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Domsanierung - Damit der Afrakapelle das Wasser nicht mehr aufs Dach prasselt, wird jetzt saniert

Einst Grablege von Heinrich IV.

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Die direkt an den Dom angebaute Afrakapelle ist derzeit eingerüstet – weil die Regenrinne erneuert wird. © Domkapitel Speyer

Speyer. Kleine Veränderung, große Wirkung. So könnte man die Maßnahme, die derzeit an der Afrakapelle auf der Westseite des Speyerer Doms durchgeführt wird, zusammenfassen. Jahrzehntelang wurde das Regenwasser von der Vierungskuppel in großen Teilen auch über das Dach der Afrakapelle abgeleitet. Diese Wasserführung funktionierte jedoch sehr unzureichend, so dass Feuchtigkeit über den östlichen Abschnitt der Außenwand in die historische Kapelle eintrat. Das zeigte sich unter anderem an einer Schimmelproblematik, die auch nach umfassenden Sanierungsarbeiten und einem neuen Innenanstrich der Kapelle fortdauerte.

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Das Problem der zu hohen Luftfeuchtigkeit im Innern wurde nun von zwei Seiten angegangen: Zum einen wird das Regenwasser von der Vierungskuppel zukünftig über eine Regenrinne und zwei separate Fallleitungen in die beiden Turmkehlen und nach unten geleitet. Zum anderen wird die Rinne an der Afrakapelle vergrößert. Dies ist nötig, da die Dimensionen überall am Dom für einen Jahrhundertregen nicht mehr ausreichen würden. Zudem war die Rinne verbogen und hatte kein richtiges Gefälle mehr. Auch wird der Abschluss des Daches zum Pultdach hin, in der Fachsprache Ortgang genannt, so verändert, dass das Wasser zukünftig in die Rinne geführt wird und nicht an der Westfassade herunterläuft. Die Maßnahme resultiert auch aus den zunehmenden Wetterbedingungen, an die sich der Dom in nächster Zeit anpassen muss.

Klimawandel spielt eine Rolle

Während der erste Teil mit den Maßnahmen an der Vierungskuppel bereits abgeschlossen werden konnte, erfolgt nun in einem zweiten Schritt die Erneuerung der Rinne an der Kapelle selbst. Wegen der Größe und der Besonderheit des Doms schlagen dabei auch kleinere Maßnahmen zu Buche: 15 000 Euro kostet die derzeitige Erneuerung der Regenrinne und die Umarbeitung des Ortganges. „Dies ist ein exzellentes Beispiel für eine kleine, scheinbar unspektakuläre Maßnahme, die für den Bauerhalt jedoch eine immense Bedeutung hat“, sagt Dombaumeisterin Drabik. Domdekan Dr. Christoph Kohl ergänzt, „Auch wenn sie nicht schön aussehen, so sind Gerüste am Dom ein gutes Zeichen, denn sie zeigen, dass an seiner Erhaltung gearbeitet wird.“ Das Gerüst wird noch bis Ende Oktober stehen.

Die Afrakapelle auf der Nordseite des Doms gehört zum alten, romanischen Baubestand des Doms. Sie ist die Sakramentskapelle, Ort des stillen Gebetes und in ihr wurden vor Beginn der Corona-Pandemie die Werktagsmessen gefeiert. Erbaut wurde die kleine Kapelle unter Kaiser Heinrich IV. Ursprünglich umfasste sie nur zwei Joche. Später wurden, nach dessen teilweiser Zerstörung, die Reste des benachbarten „kleinen Paradieses“ angegliedert. Als Patrozinium der Kapelle wählte er die vor allem in Augsburg verehrte Heilige Afra. An deren Gedächtnistag, dem 7. August, wurde des Kaisers Sohn Heinrich V. geboren. Heinrich IV. selbst wurde in der ungeweihten Kapelle provisorisch beigesetzt, da er sich zum Zeitpunkt seines Todes noch im Kirchenbann befand. Seine Bestattung im Dom wurde erst fünf Jahre später möglich, nachdem Heinrich V. die Aufhebung des Kirchenbanns erwirkt hatte.

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Das Begräbnis fand am 7. August des Jahres 1111 statt. Am gleichen Tag, dem Gedenktag der Heiligen Afra, verlieh Kaiser Heinrich V. der Stadt umfassende Privilegien. is

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