Einzelhandel - Ladeninhaber freuen sich über Wiedereröffnung – und befolgen Sicherheitsmaßnahmen / Ordnungsamt kontrolliert Trotz Vorgaben positiv gestimmt

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Janina Hardung und Sarah Wallner
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Bei der Modeboutique „Leger Concept“ wird der Kunde von einer Desinfektionsstation begrüßt, das Lächeln der Mitarbeiterinnen reicht bis zu ihren Augen, der Mund und die Nase sind mit einer Maske bedeckt. So sieht es aktuell in vielen Geschäften aus, die laut der neuen Corona-Verordnung des Landes jetzt wieder öffnen dürfen.

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Die beiden Inhaber Ines und Jé-rôme Schramm, die mit „Sugar“ und dem „Outlet“ noch zwei weitere Geschäfte besitzen, nehmen diese Regelungen schon an Tag eins sehr ernst. „Wir wollen unsere Kunden schützen, deshalb haben wir alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen“, erklärt Ines Schramm (kleines Bild) und fügt hinzu: „Die Kunden kommen gut gelaunt in unseren Laden, weil sie richtig froh sind, dass die Geschäfte wieder öffnen. Es ist einfach eine positive Grundstimmung.“

Einzelhandel Schwetzingen: Viele Geschäfte öffnen wieder

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Vorbereitungen getroffen

Um die Ladeninhaber persönlich zu informieren und beratend zur Seite zu stehen ist das Ordnungsamt in vollem Einsatz. „Wir gehen heute in jedes Geschäft, das wieder öffnen darf“, erklärt die Sachgebietsleiterin der Bußgeldstelle Yvonn Rogowski. Zusammen mit ihrer Kollegin Diana Vogt vom Gemeindevollzugsdienst geht sie unter anderem in den Juwelier am Schloss. Das ist eine Ausnahme, denn eigentlich darf hier nur ein Kunde eintreten. Inhaber Thomas Geschwill hat sein Geschäft montags normalerweise geschlossen und ist noch in den Vorbereitungen. „Desinfektion haben wir schon und das wird dann im Eingangsbereich stehen“, sagt er. „Bei Läden mit einem klassischen Kassenbereich – das ist bei Geschwill nicht der Fall – muss außerdem eine Plastikvorrichtung hängen“, klärt Rogowski auf. Auch eine Markierung auf dem Boden sei bei größeren Läden Pflicht. Bei Geschwill reiche ein Schild an der Tür, an dem die Abstandsregelung und die Kundenanzahl angeschrieben stehen. „Das Schild bereiten wir gerade vor, ab morgen dürfen dann nur einzelne Kunden herein oder Pärchen, die dann allerdings den Abstand drinnen einhalten müssen“, erklärt Geschwill.

Vor dem Schuhgeschäft „Salamander“ hat sich schon eine Schlange gebildet. Das Schild am Eingang informiert – nur sechs Kunden dürfen zeitgleich in den Laden. „Wir sind schon sehr gut vorbereitet. Nur der Spuckschutz für die Kasse kam erst heute mit der Post an, deshalb habe ich mir einfach selbst einen gebastelt“, erklärt Filialleiterin Dorothea Amann. Sie und ihre Mitarbeiter nutzen eine Gesichtsmaske, während des Gesprächs wischt sie mit einem Desinfektionsmittel die Kassenfläche ab. „Wir arbeiten in Schichten und haben unsere Öffnungszeiten verkürzt. Wir sind froh, dass wir wieder aufhaben und das Geschäft läuft sehr gut an“, sagt sie. Auch beim Café Napoli öffnen Luisa und Luigi Siciliano die Türe. Eis darf nämlich seit Montag auch wieder auf die Hand verkauft werden. „Wir werden das Tor noch öffnen, um einen separaten Ein- und Ausgang zu haben“, sagt Siciliano.

