Online-Stammtische - AfD startet Reihe / Auftakt zur Bildungspolitik Treten Mint-Fächer in den Hintergrund?

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zg
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Kreis. Der AfD-Kreisverband Rhein-Neckar startete eine Reihe Online-Stammtische, die im Wochenrhythmus bis zur Landtagswahl stattfinden. Thema der ersten Veranstaltung war die Bildungspolitik, heißt es in einer Pressemitteilung der Partei. Als Referent und Fachmann auf diesem Gebiet war Dr. Rainer Balzer zu Gast. Der bildungspolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion erläuterte Schwerpunkte des Wahlprogramms im Bereich Bildung und berichtete von seinen konkreten Erfahrungen in den vergangenen fünf Jahren im Landtag von Baden-Württemberg.

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Balzer führte aus, dass das Kernziel der AfD im Bildungsbereich die ideologiefreie Bildung sei. Die beiden letzten Landesregierungen unter grüner Beteiligung und grüner Führung hätten das Thema Bildung ideologisch befrachtet, der eigentliche Zweck der Schule, die Befähigung einen Beruf zu erlernen, sei dabei völlig in den Hintergrund getreten, heißt es. Ausdruck dieser Fehlentwicklung sei der sogenannte Bildungsplan, der unbedingt abgeschafft beziehungsweise deutlich überarbeitet werden müsse.

Der AfD-Landtagskandidat Karlheinz Kolb (Wahlkreis Schwetzingen) kritisierte, dass die naturwissenschaftlichen Fächer – die sogenannten Mint-Fächer – bei den Lerninhalten zunehmend gestrichen würden. An deren Stelle träten Gender, Frühsexualisierung und Ähnliches. Diese Lerninhalte seien jedoch, vertritt Kolb die Meinung, keine Grundlage für eine spätere erfolgreiche Berufsausübung. Dem schloss sich der AfD-Landtagskandidat Dieter Amann (Wahlkreis Sinsheim) an. Er kritisierte überdies die CDU-Kultusministerin Susanne Eisenmann. Sie habe den früheren bildungspolitischen Markenkern der CDU aufgegeben und richte sich aus machttaktischen Erwägungen ganz am grünen Koalitionspartner aus.

Rainer Balzer legte weiter dar, dass die AfD sich klar gegen die verpflichtende Ganztagsschule ausspreche. Ausbildung und Bildung sollten nicht nur in der Schule, sondern auch in anderen Bereichen – beispielsweise im Sport – stattfinden. Zur Persönlichkeitsentwicklung gehöre auch die Stärkung der Eigenverantwortung. Kolb und Amann sprachen sich überdies für die unbedingte Beibehaltung des dreigliedrigen Schulsystems aus.

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Zum Themenkomplex Hochschule legte der bildungspolitische Sprecher der AfD Zahlen vor: Bundesweit gebe es 180 Professuren im Fachbereich Pharmazie, 160 in Alten Sprachen – und rund 200 in Genderwissenschaften. Dies belege, so seine Einschätzung, deutlich die Fehlentwicklung in der universitären Ausbildung. Kolb und Amann forderten die Aufrechterhaltung der Hochschulautonomie frei von politischen Vorgaben.

Lebhafte Diskussion

Im Anschluss folgte eine lebhafte Diskussion zwischen den 17 zugeschalteten Teilnehmern. Hierbei bestand Einigkeit, dass der Kern der Bildung die Vermittlung fundierten Wissens sei. Diese beginne bereits in der Schule, heißt es in der AfD-Mitteilung. Die Defizite der Bildungspolitik der vergangenen Jahrzehnte zeigten sich schon darin, dass in immer mehr Berufsbereichen die Bewerber allein schon aufgrund mangelnder Basisqualifikationen scheiterten. So könne das Land seine wirtschaftliche Spitzenposition und damit seinen Wohlstand nicht erhalten. Hier müsse dringend gegengesteuert werden. zg