Corona-Pandemie - Die Zahl der Immunisierungen steigt Alten- und Pflegeheime sind jetzt komplett geimpft

Von 
Nikolaus Meyer
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Speyer. Bei einer Pressekonferenz zur Infektionslage in Speyer konnte Oberbürgermeisterin Stefanie Zeiler trotz eines deutlichen Fortschritts bei den Impfungen und der relativ niedrigen Inzidenzzahl von 35,6 keine Entwarnung geben. Gründe gab es gleich mehrere. Doch zunächst konnte Christian Kölsch, stellvertretender Brand- und Katastrophenschutzinspekteur, mit erfreulichen Zahlen aufwarten. So wurden in der Berichtswoche (Donnerstag bis Donnerstag) 3221 Impfungen im Speyerer Impfzentrum vorgenommen. Das sind 639 mehr als in der Woche zuvor. Auf die Gesamtzahl entfielen 2041 Erst- und 1180 Zweit-impfungen. Darin enthalten waren 1644 Impfdosen für Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, was einem Zuwachs von 327 Impfungen entspricht. Damit konnte der Impfprozess bei allen impfwilligen Bewohnern und Pflegekräften von Alten- und Pflegeheimen zum Abschluss gebracht werden, so Kölsch.

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Auf der Habenseite ist ferner zu verbuchen, dass am Wochenende mit Hilfe des Technischen Hilfswerkes die Erweiterung des Impfzentrums um eine zweite Impfstraße in Angriff genommen wird, die ihren Betrieb spätestens am Mittwoch, 17. Februar, aufnehmen wird. Allerdings bleibt es vorläufig bei einer Kapazität von 200 Impfungen täglich. Dadurch kommt es jedoch zur Entflechtung von Erst- und Zweiimpfungen, was zur Optimierung des Ablaufes vor Ort beitragen dürfte.

Möglicherweise kommt es dann auch zur einer bisher nicht für möglich gehaltenen und in Deutschland teilweise gegen die geltenden Bestimmungen durchgeführten und daher heftig kritisierten Praxis, wonach es „Vordränglern“ aus Prioritätengruppe zwei gelungen sei, sich impfen zu lassen. In Speyer sollte das erst gar nicht zum Problem werden, was mit dem Impfstoff von Astrazeneca zu tun hat, der nach den Ausführungen des medizinischen Fachberaters der Stadt, Dr. Klaus-Peter Wresch, für die Altersgruppe unter 55 Jahren in Deutschland zugelassen wurde und dem hiesigen Impfzentrum künftig zur Verfügung steht.

Wresch, der das Abstrichzentrum in der Halle 101 leitet, forderte dennoch dazu auf, wachsam zu bleiben. Was vor allem mit den Ergebnissen im Abstrichzentrum und der Gefahr durch die drei Mutationsformen zu tun habe. Pro Woche würden im Abstrichzentrum 120 Tests durchgeführt, informierte er. Davon seien in der Vorwoche 16 Prozent und bis zum gestrigen Donnerstag 10 Prozent positiv gewesen. Was immer noch deutlich überm Bundesdurchschnitt von sieben Prozent liege.

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Was die britischen Mutationsvarianten anbelange, seien je drei Fälle in Ludwigshafen und dem Rhein-Pfalz-Kreis festgestellt worden. In Speyer sei bisher kein Fall bekannt, aber bei einem Anteil von 6,9 Prozent bei allen in Deutschland durchgeführten Testungen sei es wohl nur eine Frage der Zeit, bis eine der Mutationsformen auch hier auftauche. Dann werde es echt besorgniserregend, unterstrich Wresch: „Mit einer Steigerungsrate von 30 Prozent ist die Dynamik der Ansteckungen durch Mutationen wesentlich höher als beim ursprünglichen Virus.“

OB Seiler will noch abwarten

Davon zeigt sich auch Oberbürgermeisterin Seiler beeindruckt. Vor allem die Gefahr durch Mutationen lasse derzeit keine Lockerungen zu, was nichts mit Willkür zu tun habe. „Wir müssen abwarten, wie sich die Zahlen entwickeln und sind in unseren Entscheidungen auch davon abhängig, was die Landesverordnung zulasse. Über einer Inzidenzzahl von 50 sei keine ordnungsgemäße Nachverfolgung möglich, betonte die Stadtchefin.

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DRK-Vorsitzende Caroline Diven erinnert an ein Serviceangebot, das Senioren bei der Registrierung für die Vergabe eines Impftermins hilft. Dazu müssen Hilfesuchende, die über ein Infoschreiben des Landes verfügen, lediglich telefonisch einen Termin im DRK-Kleiderladen in der Lessingstraße 13 machen. Dorthin müssen sie mit dem Schreiben und dem Personalausweis kommen. DRK-Mitarbeiter nehmen dann die Registrierung beim Land telefonisch oder über die Hotline vor. Die Senioren müssen dann nur noch auf die Bestätigung eines Impftermins aus Mainz warten – Terminvereinbarung unter 06232/60 02 14.

Freie Autorenschaft 1993: Beginn journalistische Tätigkeit als freier Journalist und ständiger Mitarbeiter der Speyerer Tagespost. Nach Einstellung der traditionsreichen Zeitung am 31. Dezember 2002 verzugsloser Wechsel als ständiger Mitarbeiter zur Schwetzinger Zeitung. Verfasser mehrerer Sonderserien. Unter anderem: Chronik der Speyerer Luftfahrtgeschichte und 4-teilige Serie 40 Jahre Bundeswehrgarnison Speyer mit militär-historischem Rückblick. Ferner Reiseberichte Litauen und Lettland. Sonderseite Geschichte, Brand und Wiedereröffnung Anna Amalia Bibliothek Weimar. Exklusiv-Interviews mit bekannten Persönlichkeiten der Zeitgeschichte wie Ex-Staatspräsident Lech Walesa, Kaiserliche Hoheit Prinzessin Alix Napoleon, Schauspieler Mario Adorf, Ministerpräsident a. D. Dr. Bernhard Vogel, Weltschiedsrichter Markus Merk. Ungeachtet dessen bilden kommunale Ereignisse der Stadt Speyer den Schwerpunkt der Berichterstattung. Sonstiges: Autor des 2006 erschienenen Buches „Höhepunkte der Speyerer Stadtgeschichte in Versen, Texten und Bildern“.