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20 Jahre städtische Galerie - Wie aus einem umstrittenen Bau für die Kultur eine wichtige Institution für Speyer wurde / Erinnerungen an Ausstellungen mit Werken berühmter deutscher Künstler wie Neo Rauch

Der Mut, etwas fürs Image der Stadt zu tun

Von 
Nikolaus Meyer
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Speyer. Im Sommer 2001 eröffnet, feiert der Kulturhof Flachsgasse nun sein 20-jähriges Bestehen. Anfangs mit etwas Skepsis betrachtet, ist die Einrichtung heute aus dem Kulturleben der Stadt nicht mehr wegzudenken. Etwa 12 Millionen Euro hat der Neubau seinerzeit gekostet. Eine Investition, die sich bisher nicht amortisierte und dies auch künftig nicht schaffen wird. Aber der Kulturhof ist eine Anlageform, die sich gelohnt hat. Denn Kunst und Kultur sind nicht mit Geld aufzuwiegen. Gehören sie doch zu den Werten, die für die Lebensqualität und das Image einer Stadt unverzichtbar sind. Dazu leistet der Kulturhof neben dem Rathaus einen wesentlichen Beitrag.

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Gleich mehrere Faktoren haben die Erfolgsgeschichte beeinflusst. Hier haben Kunstverein und Städtische Galerie, später auch die Kleinkunstbühne Zimmertheater und die Winkeldruckerey ein modernes und attraktives Zuhause gefunden. Auf dem Areal befinden sich zudem Alter Stadtsaal und Stadtratssitzungssaal, die eigene Historien haben.

Kunstsammler Alexander Baier (r.) mit dem verstorbenen Leiter Clemens Jöckle. © Klaus Venus

Warum der Kulturhof Flachsgasse mit Kunstverein und Städtischer Galerie als Plattform für Begegnungen zwischen Künstlern und kunstinteressierten Besuchern unverzichtbar geworden ist, machten Hanspeter Brohm, früherer Kulturdezernent der Stadt, und Franz Dudenhöffer, amtierender Leiter der Städtischen Galerie, im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich. Demnach bieten die beiden Einrichtungen auf 700 Quadratmetern Wechsel- und Sonderausstellungen, Lesungen und weitere Veranstaltungen an. Fast schon legendär ist die Beteiligung an der normalerweise jährlich stattfindenden Kult(o)urnacht, wenn sich zahlreiche Flaneure in den Ausstellungsräumen und im Innenhof ein Stelldichein geben. Beeindruckend ist auch die Architektur mit ihrer großzügigen Verglasung. Im Foyer stellt ein transparent gestalteter Aufzug den barrierefreien Zugang ins Obergeschoss sicher.

Initiative aus dem Künstlerbund

Erste Initiativen gehen nach den Ausführungen von Brohm und Dudenhöffer auf die 1980er Jahre zurück. Wortführer waren die inzwischen verstorbenen Künstler Paul in den Eicken und Rudolf Dister, damals Mitglieder im Künstlerbund. Während der Kunstverein im Blauen Haus in der Mühlturmstraße ein Zuhause hatte, schwebte den beiden die Errichtung einer städtischen Großgalerie im Zentrum der Stadt vor. Im Gespräch war zunächst die Alte Münze. Eine Idee, die aus bautechnischen Gründen nicht umsetzbar war und daher nicht weiter verfolgt wurde. Schließlich geriet das Areal hinterm Rathaus in den Fokus. Die Gemeinnützige Wohnungsbau- und Siedlungs GmbH (GEWO) übernahm die Finanzierung, ließ die alte Bausubstanz mit meist maroden Häusern abreißen und beauftragte das Speyerer Architektenbüro Weickenmeier mit der Neuplanung.

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Die Eröffnung des neuen Kulturzentrums mit der nunmehr realisierten Städtischen Galerie und dem nach Standortwechsel ebenfalls dort ansässigen Kunstverein am 23. Juni 2001 stieß auf eine außergewöhnliche Resonanz. Auch der Künstlerbund, der mit Hilfe der Stadt in der Sämergasse ab 1988 eine eigene Möglichkeit für kleinere Wechselausstellungen gefunden hatte, konnte zufrieden sein. Die regionale Künstlervereinigung kann die Städtische Galerie bis heute nutzen.

Bei der Vernissage zur Eröffnung und ersten gemeinsamen Präsentation von Städtischer Galerie und Kunstverein wurden Werke aus Speyerer Privatbesitz gezeigt, die den Zeitraum 1950 bis 2000 abdeckten. Bereits im Folgejahr 2002 warteten die beiden Einrichtungen mit einer Sensation auf. Zu Gast waren die Leipziger Lerchen (Neue Leipziger Schule). Zu sehen waren heute nahezu unerschwingliche Werke von Tilo Baumgärtel und Neo Rauch. Die Reihe bekannter Namen und Ausstellungstitel ließe sich mit Mathilde Vollmoeller-Purrmann, Rolf Müller-Landau, der Arbeitsgemeinschaft Pfälzer Künstler, Pfälzische Sezession und „Die Pfalz malt für den Dom“ fortsetzen. Unvergessen sind prägende Persönlichkeiten wie Kunsthistoriker und Ausstellungskurator Professor Herbert Dellwing (1940 bis 2010), sowie der 2014 verstorbene Kunstexperte Clemens Jöckle, von 2001 bis 2012 Leiter der Städtischen Galerie. Wurden die Einrichtungen anfangs von der GEWO angemietet, befindet sich das Gebäudeensemble heute in städtischem Besitz.

Wegen Corona hat die Stadt auf eine Jubiläumsveranstaltung verzichtet. Zu den Ausstellungshöhepunkten dürfte die Präsentation von Werken der acht Finalteilnehmer für den mit 20 000 Euro dotierten Hans-Purrmann-Preis sowie von zehn Finalisten für den mit 6000 Euro bedachten Förderpreis der Stadt Speyer zählen. Die Gewinner werden voraussichtlich am 24. September gewählt. Bis zum 24. Oktober werden die Werke dann in der Städtischen Galerie und im Kunstverein zu sehen sein. Traditionell wird hier kein Eintritt erhoben.

Info: Bilder aus 20 Jahren Kulturhof: www.schwetzinger-zeitung.de

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Freier Autor 1993: Beginn journalistische Tätigkeit als freier Journalist und ständiger Mitarbeiter der Speyerer Tagespost. Nach Einstellung der traditionsreichen Zeitung am 31. Dezember 2002 verzugsloser Wechsel als ständiger Mitarbeiter zur Schwetzinger Zeitung. Verfasser mehrerer Sonderserien. Unter anderem: Chronik der Speyerer Luftfahrtgeschichte und 4-teilige Serie 40 Jahre Bundeswehrgarnison Speyer mit militär-historischem Rückblick. Ferner Reiseberichte Litauen und Lettland. Sonderseite Geschichte, Brand und Wiedereröffnung Anna Amalia Bibliothek Weimar. Exklusiv-Interviews mit bekannten Persönlichkeiten der Zeitgeschichte wie Ex-Staatspräsident Lech Walesa, Kaiserliche Hoheit Prinzessin Alix Napoleon, Schauspieler Mario Adorf, Ministerpräsident a. D. Dr. Bernhard Vogel, Weltschiedsrichter Markus Merk. Ungeachtet dessen bilden kommunale Ereignisse der Stadt Speyer den Schwerpunkt der Berichterstattung. Sonstiges: Autor des 2006 erschienenen Buches „Höhepunkte der Speyerer Stadtgeschichte in Versen, Texten und Bildern“.

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