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Vorschrift vor Einsicht?

Gert Häusler über fragwürdige Traditionen mit Nachgeschmack

Von 
Gert Häusler
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Wahrscheinlich würde Karl Mays Romanheld Winnetou verwundert sein Haupt schütteln, wäre er heutzutage Gast auf dem Dürkheimer Wurstmarkt – dem gerade zu Ende gegangenen größten Weinfest der Welt. Mussten die Häuptlinge einst ihre Stämme immer wieder vom Feuerwasser des weißen Mannes fernhalten, käme er heute ziemlich in Erklärungsnot. Bierfreunde finden inzwischen zwar selbstverständlich in Kneipen und Restaurants auch alkoholfreie Biere vor, wenn sie aus unterschiedlichen Gründen auf Alkoholisches verzichten wollen, zumal das der guten Laune am Tisch meist keinen Abbruch tut. Allerdings scheinen diese Selbstverständlichkeiten Grenzen zu haben.

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Wie zu lesen war, darf auf dem besagten Wurstmarkt kein alkoholfreier Wein ausgeschenkt werden – per Satzung. Gerade Wein ist Geschmackssache, vorrangig sollte deshalb die Qualität sein. Alkoholgehalt hin oder her. Wenn renommierte Winzer zunehmend auch alkoholfreie Weine in ihr Sortiment aufnehmen, kann man hinter die Dürkheimer Satzung aber schon ein dickes Fragezeichen setzen. Eine der banalsten Antworten, warum oft fragwürdige Aktionen durchgeführt werden, ist ja, „weil es nicht verboten ist“. Das gilt zunehmend für alle Lebensbereiche, wie dem Einhalten bestimmter Hygieneregeln oder Vollgas-Energiesparen auf der Autobahn. Weshalb sollte man also im Gegenzug nicht auch vernünftige Dinge einfach einmal nicht verbieten?

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Meinung Lasst alkoholfreien Wein auf dem Dürkheimer Wurstmarkt zu!

Veröffentlicht
Kommentar von
Stephan Alfter
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