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Dom - Professor Andreas Odenthal lobt beim Jahrestreffen der Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte die Kathedrale

Das Gotteshaus als „sakraler Kosmos“

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Professor Dr. Bernhard Schneider (M.) ehrt Dr. Kurt Andermann (r.) und Dr. Gerhard Fouquet (l.) während des Jahrestreffens im Dom. © Domkapitel Speyer

Speyer. Die Speyerer Bistumsgruppe der Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte hatte zur Festveranstaltung im Speyerer Dom eingeladen. Geehrt wurden die beiden Professoren Dr. Kurt Andermann (Freiburg) und Dr. Gerhard Fouquet (Kiel). Der Präsident Prof. Dr. Bernhard Schneider (Trier) übergab den beiden Historikern die Ehrengabe der Gesellschaft. Den Festvortrag zum Thema „Gottesdienst an der Saliergrablege. Zur Liturgie am Speyerer Dom im späten Mittelalter“ hielt Professor Dr. Andreas Odenthal (Bonn). Für die musikalische Gestaltung der Feier, bei der Weihbischof Otto Georgens die Eröffnung und das Schlusswort übernahm, sorgte Domorganist Markus Eichenlaub.

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Andreas Odenthal, Professor für Liturgiewissenschaft in Bonn, las zu Beginn dem Speyerer Domkapitel die Leviten. Er sei heute, am Weihetag der Krypta, dort gewesen und habe keine brennenden Kerzen vorgefunden. Damit stieg er in die Materie ein, indem er den Anwesenden das liturgische Verständnis des Mittelalters näher brachte, das sich fundamental vom heutigen unterscheide. Im Mittelalter seien innerhalb eines Jahres 12 167 Messen im Dom gefeiert worden. Allerdings seien dies keine Messen mit dem Zweck der Gemeindeeucharistie, sondern Messen zur Ehre der Altäre und der dort verehrten Heiligen gewesen.

Der gesamte Dom, so Odenthal, sei als „sakraler Kosmos“ zu verstehen, der in der Liturgie durchschritten wurde. Wobei das Durchschreiten wörtlich gemeint sei, da Prozessionen und Stationen inner- und außerhalb des Domes eine wichtige Form der mittelalterlichen Liturgie waren.

Den Saliern zur Ehre

Speyer sei, anders als die romanischen Dome in Mainz und Worms, nicht als doppelchörige Kirche nach römischem Vorbild konzipiert worden – das sei eine „phänomenale Neuerung der Sakraltopographie“ gewesen. Nach Odenthal stellte Domgründer Kaiser Konrad II. damit Maria als Hauptpatronin in den Mittelpunkt, indem ihr der Hochaltar geweiht war. Ferner habe es bis 1303 Altäre nur jenseits der Saliergrablege gegeben, womit der Kirchenraum auf die Grablege hin ausgerichtet worden sei. Mit der Zuordnung der Altäre im Querhaus und in der Krypta zeigte er weitere Bezüge zu biografischen Daten der Salier und deren Memoria, also der Sorge um das Seelenheil nach deren Tod.

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Die Ehrung, die im Zentrum des Festaktes stand, nahm Dr. Bernhard Schneider vor: Professor Dr. Kurt Andermann und Dr. Gerhard Fouquet stammen beide aus Städten am Rhein, Andermann aus Speyer, Fouquet aus Ludwigshafen. Beiden gemeinsam ist die Liebe zur Geschichte und zur Geschichtswissenschaft, der sie zuerst ihr Studium und dann ihre weitere berufliche Laufbahn gewidmet hatten. Beide teilen das Interesse an der spätmittelalterlichen Geschichte des mittel- und oberrheinischen Raumes und speziell an der von Stadt und Hochstift Speyer. Promovierte Andermann zum pfälzischen Niederadel im Spätmittelalter, so wählte Fouquet das Speyerer Domkapitel in dieser Epoche als Thema seiner Dissertation.

Schneider nutzte die Laudatio, um die für historische Forschungen unabdingbare Arbeit der Archive, wo einer der Geehrten seine Laufbahn begonnen und der andere sie dort beendet habe. Mit der Ehrung würdige die Gesellschaft ihre vielfältigen Forschungen zur Geschichte der Kirche und des Klerus im rheinischen Raum, erklärte Schneider. Ihre Arbeiten beträfen die Geschichte der Speyerer Bischöfe des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit sowie des Speyerer Domkapitels und des Hochstifts Speyer. is

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