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Jahresabschluss

Gemeinnützige Bausgenossenschaft Speyer legt Geschäftsbericht vor

2021 wird bei der GBS mit einem überaus erfolgreichen Ergebnis abgeschlossen. Das liegt auch daran, dass die Pandemie nur wenige Spuren in der Wohnungswirtschaft hinterlassen hat.

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zg
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Im Quartier „Am Germansberg“ mit 96 Wohneinheiten erfolgen durch die Gemein-nützige Baugenossenschaft Speyer (GBS) umfangreiche Modernisierungen. © Stefanie Stork

Speyer. Das vergangene Jahr war geprägt von der seit nunmehr zwei Jahre andauernden Corona-Pandemie. In der Wohnungswirtschaft hat die Pandemie wenige Spuren hinterlassen; sie streifte die Gemeinnützige Baugenossenschaft Speyer eG (GBS) nur leicht. Es konnten keine wesentlichen wirtschaftlichen Auswirkungen festgestellt werden, heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung der Genossenschaft.

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„Wenn wir zurückblicken auf das Jahr 2021, können wir trotz einiger negativer Einflüsse auf ein überaus erfolgreiches Ergebnis stolz sein“, so Oliver Pastor, kaufmännischer Vorstand der GBS. Insgesamt wurden fast sechs Millionen Euro in den Bestand investiert, so viel Geld wie zuletzt im Jahr 2011. Das handelsrechtliche Vermögen habe deutlich ausgebaut werden können. „Die Bilanzsumme ist um 1,2 Prozent auf 74,2 Millionen Euro gestiegen. Der Jahresüberschuss liegt mit 1,1 Millionen Euro überdurchschnittlich hoch.“ Dadurch habe das Eigenkapital auf 28,3 Millionen Euro gesteigert werden können, was zu einer Eigenkapitalquote von 38,1 Prozent führt.

Keine Mietanpassungen

„Wir haben unsere Mieter in dieser schweren Zeit vor allem dadurch unterstützen können, dass wir auf Mietanpassungen an die ortsübliche Vergleichsmiete vollständig verzichtet haben“, so Pastor weiter. Die Durchschnittsmiete von 5,90 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche liegt im unteren Mietpreissegment. Laut aktuellem Mietspiegel der Stadt Speyer reichen die Netto-Kaltmieten von 4,35 bis zu 16,17 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. „Bei 87 Prozent aller im Bestand der GBS befindlichen Wohnungen und Einfamilienhäuser liegt die Grundmiete unterhalb der Grenze von 7 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche“, schreiben die GBS-Verantwortlichen. Für eine durchschnittlich große GBS-Wohnung mit 69 Quadratmetern Wohnfläche ist somit zum 31. Dezember 2021 eine monatliche Nettokaltmiete von durchschnittlich 407 Euro gezahlt worden. Insgesamt weist die Baugenossenschaft einen unveränderten Bestand an 1491 eigenen Wohnungen und 153 Einfamilienhäusern vor.

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Als Teil des Gesamtquartiers-Entwicklungskonzepts erfolgen im Wohngebiet „Am Germansberg“ mit 96 Wohneinheiten umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen, die in vier Bauabschnitte unterteilt sind. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten die Maßnahmen im dritten Bauabschnitt Am Germansberg 1-3 und Krummäckerstraße 2-8 mit 18 Wohneinheiten weitestgehend abgeschlossen werden. Neben der energetischen Sanierung – Wärmedämmverbundsystem, Speicherbodendämmung, dreifachverglaste Fenster – wurden an 15 Wohneinheiten Balkone mit Seitenglaselementen angebracht. Das Investitionsvolumen beträgt voraussichtlich 886 000 Euro.

