AdUnit Billboard
Bürgerfragestunde

Streit um Luftfilter: Mutter wirft Schwetzinger OB Pöltl stures Verhalten vor

Von 
Volker Widdrat
Lesedauer: 
Symbolbild: Ein Luftfiltergerät steht im Fachraum eines Gymnasiums. © dpa

Schwetzingen. Der Gemeinderat nahm Kenntnis von der Eilentscheidung des Oberbürgermeisters Dr. René Pöltl, zwölf mobile Luftfilter im Wert von 32.764 Euro zu beschaffen und für 150 bestellte CO2-Sensoren beim baden-württembergischen Kultusministerium Fördermittel zu beantragen.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Die Stadt hatte in Abstimmung mit den Schulleitern bereits im Juli sogenannte CO2-Ampeln für 8000 Euro geordert. Gleichzeitig waren an den Schulen alle Unterrichts- und Aufenthaltsräume von unter Zwölfjährigen auf eingeschränkte Lüftungsmöglichkeit erfasst worden. Bei den Rückmeldungen war nur der Bedarf für zwölf mobile Luftfilter gemeldet worden. Die Verwaltung hatte dem Beschlussvorschlag die zusammenfassenden Ergebnisse einer Untersuchung zum Infektionsrisiko in Klassenräumen in Stuttgarter Schulen und die Empfehlungen des Umweltbundesamtes zum Einsatz von mobilen Luftreinigern als unterstützende Maßnahme bei Covid-19 in Schulen beigelegt. Die Landesregierung fördert öffentliche und freie Träger von Schulen und Kindertageseinrichtungen bei der Anschaffung entsprechender Geräte mit einem Volumen von insgesamt 70 Millionen Euro. Die Stadt habe „mit entsprechendem Aufwand die Strategie der Schnelltests als effizientes Mittel und Frühwarnsystem bis dato angewendet“, hieß es in der Begründung des Beschlussvorschlags.

Das Gremium diskutierte nicht. Das war aber in der Bürgerfragestunde am Anfang der Sitzung so gewesen, als einige Mütter von Pöltl wissen wollten, warum die Stadt in Klassenzimmern insbesondere der Grundschulen keine Luftfilter installieren lasse. Der Oftersheimer Gemeinderat beispielsweise habe Luftfilter in den Schulen durchgesetzt. Die Hirschacker-Grundschule habe es ebenso geschafft, solche Geräte zu installieren. Man habe an zwei Orten Infektionen von geimpften Erwachsenen in unterschiedlichen Räumen mit mobilen Luftfiltern gehabt, entgegnete Pöltl. Luftfilter böten keinen wirksamen Schutz, das sei nach wie vor nur durch das regelmäßige Testen und die Beachtung aller Hygieneregeln möglich: „Die Geräte landen alle wieder auf dem Müll.“

Die immer heftiger werdende Diskussion drehte sich im Kreis. Eine Mutter warf Pöltl stures Verhalten vor, er entscheide im Alleingang auf Kosten der Gesundheit der Schüler. Der OB blieb bei seiner Meinung, Luftfilter änderten in Räumen gar nichts. Größere Städte handhabten es ebenso wie Schwetzingen. Die Vorgaben des Kultusministeriums blieben somit bestehen. Das Thema werde viel zu emotional gesehen, es fehle an Sachlichkeit, beendete Pöltl die Fragestunde.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Freier Autor Volker Widdrat ist freier Mitarbeiter.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1