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Dem Klaus zum Siebzigsten

Dem weithin bekannten Speyerer Maler und Musiker Klaus Fresenius widmet die Städtische Galerie anlässlich seines 70. Geburtstages,

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Die Städtische Galerie zeigt die Ausstellung „Ten Years After“ des Speyerer Künstler Klaus Fresenius. Hier ist der Sänger und Bildende Künstler Fresenius mit seinem Kunstwerk „Läuferbild II“ zu sehen. Hinter ihm das Werk „Wilder Tanz“. © Venus

Wer Klaus Fresenius kennt, mag ihn. Weil er durch seine unnachahmliche Art einfach ein Herzensfänger ist. Jetzt widmet die Stadt Speyer dem Vorsitzenden des Kunstvereins eine Sonderschau, die im Kulturhof Flachsgasse am Freitag, 16. September, um 18 Uhr von Bürgermeisterin und Kulturdezernentin Monika Kabs eröffnet wird. Die Laudatio zu Ehren des Jubilars und über seine im Spannungsfeld von Figuration und Abstraktion angesiedelten Arbeiten hält Professorin Dr. Pamela C. Scorzin von der Fachhochschule Dortmund. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 16. Oktober. Das Anschauen lohnt sich.

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Der Maler und Musiker mit Kultstatus über die Grenzen der Domstadt hinaus studierte von 1979 bis 1984 Freie Malerei und Grafik an der Staatlichen Akademie der Künste in Karlsruhe. Arbeitsstipendien sowie die Teilnahme an internationalen Ausstellungen und Symposien führten ihn nach England, Holland, Italien, Litauen, Polen und seit 2005 gleich dreimal nach China. Zudem gründete der umtriebige Künstler schon 1977 die Pfälzer Mundartband „Blues & Blödel“ mit legendären Hits wie „Die Tüncher kumme net“ zur berühmten „Kalinka“-Melodie. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Künstlerbundes, der 1984 ins Leben gerufen wurde. Seit 2016 leitet Fresenius den Kunstverein.

Die Werkschau zu Ehren des Jubilars vermittelt Einblicke in das umfangreiche künstlerische Schaffen von Klaus Fresenius in den letzten zehn Jahren. Es handelt sich also nicht um eine Retrospektive des Mannes, dessen Ausstellungstätigkeit bereits 1972 begann. Der Titel „Ten Years After“ bezieht sich vielmehr auf eine Präsentation im Jahre 2012 am gleichen Ort, die damals anlässlich seines 60. Geburtstages als Retrospektive konzipiert war.

Wie innovativ Klaus Fresenius im letzten Jahrzehnt war, lässt sich an den mannigfaltigen Ergebnissen seiner kreativen Auseinandersetzung mit Linien, Formen und Farben leicht nachvollziehen. Wobei der Mensch sich trotz Verwendung unterschiedlicher Techniken und Materialien als figürliche Konstante in einer meist expressiven Verdichtung erhalten hat.

Die Jubiläumsausstellung ist in mehrere Werkblöcke unterteilt, wobei jeder Teilbereich besondere Aufmerksamkeit verdient. Raumgreifende Bilder wie die mit Chinatusche auf Kulissenkarton in diesem Jahr gefertigte 2,20 mal 4,00 Meter große Arbeit „Wilder Tanz“ benötigt repräsentative Räume, um ihre dynamische Wirkung entfalten zu können. Nicht minder eindrucksvoll ist das 2,20 mal 3,50 Meter messende Werk „Ekstase und Annäherung“.

Tänzerisch und sportlich noch bewegungsintensiver geht es in einer Serie mit 50 Blättern im Format 40 mal 30 Zentimeter zu. Zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion wechselnd, hat Fresenius sie in einer eruptiven Malphase am 29. und 30. Dezember 2021 in nur zwei Nächten aquarelliert. Sie sind Ausdruck einer gedanklichen Ansammlung, die sich in einer Art Artikulationsdrang explosionsartig in einem spannungsgeladenen Gestenreichtum erkennbarer oder angedeuteter Figuren entladen hat.

Fundstücke aus der Pfalz

Eine visuelle Erholungsphase bietet der Künstler den Besuchern mit seinen Holzschnitzereien, gefertigt aus Fundstücken vom Pfälzer Wald, Schwemmhölzern des Rheins oder verschiedener Meeresstrände. Wie Bildhauer Michelangelo die Strukturen des Marmors intuitiv erfasste, so fühlt Fresenius nach eigenen Angaben bereits beim Auflesen der Fundstücke, was daraus werden könnte. So sind in einer Größenordnung von einem Finger bis zur Unterarmlänge teilweise Wesen aus der Mythologie und dem Reich der Fabeln wie Fruchtbarkeitsgöttinnen und Amazonen, aber auch ein Flaschengeist sowie eine 36 Zentimeter hohe weibliche Figur mit barocken Formen in einer meditativen Vorgehensweise entstanden.

Die Schnitzereien werden in drei Glasvitrinen präsentiert und strahlen eine erzählerische Ruhe aus. Ergänzt wird die Jubiläumsschau durch kleine Serien aus Papierobjekten, Kaltnadelradierungen, weiteren Aquarellmalereien und Keramikfliesen, auf denen wieder jede Menge figürliche Bewegung herrscht.

Am Sonntag, 2. Oktober, um 17 Uhr bietet der Künstler einen Ausstellungsrundgang an. Ein 132 Seiten starker Katalog ist im Foyer des Kulturhofs für 15 Euro erhältlich. Eine Besonderheit stellt ein QR-Code auf der letzten Seite dar. Per Smartphone gescannt, ertönt der dreiminütige Song „Choo Choo Mama“, den Fresenius mit weiteren vier Musikern aufgenommen hat.

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