist beides möglich.“ Spontan vorbeikommen könne allerdings niemand. Das ist eine der vielen Vorgaben, die die Corona-Pandemie mit sich bringt. „Kunden müssen außerdem eine FFP2- oder eine OP-Maske tragen“, nennt Hook eine andere Vorschrift.

Er ist froh, dass er seinen Salon endlich wieder öffnen und für seine Kunden da sein darf. „Wenn ich meinen Salon noch einen Monat länger geschlossen lassen müsste, würde es finanziell eng werden“, erzählt der Friseur. Denn die Fixkosten bleiben gleich, auch wenn die Einnahmen ausfallen. „Es ist einfach an der Zeit, dass wenigstens ein bisschen Normalität wieder einkehrt“, fügt er hinzu und ist mit dieser Meinung nicht alleine. Auch Yasmin Gündoglu vom Salon „Yasmin’s Magic Hair Styling“ freut sich, dass sie ihren Laden wieder öffnen darf.

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„Die Vorbereitungen gehen voran, aber es ist schon hart. Finanziell ist es sehr eng, die Vorlagen werden härter“, erzählt Yasmin Gündoglu. Ihr Team wird im Schichtbetrieb arbeiten - jeweils zwei Friseure und ein Rezeptionist werden dann gleichzeitig im Salon sein. So ist die Vorgabe für Gündoglu; die Anzahl wird an der Größe der Ladenfläche bemessen. „Termine kommen viele rein, auch über die sozialen Medien“, sagt sie. So sehr sie sich auf die Wiedereröffnung freue, so groß seien auch ihre Sorgen. „Novemberhilfen habe ich keine bekommen“, erklärt die Friseurin. Während des Lockdowns habe sie vor allem Online-Schulungen besucht, um sich weiterzubilden. „Mein Team und ich vermissen die Kundinnen und Kunden sehr“, fügt sie hinzu.

Aus der Kurzarbeit geholt

Karina Herzig vom Salon in der Carl-Theodor-Straße ist ebenfalls bereit für den März. Ihre Mitarbeiter hat sie aus der Kurzarbeit geholt, denn jetzt gibt es eine Menge zu tun. „Wir telefonieren systematisch alle Bestandskunden ab“, erklärt die Inhaberin des Friseursalons im Gespräch. Diejenigen, die Termine gebucht hatten, die in den Lockdown gefallen sind, können nun neue Termine ausmachen. Parallel arbeiten die Mitarbeiter E-Mails ab, über die ebenfalls Termine vereinbart werden können.

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„Wir arbeiten schon immer in zwei Schichten. Unser Hygienekonzept war bereits im ersten Lockdown sehr ausgereift, sodass wir das nun so übernehmen können“, sagt Herzig. Während des Lockdowns hatte sie trotz der Schließung eine Menge zu tun. „Ich habe weiterhin ausgebildet und war fast jeden Tag im Laden.“ Jetzt freue sie sich aber vor allem darauf, endlich wieder öffnen zu dürfen.

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Auch das „Friseur-Team Suna“ bereitet sich auf die Wiedereröffnung vor. Mitarbeiter- und Gespräche, in denen das Team in die neue Hygieneverordnung eingewiesen wird, stehen auf dem Programm. Ziel des Teams ist es, trotz der Hygieneauflagen, den Gästen den Besuch so angenehm und normal wie nur möglich zu gestalten. Handschuhe, Desinfektionsmittel, Mund-Nase-Masken und Desinfektionsständer mit Fiebermessgeräten müssen besorgt werden.

Handschuhe schwer zu bekommen

„Gerade Handschuhe, die sich auch für den Friseur eignen, sind im Moment nicht nur schlecht zu bekommen, sondern auch teurer als sonst“, schreibt das „Friseur-Team Suna“ auf Anfrage unserer Zeitung. Auch die Kosmetik-, Nagel- und Pediküre-Abteilung bereite das Team bereits vor und warte sehnsüchtig auf die Erlaubnis, auch diesen Bereich wieder öffnen zu dürfen. „Wir haben an beiden Standorten Telefondienste eingerichtet und sind bis auf einzelne wenige Termine weit im Voraus ausgebucht“, erklären die Verantwortlichen des Salons. Dieser sei glücklicherweise sehr großen, so dass immerhin sechs Kunden gleichzeitig einen neuen Haarschnitt bekommen können. Das seien allerdings nichtsdestotrotz vier weniger als im Normalbetrieb.

Dadurch, dass nur noch eine Person in den Waschraum dürfe, könne das Team nun weniger Kunden bedienen als zuvor. „Wir möchten unsere Gäste nicht in kürzester Zeit ,durcharbeiten’, sondern auf jeden Einzelnen eingehen und mit Ruhe schöne Frisuren kreieren. Wir sind uns sicher, dass es jetzt nicht mehr darauf ankommt, ob ein Termin drei, vier Tage früher oder später ist, sondern dass man sich wohlfühlt und ein bisschen das Gefühl von Normalität wiederbekommt“, ist sich das Team einig. „Wir freuen uns sehr auf unsere Gäste, auf unsere Freunde und auch sehr auf uns als Team.“

Eine Grafik mit den aktuellen Corona-Zahlen gibt's hier:

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