Bismarckplatz - Für eine Baufreigabe fehlt noch immer der Statiknachweis für die Leimbachmauer Wann ist der Schandfleck weg?

Von 
Gerhard Rieger
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Der Schnee legte in den letzten Tagen noch ein wenig Idylle über den an einem wichtigen Eingangstor zur Stadt gelagerten Bauschutt und Bodenaushub am Bismarckplatz. Eigentlich sollte hier längst ein Wohn- und Geschäftshaus stehen. © Rieger

Als wahrer Schandfleck an einer wichtigen Zufahrtsstraße in die Stadt Schwetzingen präsentiert sich schon seit Jahren die Baustelle am Bismarckplatz und der gesamte Bereich der angrenzenden Leimbachbrücke. Schon seit mehr als fünf Jahren liegt der Platz auf dem ehemaligen Moll-Gelände brach und nichts geht vorwärts. Ursprünglich befand sich einmal eine Tankstelle darauf.

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Die Firma Bau Art in Hockenheim ist bereits seit Jahren der neue Eigentümer und man hörte schon oft von Planungen für ein sehr ambitioniertes Bauvorhaben an dieser Stelle. „Es muss hier endlich mal vorwärts gehen, die ganze Stadt regt sich über diesen unmöglichen Zustand und den schlimmen Anblick auf“, sagt uns Armin Haas, der frühere Unternehmer, der unzähligen Schwetzingern aus der Seele spricht, beim Vorbeigehen. Als im September 2020 plötzlich am Bauzaun ein großer, auffälliger Baustromverteiler auftauchte, dachten viele, dass der Baubeginn bevorsteht. Aber weit gefehlt. Ein, zwei Tage lang erfolgten Rodungsarbeiten an Büschen und Bäumen und es wurden schön getrennte, große Berge an Mutterboden, Steinen und Grünschnitt aufgehäuft.

Anfragen bleiben unbeantwortet

Mit der Frage nach einem anstehenden Baubeginn wandten wir uns im September und Oktober mit zwei E-Mails und einem Anruf an die Firma Bau Art. Jedoch blieb alles unbeantwortet. Auch auf eine erneute E-Mail-Anfrage Ende Januar 2021 kam keinerlei Reaktion. Daraufhin kontaktierte unsere Zeitung Bürgermeister Matthias Steffan. Wir hörten von ihm, dass er selbst schon seit langer Zeit ratlos sei und sich einige Vorgänge nicht erklären könne.

Schon im Mai 2016 sei seitens der Stadt eine Baugenehmigung an die Firma Bau Art erteilt worden. Zwischenzeitlich sei diese bereits zweimal verlängert worden. Aktuell stehe noch ein Statiknachweis aus, welcher die Standsicherheit, Dichte und Funktionsfähigkeit der angrenzenden Ufer- und Hochwasserschutzmauer des Leimbachs bestätigen muss. Dieses Gutachten wird vom Wasserrechtsamt des Regierungspräsidium gefordert.

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„Die Firma Bau Art weiß das. Es muss sichergestellt sein, dass dieser Stand- und Hochwasserschutz auch nach Fertigstellung des neuen Bauvorhabens gewährleistet bleibt. Ohne dieses Gutachten darf seitens der Stadt die Baufreigabe als letzter Verwaltungsakt nicht erfolgen“, so Steffan: „Seit mehr als anderthalb Jahren beraten und unterstützen wir die Firma auch dabei, aber leider tut sich nichts“, bedauert er. Es steht also zu befürchten, dass sich diese unglückliche „Never ending Story“ mit ihrem Stillstand noch länger hinziehen wird und uns der Schandfleck bleibt.