Verhandlung vor dem Amtsgericht: Plankstadter wegen des Erwerbs von Drogen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt Urteil lässt Angeklagtem alle Chancen

Lesedauer: 

Plankstadt. Wegen des unerlaubten Erwerbs von Drogen musste sich ein 36-jähriger Mann aus Plankstadt vor dem Amtsgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hatte dem verheirateten Vater eines zwölfjährigen Kindes vorgeworfen, in acht Fällen unter seinem "Szenenamen" jeweils bis zu 0,4 Gramm Heroin für den Eigenkonsum erworben zu haben. Der 36-Jährige soll das Rauschgift im März letzten Jahres im Bereich des Vogelparks von zwei gesondert verfolgten und bereits verurteilten Dealern gekauft haben.

AdUnit urban-intext1

"Verfahrensökonomisch, aber auch dem Recht dienend", setzte sich Verteidiger Manfred Zipper vor dem Strafgericht unter Vorsitz von Richterin Melanie Hund für eine Bewährungsstrafe ein. Sein Mandant räume alle Vorwürfe ein, habe aber mit Drogen nichts mehr am Hut. Der Familienvater stehe gerade in einem Sorgerechtsstreit mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin um das gemeinsame Kind und habe eine feste Arbeitsstelle vorzuweisen. Bereits verurteilte und zurzeit inhaftierte Zeugen müssten nicht mehr gehört werden. Einem Bewährungshelfer solle der Angeklagte nicht unterstellt werden, weil er diese Auflage aus Zeitgründen nicht erfüllen könne. Dafür könne sich die Verteidigung regelmäßige Drogen-Screenings vorstellen.

Das Bundeszentralregister wies drei Einträge für den 36-Jährigen aus, unter anderem wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz in mehreren Fällen. Für alle Verurteilungen war aber die Bewährungszeit abgelaufen gewesen. Rechtsanwalt Zipper konnte sich neun Monate auf zwei Jahre zur Bewährung für seinen Mandanten ausrechnen, eine ambulante Drogentherapie, wie vom Vertreter der Staatsanwaltschaft gefordert, sei wegen nicht vorhandener Tagesfreizeit nicht so ohne Weiteres machbar. Referendar Martin Zschächner pochte auf zehn Monate und eine dreijährige Bewährungsfrist. Außerdem sollte eine Geldauflage mit dabei sein.

Richterin Hund folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft in vollen Umfang. Der 36-Jährige muss 300 Euro an eine Drogenhilfe-Einrichtung bezahlen, zudem muss er spätestens alle drei Monate durch ein Drogen-Screening nachweisen, dass er wirklich vom Rauschgiftkonsum weg ist.

AdUnit urban-intext2

Beide Seiten verzichteten auf Rechtsmittel, das Urteil ist dadurch rechtskräftig. vw