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Weihnachtspredigt in Speyer

Bischof Wiesemann ruft zu Balance von Freiheit und Rücksichtnahme auf

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zg
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Die Zelebranten ziehen in den Dom ein. Vor Bischof Wiesemann die Domkapitulare Karl-Ludwig Hundemer (v. li.) und Generalvikar Andreas Sturm. © Venus

Speyer. Zu einem Aushalten der Spannungsbögen des Lebens hat Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann in seiner Predigt am ersten Weihnachtsfeiertag im Speyerer Dom aufgerufen: „In allen Dimensionen des Lebens gilt es den Punkt zu finden, in dem sich die wirkenden Kräfte nicht gegenseitig zersetzen und zerstören, sondern sich Räume gelingenden Zusammenlebens auftun.“ Davon hänge das Gelingen nicht nur des eigenen Lebens, sondern des zerbrechlichen Gleichgewichtes ab, das angesichts der wachsenden ökologischen Bedrohungen und sozialen Spannungen entscheidend sei.

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In seiner Menschwerdung zeige Gott den Menschen die innere Mitte, „die Liebe, in der sich Freiheit und Verantwortung miteinander vermählen und der humane Raum der Solidarität und Mitmenschlichkeit entsteht.“ Der Bischof betonte: „Wo die Liebe wohnt, wohnt Gott.“ Notwendig sei eine neue Balance zwischen Freiheit und Rücksichtnahme. „Keiner lebt für sich allein. Es gibt keine Freiheit, die nicht auch Auswirkungen auf andere hat“, so Wiesemann.

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Er warnte vor Freiheitsvorstellungen, die sich nur auf sich selbst beziehen. Die Illusion uneingeschränkter Freiheit habe schon „lange ihre Unschuld verloren“. Ein Leben auf Kosten der kommenden Generationen könne nicht glücklich machen. „Wenn die Coronakrise ein Gutes bewirken kann, dann dass uns der Wert des Miteinanders, der Verantwortung füreinander, die Sinnhaftigkeit und Kostbarkeit des miteinander geteilten Lebens wieder mehr ins Bewusstsein rückt.

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Wiesemann stellt fest: „Unsere Gesellschaft muss ihre innere Mitte wieder finden.“ Wenn das Vertrauen in diese Mitte schwinde, dominierten die Extreme. „Dann wird aus dem zerbrechlichen Gefüge von Freiheit und Verantwortung Gewalt, Hass und Spaltung.“ Er ermutigte zu einer neuen Kultur des Miteinanders. „Was wir brauchen, sind Menschen, die sich nicht von ihren Ängsten und Befürchtungen, sondern von ihrer Sehnsucht leiten lassen.“

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Der Konzertchor des Mädchenchores und der jungen Männerstimmen der Domsingknaben gestalteten den Gottesdienst musikalisch mit der „Missa secunda“ von Hans Leo Hassler sowie Liedsätzen von Praetorius, Jones und Heiß. Der Gottesdienst im Dom wurde per Livestream auf den Social Media Kanälen von Dom und Bistum übertragen.

Chance eines neuen Anfangs

Die Christmette am Heilig Abend zelebrierte Weihbischof Otto Georgens. „Gott kommt als Kind in unsere Welt, weil wir uns über ihn freuen sollen wie ein Kind, weil wir wieder als Menschen leben sollen“, sagte er in seiner Predigt. Die Botschaft der Heiligen Nacht habe ihren Ursprung in der Suche nach einem Kind, „das unsere Träume und Hoffnungen von einem Leben mit all den unverstellten Möglichkeiten erfüllt und das Bild eines neuen und heilen Menschseins wach hält.“

Lieben und geliebt werden

Damit sei die Chance eines neuen Anfangs verbunden. „Mitten in einer Zeit, in der politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Zwänge herrschen, wo Macht und Gewalt unser Leben mehr und mehr bestimmen, will Gott die Herrschaft übernehmen, aber nicht als mächtiger König, sondern als kleines, hilfloses Kind.“ Gott liefere damit sich und seine Sache ganz an die Menschen aus, so Georgens. „Nicht das ist wichtig, was wir vordergründig für wichtig halten: Immer mehr haben, immer höher hinaus, immer weitere Reisen, die unsere Sehnsucht doch nicht erfüllen können. Sondern wichtig ist das, was für alle Kinder wie für das göttliche Kind wichtig ist: Lieben und geliebt werden, in die Arme nehmen und in die Arme genommen werden.“

Sängerinnen und Sänger des Domchores sangen die „Salzburger-Stille-Nacht-Messe“ für Chor, Flöte, Klarinette, Horn und Orgel von Wolfram Menschick sowie weihnachtliche Werke von John Rutter. Die Orgel spielte in den Weihnachtsgottesdiensten mit Bischof und Weihbischof Domorganist Markus Eichenlaub. zg

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