Pandemie

Wohin sich die Corona-Fallzahlen im Südwesten entwickeln

Von 
dpa
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Symbolbild © iStock

Stuttgart. Gut sah es aus seit Mitte Februar: Die Kurve der Corona-Fallzahlen in Baden-Württemberg zeigte deutlich nach unten. Doch nun scheint der Abwärtstrend gebrochen. Die Neuinfektionen nehmen seit mehreren Tagen wieder zu - trotz eines minimalen Inzidenz-Rückgangs zum Wochenanfang. Ist das bereits eine neue Welle? Was es mit dem Anstieg auf sich hat und was das für die Kliniken im Land bedeutet.

Warum steigt die Inzidenz?

Fastnacht und Lockerungen sind für das Landesgesundheitsamt die wohl maßgeblichsten Gründe. Während der Faschingsferien waren die Menschen häufiger unterwegs und hatten auch mehr Kontakte, so die Einschätzung der Behörde. Zugleich hob die Landesregierung bereits Ende Februar zahlreiche Corona-Maßnahmen auf. Ein weiterer Grund könnte die wohl noch leichter übertragbare Omikron-Untervariante BA.2 sein. Ihr Anteil an den Neuinfektionen nimmt weiter zu und könnte die Omikron-Welle laut Experten verlängern.

Wie ist die Belastung in den Kliniken in Baden-Württemberg?

Weiter sehr hoch. Jedes freie Bett werde genutzt, um die in den vergangenen Monaten zum Teil mehrfach verschobenen Operationen nachzuholen, teilte Matthias Einwag mit, Hauptgeschäftsführer der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft. Der Zeitpunkt, zu dem die Krankenhäuser in den Normalbetrieb übergehen könnten, rücke in weitere Ferne. Von der "relativ entspannten Situation im Sommer 2021" sind die Kliniken demnach noch weit entfernt. Damals wurden Einwag zufolge rund 50 Covid-Patienten auf den Intensivstationen behandelt, zuletzt waren es noch deutlich mehr als 200. Auch auf den Normalstationen bleibt die Auslastung mit Corona-Infizierten hoch.

Was heißt das für den Sommer?

Auch bei wärmeren Temperaturen wird uns Corona wohl erhalten bleiben. Der Virologe Christian Drosten etwa geht nicht von einem infektionsfreien Sommer aus. Als Gründe nannte er den nicht ausreichenden Impffortschritt und die weiter hohe Infektionstätigkeit. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnte zuletzt gar vor einer Sommerwelle bei den Neuinfektionen. Die Einhaltung der Schutzmaßnahmen und die Impfung seien nach wie vor wichtig, um das Infektionsgeschehen bestmöglich einzudämmen, betonte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Stuttgart.

Wie sehr ist auf die aktuellen Zahlen Verlass?

Immer wieder ist von Meldeverzug und einer Dunkelziffer die Rede. Fakt ist: Die Gesundheitsämter verfolgen nicht mehr alle Kontakte. Zugleich fällt derzeit weiter mehr als jeder zweite PCR-Test positiv aus. Je höher die sogenannte Positivrate ist, desto größer dürfte die Zahl der unerkannten Infektionen sein. Die Fallzahlen in Kombination mit den Daten zur Auslastung in den Kliniken ermöglichten weiterhin eine sichere Beurteilung der Lage, zeigte sich der Sprecher des Gesundheitsministeriums überzeugt.

Bringt der neue Impfstoff von Novavax eine Wende?

Bislang nicht. Es gab die Erwartung, dass vor allem Menschen, die den mRNA-Impfstoffen kritisch gegenüberstehen, zu diesem Vakzin greifen würden. Doch die Nachfrage ist derzeit gering. Das Gesundheitsministerium hat aber die Hoffnung, dass die Nachfrage noch steigen wird, wie ein Sprecher mitteilte.

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