Von Tinte und ihren Tücken

Von 
Gert Häusler
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Gert Häusler, Kommentarbild Bild: Häusler © siehe Bildtext

Im Gegensatz zu seiner stets gleichmütig wirkenden Mutter, ließ Charles, nun King Charles III. von England, bei einigen seiner ersten Auftritte spürbare Verärgerung erkennen. Von Boulevardpresse und sozialen Medien sowieso schon kritisch beäugt, hagelte es sofort hämische Kommentare. Der Grund für sein Missfallen war simpel: Beim Eintrag in Gästebücher kleckste der Stift wiederholt. Da die königliche Unterschrift auf jedem Papier etwas Besonderes darstellt und stolz hergezeigt wird, fällt jede Abweichung – und jeder Klecks – besonders auf.

Viele Menschen können sich vielleicht die Aufregung nicht so recht vorstellen, weil sie meist elektronisch schreiben und nur gelegentlich mit dem Kugelschreiber etwas hinkritzeln. Der klassische Brief in Schönschrift mit einem wertvollen Füllfederhalter wird immer weniger gepflegt.

Sehen kann man die Schreibgeräte dagegen häufiger bei wichtigen Vertragsunterzeichnungen durch Politiker und Wirtschaftsführer. Förmlich zelebriert werden solche Unterschriften insbesondere von amerikanischen Präsidenten. Für jede Unterschrift verwenden sie einen anderer Füller. Anschließend werden die Geräte an verdiente Mitarbeiter oder Gäste verteilt. Trotz dieser glanzvollen Einsätze denken die meisten bei Tinte heute eher an den Tintenstrahldrucker.

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Früher beschäftigten sich diverse Ratgeber noch ausführlich mit der Entfernung von Tintenflecken in Tischdecken, Kleidung und an den Händen. Das hat abgenommen, wie auch der sogenannte Rorschach-Test. Dieser „Tintenkleckstest“ ist ein psychologischer Diagnostik- und Persönlichkeitstest, bei dem Gebilde, zufällig geformt durch Tintenkleckse, gedeutet werden. Bei Wissenschaftlern ist er allerdings inzwischen etwas umstritten. Ob sich das Verhältnis von König Charles zu den Klecksen im Allgemeinen wohl etwas entspannt hat?