So feiern die Chorgruppen Corona-Fasnacht Sie lassen sich das Singen nicht verbieten

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sr/zg
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Die „SchwetSingers“ interpretieren „Major Tom“ von Peter Schilling – und das mit viel Liebe zum Detail. © Rebmann

Beim Sängerbund wird nicht nur gerne zusammen gesungen, sondern auch gefeiert. Um diese Geselligkeit auch in diesem Jahr weiterzuleben, wurde eine närrische Singstunde online veranstaltet.

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Am „Schmutzigen Donnerstag“ ging die Sitzung unter dem Motto „Fasnacht feiern wir allein, Corona lassen wir nicht rein!“ auf „Youtube“ online. Sitzungspräsidentin und Elferratsvorsitzende Renate Schnitzer begrüßte alleine aus ihrem Wohnzimmer die Zuschauer an PC oder Laptop. Schon ging sie selbst als Erste in die „Bütt“. In einer nicht ganz ernstzunehmenden Lobeshymne auf das Virus pries sie dessen vermeintliche Vorteile an, die ihr gerade in der Faschingszeit auffallen. Man muss sich nicht überlegen, ob man das Auto („fährst Du oder fahr ich?“) oder Fahrrad nimmt oder zu Fuß zur Party geht. Und da eben diese Partys zurzeit nicht stattfinden, muss „Frau“ sich auch nicht beim Tanzen auf die Füße treten lassen. Danke, Corona!

Anastasia und Elena Spitzner trugen jeweils schauspielerisch gekonnt Witze vor und Oskar Hardung erzählte die Geschichte vom „Knoddelbu“ (gereimt von Fritz Sams, Vorsitzender des Vereins von 1947 bis 1950). Marion Schwab stellte mit lila Perücke die Briefkasten-Tante vom „Violetten Blatt“ dar und schilderte ein paar schwierige Fälle ihrer Arbeit bei der Beantwortung der Leseranfragen. Fünf Sängerinnen der „SchwetSingers“ – Andrea, Christina, Niki, Santina und Uli – animierten mit dem „Fliegerlied“ die Zuschauer zum Mittanzen. Und dass man auch auf eine Distanz von vielen Kilometern miteinander einen finnischen Lakritz-Schnaps trinken kann, bewiesen Tea (in Hockenheim), Niki (in Plankstadt), Andrea (in Schwetzingen), Santina (in Brühl) und Kerstin (in Römerberg).

Schnipsel werden zum Film

Zwischen den Programmpunkten waren immer wieder die anderen Sänger von „d’accord“ und „SchwetSingers“ beim Lachen, Klatschen und Trinken zu sehen. In Videosequenzen hatten sich 40 närrische Teilnehmer der Online-Singstunde selbst zu Hause aufgenommen – inklusive Kostümierung und Dekoration – und diese Videos an Elena Spitzner und Sebastian Jaeger geschickt. Die beiden haben in mühevoller Kleinarbeit diese „Schnipsel“ zusammengefügt. Für die Akteure war das Aufnehmen des Winkens beim Narrhalla-Marsch am anstrengendsten. Nach schriftlicher Anleitung des Regisseurs Sebastian musste erst mal zehn Sekunden in die Kamera geschaut werden, dann Musik an, lächeln und zwei Minuten lang im Takt des Liedes winken! Work-out pur! Das Schunkeln zu dem von Oskar Hardung gesungenem Lied „Jetzt trink ma bloß noch eener“ sowie die Büttenreden und Witze bearbeitete Elena Spitzner, die auch die Idee zu diesem Projekt hatte.

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Die größte Herausforderung stellte jedoch die Produktion des Video-Clips „Major Tom“ dar. Die „SchwetSingers“ mussten – jeder für sich – getrennte Audio- und Video-Aufnahmen machen. Bei der bildlichen Darstellung konnten die Sänger wählen zwischen einer Aufnahme in schwarz gekleidet und mit Taschenlampe angestrahltem Gesicht, als Wissenschaftler oder als Astronaut. Peter Schäfer spielte den im Weltraum verschwundenen Astronauten Major Tom. Alle hatten sich selbst Gedanken gemacht zu den Accessoires und Hintergründen. So entstand – dank Sebastian Jaeger – eine tolle Umsetzung des Liedes.

Die Sängerbündler haben den Mut und die Energie für diese Projekt aufgebracht und das Beste aus der derzeitigen Situation gemacht. Renate Schnitzer überreichte die von ihr kreierten Orden (Corona-Kugel und Impfdosen in Flaschen) an die Hauptakteure. 

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