Im Porträt - Susanne Bertrand-Baumann sitzt für die CDU neu am Ratstisch / Mit Kommunalpolitik aufgewachsen / Kindergartenplätze sollen nah am Wohnort sein Sie hat für jeden ein offenes Ohr

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Vanessa Schwierz
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Die Kirche St. Maria war für Susanne Bertrand-Baumann der Ankerpunkt, als sie in die Spargelstadt kam. Mit ihrem Fahrrad ist sie gerne in Schwetzingen unterwegs. © Schwierz

Jetzt am Nachmittag liegt die Bank direkt vor der Kirche St. Maria schön im Schatten einer Tanne. Susanne Bertrand-Baumann stellt ihr Fahrrad vor dem Gotteshaus ab – denn sie hat eine ganz besondere Beziehung hat zu diesem Ort und hat ihn deshalb als Treffpunkt für unsere Geschichte ausgewählt. „Als ich vor 21 Jahren nach Schwetzingen kam, war die Kirche hier mein Ankerpunkt. Sonntagabends gingen wir zum Gottesdienst. Seitdem sind meine Familie und ich sehr mit St. Maria verbunden“, erzählt die Christdemokratin und neue Stadträtin im Gespräch mit unserer Zeitung.

Neu im Gemeinderat Interview ohne Worte

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Aufgewachsen ist die 51-Jährige in Welzheim, Kontakt mit der Kommunalpolitik hat sie schon damals gehabt – durch ihren Vater. „Er war nicht nur Schulleiter sondern auch Mitglied im Gemeinderat und im Kreistag. Deshalb war mir Politik nie fremd“, erzählt sie über die Zeit im 125 Kilometer entfernten Welzheim, die sie noch gut in Erinnerung hat. Nicht nur beim Plakate kleben hat sie geholfen, hin und wieder nahm ihr Vater sie auch auf Sitzungen des Kreistages mit: „Da saß ich dann und habe Bilder gemalt“. Auch daheim hat die Familie viel über Politik gesprochen und so wurde Bertrand-Baumann Mitglied bei der Jungen Union und trat 1986 der CDU bei.

Zur Person: Susanne Bertrand-Baumann

Susanne Bertrand-Baumann wurde am 1967 in Mutlangen bei Schwäbisch Gmünd geboren und ist in Welzheim aufgewachsen.

Sie ist verheiratet mit Dr. Reinhold Bertrand. Das Ehepaar hat zwei Kinder, Theresa (19) und Johannes (14).

Bertrand-Baumann ist Grundschullehrerin und spezialisiert auf das Fach Deutsch und Kinder mit Lese- und Rechtschreibstörung.

Sie ist 1986 in die CDU eingetreten, davor war sie bei der Jungen Union.

Seit 21 Jahren lebt sie in Schwetzingen.

Betrand-Baumann spielt im Orchester. Ihr liebstes Instrument ist das Cello.

Bei der Wahl hat sie 2028 Stimmen bekommen. Als sechste der CDU nimmt sie am Ratstisch Platz. vas

Auch wenn sie nun eine der Neuen im Gemeinderat ist, ist sie dennoch keine Unbekannte. Die ersten Gemeinderatssitzungen hatte sie vor Beginn der neuen Wahlperiode angetreten. Für den im Mai verstorbenen langjährigen Stadtrat Dr. Hans-Joachim Förster (wir berichteten) rutschte sie für zwei Sitzungen nach. „Meine persönliche Situation ist nun etwas einfacher, da ich schon Nachrückerin war, aber es hätte auch sein können, dass ich nicht in den neuen Gemeinderat gewählt werde“, ist sich Bertrand-Baumann der Situation bewusst: „Dass es weitergeht, ist eine nette Fügung.“

Emotional sehr berührt

Vom Einzug in den Gemeinderat hat sie im Schwetzinger Rathaus erfahren. Bereits am Mittag war sie vor Ort – gegen 17 Uhr erneut. „Als die Listen mit den Stimmen gezeigt wurden, konnte ich daran ja noch nicht erkennen, ob es geklappt hat. Und plötzlich ging es dann ganz schnell und es war klar, dass ich drin bin. Ich habe mich total gefreut und war emotional sehr berührt“, erzählt sie mit einem Lachen. Ihr sei bewusst, dass es zeitintensive fünf Jahre werden, „aber die Familie steht hinter mir und unterstützt mich total“.

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Als Lehrerin, auch tätig an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren in Heidelberg, liegt ihr die Bildung der Kinder sehr am Herzen, denn alle sollten eine Bildungschance haben, findet sie. Dies fange bereits im Kindergartenalter an. „Der Bedarf an Plätzen muss gedeckt und vor allem wohnortnah sein“, sagt Bertrand-Baumann. Dieses Thema leitet sie direkt zum nächsten wichtigen Punkt: bezahlbarer Wohnraum. Es sei derzeit hier fast unmöglich, eine Wohnung oder gar ein Haus für eine Familie zu finden. Das Thema Wohnungsbau ist für sie eines der herausragenden in der Spargelstadt. „Es herrscht großer Handlungsbedarf, das beobachte ich seit Jahren. Da muss dringend was getan werden“, sagt sie und will sich deshalb für bezahlbaren Wohnraum einsetzen.

Mit ihrem Rad ist die 51-Jährige in der Stadt keine Unbekannte. So viel wie möglich versucht sie mit dem Drahtesel zu machen, „so gut es halt geht“. Daher müsse in ihren Augen auch für die Radfahrer noch deutlich mehr getan werden. Die Radwege seien verbesserungswürdig und allgemein müsse mehr für die Sicherheit der öffentlichen Wege gemacht werden. Für die Bürger wolle sie immer ein offenes Ohr haben und auf Probleme und Anliegen reagieren: „Denn das ist eine der Hauptaufgaben als Stadträtin.“

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Info: Ein Interview ohne Worte finden Sie in der digitalen Zeitung unter www.schwetzinger-zeitung.de

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