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Wenn Europol ständig anruft

Jürgen Gruler kann die Dreistigkeit der Betrüger kaum noch fassen

Von 
Jürgen Gruler
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Nachdem ich diese Woche schon einen freundlichen E-Mail-Austausch mit einem hiesigen Polizisten hatte, wunderte ich kurze Zeit später dann doch über einen Anruf auf meinem Handy: „This call is from Europol. We would like to inform you, that your identity card number is in misuse. For more information please press number 1.“ Ich kramte meine Schulenglisch aus der hintersten Gehirnstube und übersetzte das sinngemäß damit, dass wohl mit meinem Ausweis Dinge gemacht werden, die strafbar sein könnten. Ist doch nett von der europäischen Polizei-behörde, dass sie mich darüber informiert, aber so blöd, dann auf meinem Handy die Nummer eins zu drücken, war ich dann doch nicht. Ich legte auf, blockierte die Nummer. Denn ich dachte mir gleich, dass das nur eine neue Betrugsmasche sein kann.

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Ich las dann bei Kollegen von einer Frau aus Iserlohn (NRW), die eine hohe Geldsumme an die Europol-Betrüger verloren hat. Sie wurde zu einem vermeintlichen Europol-Sachbearbeiter weitergeleitet, der in englischer Sprache mit indischem Akzent den vermeintlichen Identitätsmissbrauch bestätigte. Sie sei zur sofortigen Zusammenarbeit verpflichtet. Andernfalls drohten „erhebliche Folgen“ bis hin zu einer Gefängnisstrafe.

Sie musste „zu ihrer Sicherheit“ Google-Play-Karten kaufen. Das tat sie, bis das Tageslimit ihrer Bankkarte erreicht war. Die Gutscheinkartennummern gab sie telefonisch weiter – auch die Personalausweisnummer. Am Ende hatte sie viel Geld verloren.

Chefredaktion Jürgen Gruler ist Chefredakteur der Schwetzinger Zeitung.

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