CDU - Landtagskandidat Andreas Sturm diskutiert gemeinsam mit Professor Andreas Löschel und Bernd Kappenstein über Energiemodelle Wasserstoff gehört die Zukunft

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zg
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Andreas Sturm (r.) im Chat mit Andreas Löschel (u.) und Bernd Kappenstein. © Sturm

„Energieversorgung ist eine der größten Herausforderungen der Zukunft. Gerade bei längeren Dunkelflauten, bei wenig Wind und Sonne, gilt es zu überbrücken und Technologien zu entwickeln, die die Zwischenspeicherung in großen Mengen ermöglichen. Wasserstoff ist hierbei eine der Schlüsseltechnologien“, sagte Landtagskandidat Sturm in seiner Einleitung zur Diskussion „Zukunft Wasserstoff?!“.So heißt es in einer Pressemitteilung.

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Als Diskussionspartner hatte Sturm zwei Experten eingeladen. Der Schwetzinger Professor Andreas Löschel ist Inhaber des Lehrstuhls für Energie- und Ressourcenökonomik an der Universität Münster, berät und begleitet die Bundesregierung als Vorsitzender der Expertenkommission zur Energiewende. Bernd Kappenstein, auch bekannt als „Mr. Wasserstoff“, war Leiter des Fachbereichs „Energie und Mobilität“ der Metropolregion Rhein-Neckar und hat sich durch sein Engagement um das Wasserstoff-Modellprojekt einen Namen gemacht.

Bis 2050 klimaneutral

Eine große Zukunft zur Erreichung der Klimaneutralität werde dem grünen Wasserstoff vorausgesagt, der durch die Elektrolyse von Wasser hergestellt wird. Für die Elektrolyse wird dafür nur Strom aus erneuerbaren Energien eingesetzt. „Die wichtigsten Anwendungsbereiche des Wasserstoffs in den nächsten Jahren werden Mobilität, Energie und die Quartiersentwicklung sein“, führte Kappenstein aus. „Aber vor allem auf dem Güterverkehr mit großen Lasten und weiten Strecken wird unser Schwerpunkt liegen.“ „Ende des Jahrzehnts brauchen wir eine Lösung auch für die Industrie, sonst können wir die ambitionierten Klimaziele der Bundesregierung gar nicht erreichen“, ergänzte Andreas Löschel. Deutschland soll bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden.

Es sei vor allem wichtig, dass seitens der Politik Rahmenbedingungen geschaffen würden, um diese Technologie marktfähig zu machen, waren sich Kappenstein und Löschel einig. „Natürlich dauert es noch, bis die Produktion von Wasserstoff wirtschaftlich ist, aber mit dem richtigen Rahmen kann sich die Wirtschaftlichkeit relativ schnell einstellen. Dazu braucht es günstigen grünen Strom, eine passende Infrastruktur und der Ausstoß von CO2 muss in den nächsten Jahren noch teurer werden.“ Kappenstein hielt es durchaus für vertretbar, in Stufen vorzugehen, also nicht sofort ausschließlich auf grünen Wasserstoff zu setzen. Mit der Abscheidung von CO2, wie dies bei den Anrainern von Nord- und Ostsee favorisiert werde, also dem blauen Wasserstoff gebe es marktreife Möglichkeiten, Fahrt aufzunehmen. Auch die bei der BASF erprobte Methanpyrolyse könne ein Lösungsweg sein. „Keineswegs dürften wir Zeit verplempern“, mahnte der ehemalige Schwetzinger Oberbürgermeister. Schließlich gelte es, den Wirtschaftsraum mit ausreichender und verlässlicher Energie zu versorgen. Ansonsten stehe zu befürchten, dass die Industrie und damit wichtige Arbeitsplätze dem Energieangebot anderswo folgen. Dem müsse dringend vorgebeugt werden.

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Die Region Rhein-Neckar nehme deutschlandweit mittlerweile eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung der Wasserstofftechnologie ein. Deshalb sei es wichtig, so Sturm, Start-Ups, Forschung, junge Unternehmen und exzellente Lehre zusammenzubringen. So wie dies bereits im H2-Campus Eppelheim geschehe. Sturm hatte sich vor Ort selbst ein Bild der Außenstelle der Dualen Hochschule gemacht. „Gerade die Entwicklung von Anlagen für den Hausgebrauch, die einem ermöglichen, die Sonnenenergie in grünen Wasserstoff umzuwandeln und im Anschluss für den Eigengebrauch auch speichern zu können, ist ein spannendes Thema und kann zu einem Paradigmenwechsel auf dem Gebiet der Anwendung des Wasserstoffs bringen.“

Fragen beantwortet

Weiterhin wurden auch Fragen der Facebook- und Instagram-Nutzer besprochen. Unter anderem die Effizienz von Wasserstoff. Diese Betrachtung, so Ökonom Löschel, sei aber zu kurz gesprungen, da aus Systemperspektive oft einfach keine anderen Optionen verfügbar seien – etwa bei der stofflichen Nutzung in der Chemie oder Stahlerzeugung. Man müsse auch aus dem deutschen Kontext heraus. „Uns muss klar sein, dass wir den Bedarf, den wir haben, in Deutschland nicht alleine herstellen können.“

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„Wir sind in der Region bereits führend in der Wasserstoffentwicklung und müssen diese Position mit klugen Konzepten und hervorragender Vernetzung noch weiter ausbauen, um auch weiterhin so erfolgreich sein, in unserer Region Arbeitsplätze und Wohlstand zu sichern und die Umwelt bewahren zu können“, das waren Sturms Schlussworte. zg

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Info: Die Veranstaltung ist auf You-tube abrufbar und mit den Stichworten „wasserstoff sturm löschel kappenstein“ zu finden.