Zudem wurden die Objekte Burgstraße 29-31, August-Becker-Straße 2-4 und August-Becker-Straße 1-3 umfassend saniert. Darüber hinaus wurde eine größere Instandhaltungsmaßnahme im Objekt AWO Seniorenhaus Burgfeld Speyer erforderlich. Neben dem Einbau einer neuen Zentralheizungs- und Lüftungsanlage sind diverse Maßnahmen zum vorbeugenden Brandschutz sowie Trinkwasserhygiene für insgesamt 158 000 Euro umgesetzt worden. Zudem erfolgten 19 umfangreiche Einzelmodernisierungen von Wohnungen und Einfamilienhäusern, die im Zuge eines Mieterwechsels erforderlich wurden. Im Vorjahr waren es 22.

Im Bereich der Bestandserweiterung und Neubautätigkeit ist im Jahr 2021 das Grundstück Langensteinweg 21 von der Katholischen Kirchenstiftung St. Hedwig erworben worden. Die Baugenossenschaft beabsichtigt hier den Bau von 13 Wohneinheiten sowie Räumlichkeiten für den Nachbarschaftsverein der GBS. „Der Ankauf von 49 Wohnungen in der Straße Am Rabensteinerweg konnte hingegen noch nicht vollzogen werden“, führen die Verantwortlichen der Genossenschaft weiter aus. Nicht zuletzt aufgrund des russischen Krieges gegen die Ukraine und der Langzeitauswirkung der Corona-Krise hätten sich Rahmenbedingungen geändert, die wesentlichen Einfluss auf die Kaufpreishöhe und Finanzierung nähmen und weitere Verhandlungen erforderlich machten. „Derzeit prüft die GBS sämtliche Möglichkeiten, einen Kauf unter wirtschaftlichen Aspekten vorzunehmen.“

Zukunftsstrategie in Arbeit

Im aktuellen Jahr will die GBS eine Zukunftsstrategie erarbeiten. „Hierzu fand bereits im Frühjahr eine erste Klausurtagung, zusammen mit Aufsichtsrat und Vorstand statt. Dabei wurden die großen Zukunftsthemen der Wohnungswirtschaft diskutiert und erste Ziele festgelegt.“ Unter anderem sei das Themenfeld CO2-Vermeidung und Klimaschutz ausgiebig behandelt worden: „Zur Erreichung der Klimaziele trägt maßgeblich bei, dass wir beispielsweise bis 2030 mindestens weitere 200 Wohneinheiten energetisch sanieren wollen“, so Bernd Reif, technischer Vorstand der Baugenossenschaft. Das Zukunftspapier soll zum Jahresende verabschiedet werden.

Weiter sieht sich die GBS den Herausforderungen im Bereich der Digitalisierung gestellt. „So soll als nächster Meilenstein der Vermietungsprozesses softwareunterstützt umgestellt werden.“ Über ein Portal sollen sich Mietinteressenten schnell und unkompliziert registrieren und ihr Interesse an einer Wohnung bekunden können. „Auch kann ein individuelles Suchprofil erstellt werden, damit die GBS aktiv Wohnungsangebote unterbreiten kann.“ Durch Wegfall des sehr stark papiergebundenen Prozesses sollen Kapazitäten für die immer komplexer werdende Mieterbetreuung frei werden. Für alle Mitglieder, die die digitale Lösung nicht nutzen wollen, solle es weiterhin möglich bleiben, analog zu verfahren.

„Nachdem inzwischen die Corona-Maßnahmen gelockert wurden, können wir positiv auf das Jahr 2022 schauen. Wir sind froh, dass Veranstaltungen geplant und etliche auch umgesetzt werden können. Es wird Zeit, dass wir wieder stärker unsere Gemeinschaft leben, miteinander ins Gespräch kommen, Interessantes erleben oder einfach eine schöne Zeit miteinander verbringen“, ergänzt Pastor.

Vertreter treffen sich in Stadthalle

Die ordentliche Vertreterversammlung der GBS findet am Mittwoch, 22. Juni, um 18 Uhr statt. Tagungsort ist traditionsgemäß die Stadthalle Speyer, die seit dem Frühjahr wieder für die öffentliche Nutzung freigegeben ist.

„Der Besuch der Vertreterversammlung ist allen Mitgliedern gestattet“, lädt die Baugenossenschaft abschließend ein. zg

Info: Weitere Infos gibt es unter www.gbs-speyer.de

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