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Auch beim Besuch in der Modeboutique „Acht F“ sieht man Inhaberin Petra Kaltschmitt die Erleichterung über die Wiederöffnung an. „Ich bin einfach happy, dass nun wieder ein Stück Normalität einkehrt“, erzählt Kaltschmitt. Sie habe überall im Laden Möglichkeiten zur Desinfektion aufgestellt, wie es die Corona-Verordnung vorschreibt. Nach einer Kontrolle des Ordnungsamtes stellt Kaltschmitt zum Schutz noch eine Schale für mögliches Bargeld an die Kasse, bevorzugt wird aber bargeldlose Zahlung. Und sie hat noch eine schöne Idee zum Schutze ihrer Kunden: Mitte der Woche sollen Schutzmasken passend zu ihrer aktuellen Kollektion geliefert werden, die die Kunden beim Kauf erhalten.

Die Esprit-Filialleiterin Loredana Hartung ist auch mehr als zufrieden. Sie hat am Eingang nebst Desinfektionsmittel einen Teller mit zehn einlaminierten Zetteln mit Ziffern aufgestellt, von dem sich die Kunden einen nehmen müssen. Ist der Teller leer, müssen die Kunden warten.

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Das Modehaus Posmyk und auch Möbelhaus Höffner dürfen noch nicht öffnen. „Die neue Verordnung lässt die Abtrennung von Verkaufsflächen nicht zu. Wir haben beide Firmen am Samstag schon direkt informiert“, erklärt der Pressesprecher der Stadt, Wolfgang Leberecht, auf Nachfrage unserer Zeitung.

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Info: Weitere Bilder gibt’s unter www.schwetzinger-zeitung.de

Diese hygienischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Spuckschutz: An den Kassenarbeitsplätzen sind zwischen Kassenpersonal und Kundschaft geeignete Trennvorrichtungen anzubringen – beispielsweise aus Glas oder Plastik.

Markierungen: Als Orientierung sollen Markierungen am Boden im Zulauf zur Kasse angebracht werden, um den Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten.

Bezahlvorgang: Auf die Bezahlung mit Bargeld soll verzichtet und bargeldlose Zahlungsmöglichkeiten genutzt werden. In Fällen, in denen dies nicht möglich ist, hat die Übergabe des Geldes über eine Ablagefläche zu erfolgen.

Ein- und Ausgang: Ein- und Ausgang sollten getrennt und Wartebereiche mit Abstandsmarkierungen versehen werden.

Abstand: Den Kunden muss durch Aushang oder mündliche Mitteilung vor Betreten des Marktes vermittelt werden, dass zu den Mitarbeitern wie auch zu den anderen Kunden grundsätzlich ein Abstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten ist und den Kunden das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung empfohlen wird.

Kundenanzahl: Die Anzahl der Kunden im Geschäft ist in Abhängigkeit von der Verkaufsfläche so zu begrenzen, dass die Abstandsregeln eingehalten werden können. Richtgröße für eine Anzahl von Kunden sind hierbei 20 Quadratmeter Verkaufsfläche pro Person – einschließlich der Beschäftigten.

Hygiene: Allgemeine Hygieneregeln sind in besonderem Maße zu beachten. Für die Kunden ist vor Betreten des Geschäfts nach Möglichkeit die Gelegenheit zur Handdesinfektion zu schaffen.

Hände waschen: Für die Beschäftigten ist eine ausreichende Anzahl an Handwaschgelegenheiten bereitzustellen.

Täglich reinigen: Pausenräume und Sanitärbereiche sind mindestens täglich zu reinigen, auch Gegenstände, die von Kunden angefasst werden, beispielsweise Türgriffe.

Desinfektion: Kassenpersonal ist die Möglichkeit zur Handdesinfektion am Arbeitsplatz zu geben.

Personalwechsel: Bei jedem Personalwechsel am Kassenarbeitsplatz müssen Tastatur, Touchbildschirm oder häufig berührte Flächen gereinigt werden.

Retouren: Von Kunden retournierte Waren sind mit Schutzmaßnahmen, etwa durch Tragen von Handschuhen oder umgehender Handdesinfektion, entgegenzunehmen und für die Dauer einer Woche separiert aufzubewahren.

Fahrzeuge: Im Handel mit Kraftfahrzeugen und im Handel mit Fahrrädern sind Fahrzeuge und Fahrräder nach Probefahrten zu reinigen.

Kleidung direkt waschen: Kunden sind darauf hinzuweisen, dass die Kleidung nach Erwerb gewaschen werden sollte. nina/zg

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Redaktion Redakteurin für Print und Online in Schwetzingen.