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Wirklich wahr?

Gert Häusler über die Sache mit den „Kirschen in Nachbars Garten“

Von 
Gert Häusler
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Eigentlich kann man nur das, was man aus eigenem Erleben kennt, richtig beurteilen. So sollen die „Kirschen in Nachbars Garten“ laut Redensart zwar immer süßer sein als die eigenen, doch wer weiß, ob nicht der Wurm drinsteckt.

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Genauso ist es bei den unzähligen Apps die auflisten, was wahlweise von Hotels, Restaurants, Arztpraxen oder Autowerkstätten zu halten ist. Da weiß man auch nicht so genau, was die Kritiker oder Lobhudler gerade antreibt und wie sie zu ihrem Urteil kommen. Beispiel: Die immer wieder im Test befindlichen Telefonanbieter und Provider. Weil beim Marktführer Telekom fast jeder einmal dabei war, kann eben auch jeder mitreden und einschlägige Erfahrungen beisteuern. Hier gilt das mit den Kirschen aber ebenfalls, denn was bei der Telekom immer mal wieder zu kritisieren ist, muss anderswo nicht zwangsläufig besser sein.

Nach dem routinierten Ablauf beim Wechsel von Hard- und Software und ersten positiven Erfahrungen, kann es auch hier passieren, dass sich „Würmer“ einschleichen, konkret in Form von gestörtem Wlan. Die „Vorrang-Service-Nummer ohne lästige Wartezeiten“ ist dauerbesetzt, die direkte Internetverbindung funktioniert nicht, weil ja die Wlan-Verbindung ausgefallen ist. Dann endlich über das Smartphone nach längerem Versuch einer telefonische Analyse, die erste Auskunft (sonntags), dass man für die Störung einen Techniker benötige, der sich Montagmorgen gleich melden würde. Zehn Minuten später: „Storno, kein Techniker, es liegt im Gebiet eine großflächige Störung vor, könnte drei Tage dauern.“ Sonst keine weitere Info – auch nicht in der „Dialog-App“.

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Weiterer Anruf beim Anbieter, vier Tage später: Die unbekannte Störung konnte noch nicht beseitigt werden, wahrscheinlich würde es Ende des Monats werden. Es wäre auch nichts zu machen, die Störung läge bei der Telekom (!). Der Hinweis, dass man da ja besser gleich bei der Telekom bleibt, weil man sich dann direkt über das Original ärgern kann, führte zu einem etwas gequälten Lachen. Allerdings blieb eine Hilfe von dieser Stelle weiterhin aus. Erneuter Versuch per Smartphone-Chat. Diesmal ein Mitarbeiter mit einer Lösung: Ein Stick soll eine provisorische Verbindung herstellen – natürlich ohne die eigentlich beim Wechsel vereinbarte Leistung. Der Stick kam dann nach insgesamt zehn Tagen mit Telefonaten, E-Mails, und Chats. Der Begleitbrief zum Stick begann mit der munteren Formulierung: „Gut, dass Sie sich gemeldet haben, anbei die angekündigte technische Hilfe“. Mal gespannt wie es weiter geht, die Kirschen sind noch nicht geerntet.

Freier Autor Gert Häusler schreibt gern Kolumnen über Alltägliches.

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