Warteschleifen

Gert Häusler über die Zeit am Telefon und diverse Unterhaltung

Von 
Gert Häusler
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Persönliche Kontakte für Anfragen und Erledigungen werden immer seltener. Die Hürden bei Firmen, Ämtern oder Arztpraxen sind inzwischen Internet und Telefonservice. Weil nicht alle diese über die Homepage überwinden wollen oder können, bleibt der Weg über das Telefon.

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Der kann aber nicht weniger holprig sein: Stolpert man beim Internet manchmal über die Technik, ist es beim Telefonieren die „Zentrale“, denn gefühlt ist sie fast immer besetzt. Auch die direkte Durchwahl zu einem Sachbearbeiter wird aus Rationalisierungsgründen kaum noch genannt. Mit dem Freizeichen kommt meist eine Stimme vom Band, die verkündet, dass alle Telefonleitungen belegt sind oder alle Mitarbeiter „im Kundengespräch“ seien. Man möge etwas Geduld haben. Häufig folgt dann in einer Endlosschleife Musik, zwischendurch immer wieder unterbrochen mit „sie werden mit dem nächsten freien Platz verbunden“.

Bei manchen Firmen erfährt man zusätzlich, wie viele Minuten man noch warten muss. Bei anderen Telefonzentralen gibt es erst ein Tippspiel: „Wenn Sie das Anliegen . . . haben, drücken Sie die Eins, haben Sie Fragen zu … drücken Sie die Drei, trifft keine der Möglichkeiten zu, drücken Sie die Sieben“. Egal welche Zahl man dann drückt, kann es passieren, dass man wieder nur in der Warteschleife landet. Das Gefühl, fast einen Vormittag in Warteschleifen nur wegen der Änderung eines Tarifes oder einer kurzen Rückfrage verbracht zu haben, kannten bisher schon viele. Geduld ist mehr denn je gefragt. Die Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung tun sicher ihr Bestes und sind oft auch an ihrer Belastungsgrenze.

Freie Autorenschaft Gert Häusler schreibt gern Kolumnen über Alltägliches.