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Kommentar Von Italienern und „al dente“

Gert Häusler über ein ganz spezielles Ristorante in der Pfalz

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Kommentar von
Gert Häusler
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Stellt sich die Frage nach Essengehen, sind die italienischen Lokale meist eine sichere Bank. Die meisten von uns haben ja auch ein persönliches Lieblingsgericht bei „ihrem“ Italiener.

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Ein Freund wohnt seit geraumer Zeit in der Pfalz. Er schätzt die einheimische Küche, ist aber nach wie vor aufgeschlossen für Spezialitäten aller Art und neue Lokale. Deshalb hat er über längere Zeit interessiert den Umbau eines Lokals in der Nähe beobachtet, der sich auch deswegen hinzog, weil eine neue Küche installiert wurde. Bei seinem ersten Besuch bei „Mamma L.“ (Name geändert) war er überrascht über die hochwertige Einrichtung, wunderte sich aber beim Blick auf die Speisekarte. Da stand nämlich groß „Restaurante Mamma L.“ drauf.

Unser Freund, sehr sprachversiert und entsprechend sensibel beim richtigen Sprachgebrauch, wies die Bedienung – es war die Chefin – darauf hin, dass Italiener eigentlich Ristorante sagen und nicht Restaurant(e).

Darauf ihre Antwort: Sie wäre ja gar keine Italienerin, sondern käme aus dem Kosovo, der Koch sei aber Italiener (der sprach dann nur radebrechend italienisch). Bei der Bestellung wollte sie statt des italienischen Namens des Gerichtes lieber nur die Nummer wissen.

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Auf ihre anschließende Frage, ob es denn geschmeckt habe, meinte unser Freund, dass ein bisschen mehr „al dente“ gut gewesen wäre. Den Ausdruck würde sie gar nicht kennen, aber ob sie etwas „auf das Haus“ bringen dürfe?

Gerne, meinte er und wollte wissen, was in dem Glas sei. An der Theke hätte man gesagt, es wäre ein Grappa, so die Antwort. Der schmeckte zwar sehr gut, konnte aber den Gedanken nicht vertreiben, was man von diesem Lokal wohl halten soll.

Das „Mamma L.“ gibt es nämlich nicht nur in der pfälzischen Provinz, sondern, mit wahrscheinlich gleichem Hintergrund, auch in Frankfurt.

Beim letzten Stammtischtreffen in „unserem Ristorante“ hat unser Freund sein Erlebnis erzählt, zur nachdenklichen Erheiterung von Wirt Giovanni, einem echten Italiener.

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Freier Autor Gert Häusler schreibt gern Kolumnen über Alltägliches.

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