Science Academy

Vom Akademiefieber angesteckt

Hochmotivierte Schwetzinger Schüler arbeiten mit Begeisterung an wissenschaftlichen Themen

Von 
zg
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„Es war extrem interessant – ich habe viel gelernt“, schwärmt Marieke. Die Begeisterung ist bei der Science Academy jederzeit spürbar, die nun mit einem Abschlusswochenende in Adelsheim zu Ende ging. Der Hauptteil der Akademie fand wie jedes Jahr in den letzten beiden Sommerferienwochen statt. Dieses Jahr waren zwei Schwetzinger Schüler dabei: Sebastian Conrad vom Hebel-Gymnasium und Marieke Ludwig vom Privatgymnasium Schwetzingen.

Die Akademie ist ein außergewöhnliches Förderangebot für besonders begabte Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 und 9, die aufgrund herausragender Leistungen und Motivation von ihren Schulen aus ganz Baden-Württemberg vorgeschlagen wurden. In jedem der sechs angebotenen Kurse gibt es Plätze für zwölf Jugendliche. 170 Kandidaten hatten sich mit einem ausführlichen Motivationsschreiben um einen Platz in ihrem Lieblingskurs beworben. Die 72 Talente, die angenommen wurden, tüftelten dann zwei Ferienwochen lang mit Begeisterung an wissenschaftlichen Problemen, die weit über den normalen Schulstoff hinausgehen.

„Tür auf zu neuen Welten“ war das Motto der diesjährigen Science Academy: Marieke Ludwig (l.) und Sebastian Conrad freuen sich, unbekannte Perspek-tiven entdeckt zu haben. © Schillinger

Im Physik-Kurs bauten und programmierten die Schüler eine drehbare Solarplatte, die sich dank geschickt platzierter Sensoren optimal nach der Sonneneinstrahlung ausrichtet. Der Mathematik/Informatik-Kurs hatte den Klimawandel zum Thema, berechnete die Wahrscheinlichkeit von Temperaturrekorden und wertete Klimadaten der eigenen Wettermessstationen aus.

Astronomieprojekt beeindruckt

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Beeindruckend war auch das Projekt des Astronomie-Kurses, den sich Sebastian ausgesucht hatte: Die Schüler entwickelten eine Raketenmission zum Jupitermond Europa. Die Planung umfasste die Berechnung der Bahn, der Treibstoff-Optimierung und des idealen Startzeitpunktes. „Es hat richtig Spaß gemacht, sich in die Themen zu vertiefen“, ist der Hebel-Schüler begeistert, „und außerdem habe ich neue Freunde gefunden.“ Im Biologie-Kurs ging es um die Verdauung und welche Enzyme beteiligt sind. Der Pharmazie-Kurs beschäftigte sich mit der Frage „Woher weiß die Tablette, wo das Kopfweh sitzt?“

Marieke besuchte den Philosophie-Kurs zum Thema „Gerechtigkeit“. Durch die Lektüre schwieriger Texte und die Diskussionen lernten die Schüler, sich zunächst in verschiedene Positionen einzudenken und dann klar und überzeugend zu argumentieren. „Es war krass: Da habe ich einen Text von Kant gelesen und hatte absolut keine Ahnung, was er aussagt. Aber durch die Besprechung habe ich ihn dann doch verstanden“, berichtet die Schülerin des Privatgymnasiums stolz. „Wir hatten im Kurs ein sehr angenehmes Lernklima – und viel Spaß miteinander.“

Die Akademie ist nachhaltig, denn es entstehen Freundschaften mit Gleichgesinnten und gemeinsam werden weitere Herausforderungen bei Wettkämpfen oder anderen Akademien gesucht. Einige ehemalige Teilnehmer kommen als Schülermentoren und Kursleiter gerne wieder. Kein Zweifel: Hier sind alle vom „Akademiefieber“ angesteckt. zg